Mann erschießt drei Personen in Lüttich

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Polizisten untersuchen den Tatort, an dem ein Terrorist drei Menschen erschoss. dpa

Belgien wurde zuletzt mehrfach vom Terror erschüttert. Am Dienstag tötet ein Mann in Lüttich völlig unvermittelt mehrere Menschen. Die Anti-Terror-Ermittler sind sofort auf dem Plan.

Terrorismus

Von Michel Winde und Verena Schmitt-Roschmann

Lüttich – Ein mutmaßlicher Terrorist hat in Belgien drei Menschen getötet. Nach offiziellen Angaben erschoss der Verdächtige am Dienstagvormittag in Lüttich zwei Polizisten und einen Zivilisten. Anschließend nahm er eine Frau als Geisel, bevor er selbst von Sicherheitskräften getötet wurde. Die Ermittler vermuten einen terroristischen Hintergrund, wie die zuständige Staatsanwaltschaft mitteilte.

Nach Informationen des Fernsehsenders RTBF handelte es sich um einen Mann aus Rochefort im Süden des Landes, der wegen kleinerer Vergehen wie Diebstahl und Drogenhandel im Gefängnis saß. Am Montag habe er Freigang bekommen, hätte aber nach einigen Stunden wieder zurückkehren müssen. Dies sei nicht geschehen, hieß es. Er sei gewalttätig, aber nicht für seine Radikalität bekannt gewesen. Einige Medien berichteten, der Angreifer habe „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen. Dies bestätigten die Behörden zunächst nicht.

Die dramatischen Ereignisse begannen um 10.30 Uhr, wie Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz mitteilten. Demnach griff ein mit einem Messer bewaffneter Mann zwei Polizisten in der Innenstadt von hinten an und stach auf sie ein. Schließlich habe er ihnen ihre Dienstwaffen entwunden und sie erschossen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga sind die beiden Opfer Frauen.

Anschließend soll der Täter einen 22-Jährigen in einem Auto erschossen haben, bevor er in eine nahe gelegene Schule rannte und eine Mitarbeiterin als Geisel nahm. Dort griff eine Spezialeinheit ein und erschoss den Verdächtigen. Dieser habe zuvor noch das Feuer eröffnet. Mehrere Polizisten seien verletzt worden, erklärten die Ermittler.

Die Schüler des Lütticher Gymnasiums Léonie de Waha seien in Sicherheit, betonte der Bürgermeister von Lüttich, Willy Demeyer. Sie wurden in mehrere andere Schulen gebracht. Das Gymnasium soll am Mittwoch geschlossen bleiben. Schülern und Personal stehe psychologische Hilfe zur Verfügung.

Belgien war in der Vergangenheit das Ziel mehrerer terroristischer Attacken. Bei der schwersten davon töteten islamistische Extremisten in Brüssel am 22. März 2016 in der Metro sowie am Flughafen insgesamt 32 Menschen. Die Terrorwarnstufe wurde erst vor einiger Zeit auf die zweitniedrigste von vier Stufen herabgesetzt.

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare