Manning wegen Spionage verurteilt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Manning verlässt nach dem Urteil das Gericht. foto: afp
+
Manning verlässt nach dem Urteil das Gericht. foto: afp

Wikileaks-Informanten drohen 136 Jahre Haft, aber keine Todesstrafe Fort Meade – Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning ist in 19 von 21 Anklagepunkten für schuldig erklärt, im am schwersten wiegenden Anklagepunkt jedoch überraschend freigesprochen worden.

Das US-Militärgericht in Fort Meade erklärte den 25 Jahre alten Obergefreiten am Dienstag im Punkt „Unterstützung des Feindes“ für nicht schuldig.

Mit dem Richterspruch droht Manning laut der Enthüllungsplattform Wikileaks eine Höchststrafe von 136 Jahren. Eine Mindeststrafe für die Anklagepunkte gibt es nicht. Für schuldig befand Richterin Denise Lind den Angeklagten unter anderem wegen Spionage, Geheimnisverrats, Computerbetrugs und Diebstahls. Manning hatte gestanden, als im Irak stationierter Soldat 2010 Hunderttausende geheime Dokumente aus Armee-Datenbanken an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergereicht zu haben und beteuerte, dabei keine bösen Absichten gehabt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits vor dem Prozess darauf verzichtet, die Todesstrafe zu fordern. Die Beratungen über das Strafmaß sollen heute beginnen.

Die Familie Mannings teilte in einem vom „Guardian“ veröffentlichten Schreiben mit: „Brad liebte sein Land und war stolz, dessen Uniform zu tragen.“ Der Schuldspruch sei enttäuschend, doch es sei erfreulich, dass Manning auch nach Auffassung der Richterin den Feinden der USA niemals habe helfen wollen.  dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

Kommentare