ARD-Politik-Talk

Maischberger spricht extrem heikles Thema an und kassiert Kühnert-Ansage: „Interessiert mich einen Scheiß“

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Kühnert bei Maischberger am Mittwochabend.
  • schließen
  • Richard Strobl
    Richard Strobl
    schließen

Sandra Maischberger spricht im ARD-Politik-Talk über die Zukunft von SPD und CDU. Nach der Europawahl stellt sich die Frage: Haben sie sich überlebt?

Maischberger spricht extrem heikles Thema an und kassiert Kühnert-Ansage

Berlin - Sandra Maischberger arbeitete am Mittwoch in ihrem ARD-Talk die bittere Schlappe von Union und vor allem SPD bei der Europawahl 2019 auf und stellt die Frage: Haben sich die Volksparteien überlebt? Dafür hat sich die Moderatorin unter anderem einen zukunftsträchtigen SPD-Nachwuchs-Mann eingeladen: Kevin Kühnert. 

Mit Kühnert diskutierten Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff von der CDU, Kabarettist und Neu-Politiker Nico Semsrott von „Die Partei“, ARD-Hauptstadtstudio-Korrespondentin Marion von Haaren und Welt-Chefreporter Robin Alexander.

Maischberger (ARD): Europawahl bitterer Schlag für Nahles‘ SPD und AKK‘s CDU

Die Europawahl 2019 war ein weiterer bitterer Schlag in die Magengrube von CDU/CSU und SPD. Während die Grünen weiter zulegen konnten, müssen sich vor allem die Sozialdemokraten fragen, wohin der Weg gehen soll. Besonders die jungen Wähler haben sich von den einstigen Volksparteien abgewandt und wählen lieber Grüne, FDP oder Alternativen, wie „Die Partei“, die diesmal sogar zwei Sitze im EU-Parlament bekommen hat.

Aber woran genau liegt das und was muss sich bei den Volksparteien ändern? Beziehungsweise: Ist dieser Prozess der Wählerabwanderung noch aufzuhalten? Juso-Chef Kevin Kühnert, der zuletzt mit Aussagen zu Enteignungen für Furore gesorgt hatte, steht für die Zukunft der SPD. Er mahnt: „Wir verlieren den Anschluss an die junge Generation“ und würde im Notfall sogar die GroKo aufkündigen.

Maischberger (ARD): Kühnert zur Nahles-Debatte: „Ist mir scheißegal!“

Auch am Mittwochabend sorgte Kühnert für den Aufreger überhaupt. Andrea Nahles hatte angekündigt sich kommende Woche einer Abstimmung über den Fraktionsvorsitz stellen zu wollen, um entweder ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen, oder - so klar muss man es beinahe sagen - ihre eigene Karriere fürs Erste zu begraben.

Was sagt der Juso-Chef dazu? „Man braucht nicht nur eine Idee, man braucht auch jemanden, der sie durchs Ziel trägt“, sagt Maischberger zu Kühnert gewandt. „Offensichtlich gibt es in der SPD viele, die glauben, Frau Nahles ist das nicht mehr. Glauben Sie das auch?“ Kühnert erregt: „Das interessiert mich einen Scheiß!“ Die Talkmasterin ist verblüfft: „Das glaube ich Ihnen nicht!“ „Doch, ganz ehrlich“, versichert Kühnert und redet sich in Rage.

Entscheidend sei die Frage mit welchem Kurs, nicht mit welchem Kopf. Journalist Alexander erklärt, was nicht nur ihm im Kopf herumschwirren dürfte: "Warum verteidigt Herr Kühnert jetzt plötzlich überraschend Andreas Nahles?" Weil er sie nicht jetzt schon stürzen wolle, "sondern erst im Dezember - und die GroKo will er gleich mit abräumen". Der Sturz käme zu früh. Kühnerts Reaktion? Ein schelmisches Grinsen, aber kein Konter. Das sagt genug.

Maischberger (ARD) zu Semsrott: Ist es witzig, abwechselnd mit Ja und Nein zu  stimmen?

Das war schon beinahe am Ende der Sendung. Zuvor ging es um die Aufarbeitung, warum etwa Erstwähler lieber Alternativen wie „Die Partei“ wählen, anstelle der Regierungsparteien.

Nico Semsrott stellt klar: "Dass ich in so eine Sendung eingeladen werde, das halte ich für ein Alarmsignal", sagte er. Angenommen habe er die Einladung nur, damit "hier auf diesem Platz kein AfD-Politiker sitzt". Maischberger versucht ihn ernst zu nehmen. "Das interessiert mich wirklich“, sagt sie. Semsrott erklärt: "Wir meinen Politik ernst, aber unsere Kommunikation ist satirisch." Bei den Volksparteien sei es gerade umgekehrt.

Maischberger kritisch: Ob es witzig sei, dass man - wie Martin Sonneborn - bei Abstimmungen abwechselnd mit Ja und Nein stimme?, fragt sie. Sonneborn sei abgerückt von seinem System, verteidigt Semsrott den Kollegen.

Semsrotts Ziel im EU-Parlament? Aufmerksamkeit durch Witze für Politik schaffen. „Ich finde es selbst nicht einmal richtig gut, aber es ist eine Notlösung.“

Maischberger (ARD): Youtuber Rezo Schuld am Wahl-Debakel?

Warum das Debakel für SPD und CDU? Was hat vor allem Youtuber Rezo damit zu tun? Über die Reaktion von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf das Schmäh-Video des Youtubers sagt Semsrott: „Sie hat sich verrannt! Sie hat nicht die Größe, einzugestehen, dass sie einfach Blödsinn gesagt hat!“

Haseloff erklärt: Die im Video kritisierten Parteien, meint er, hätten die Freiheit erst aufgebaut, die ihre Kritiker nutze. Ihre "Zerstörung" sei "ein Anlegen der Axt an die freiheitlich-demokratische Grundordnung".

Ein Talk, der keinen Platz in der Ahnengalerie Maischbergers erhalten wird, der aber am Ende in der Nahles-Debatte Fahrt aufnahm.

Lesen Sie auch die ARD-Talkshow „Anne Will“, die ganz im Zeichen der Europawahlen stand. Gäste waren unter anderem Sigmar Gabriel (SPD) und Armin Laschet (CDU).

rjs

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare