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Manfred Dauster: Ein Münchner Richter mit Balkan-Erfahrung

Manfred Dauster, 59, ist Jurist, genauer: Vorsitzender Richter des Staatsschutzsenats am Oberlandesgericht München. Und er ist Balkan-Experte.

Dass er beides zugleich ist, trifft sich prächtig. Denn Dauster leitet nun den Prozess um die Ermordung eines kroatischen Dissidenten vor 31 Jahren in Wolfratshausen. Wie es scheint, hat er dafür den idealen Hintergrund.

Bereits zweimal war Dauster für mehrere Jahre mit Spezialaufgaben nach Bosnien abgeordnet. Der erste Ruf kam 2000, eine Weile nach den Balkan-Kriegen. Bis 2003 leitete der promovierte Jurist die Antikorruptionsabteilung OLAF beim Büro des Hohen Repräsentanten in Sarajevo. Nach seiner Rückkehr übernahm er zunächst eine Kleine Strafkammer, 2004 die Staatsschutzkammer des Landgerichts München I.

Er entschied in dieser Zeit über einen Großen Lauschangriff auf Wohnungen und leitete den Prozess gegen den inzwischen gestorbenen „Paten“ der Russen-Mafia, Alexander Bor. Verhandelt wurde damals aus Sicherheitsgründen im Gefängnis München-Stadelheim.

Schon 2005 zog der Richter – ohne Rücksicht auf seine Gesundheit, er hatte zwei Herzinfarkte hinter sich – wieder auf den Balkan. Als einziges deutsches Mitglied des neuen Staatsgerichts von Bosnien-Herzegowina gehörte er der Kammer für Kriegsverbrechen an. Damals beurteilte er die Entwicklung in Bosnien vorsichtig optimistisch. Nun spricht er von einem „Stillstand“.

Als Beisitzer war er schon einmal mit dem Mordfall Stjepan Djurekovic befasst: 2008 wirkte er in München an der Verurteilung des Mannes mit, der den Exilkroaten an den Tatort lockte und der seinem Auftraggeber einen Nachschlüssel dafür übergab. Der Senat schickte ihn lebenslang hinter Gitter.

Geboren wurde Dauster vor 59 Jahren in Saarlouis. Er hat unter anderem in Tokio studiert. In München war er Staatsanwalt und Richter. Sein Hobby: Kochen.  ar/dpa

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