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Alle Ergebnisse und Stimmen im Überblick

CSU mit schlechtestem Ergebnis seit mehr als 70 Jahren

Konstituierende Sitzung des CSU-Vorstands
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Die CSU hat bei der Bundestagswahl das schlechteste Ergebnis seit 1949 geholt
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  • Felix Graf
    Felix Graf
  • Markus Zwigl
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  • Annette Romming

Liveticker zur Bundestagswahl am Sonntag, den 26. September 2021: Alle aktuelle Entwicklungen, Umfragen, Hochrechnungen und Ergebnisse finden Sie hier im Überblick.

  • Die Wahllokale haben geschlossen. Wahlberechtigte konnten bis 18 Uhr ihre Stimmzettel dort ausfüllen oder ihre Briefwahlunterlagen abgeben.
  • Wer wird Nachfolger von Angela Merkel? Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) oder Annalena Baerbock (Grüne)?
  • Nach den Prognosen von ARD und ZDF liegt die SPD ganz knapp vor der Union

Wer wird der neue Bundeskanzler? Heute, am Sonntag, den 26. September wählt Deutschland seinen neuen Bundestag. Die Wählerinnen und Wähler dürfen bei der Bundestagswahl 2021 je zwei Stimmen abgeben - die Erststimme für einen Direktkandidaten aus ihrem Wahlkreis und die Zweitstimme für eine Partei. Wir halten Sie über aktuelle Entwicklungen, Umfragen, Hochrechnungen, Prognosen und alle Ergebnisse im Liveticker auf dem Laufenden.

Bundestagswahl in der Region

Live-Ticker für den Wahlkreis Rosenheim

Live-Ticker für den Wahlkreis Traunstein und Berchtesgadener Land

Live-Ticker für den Wahlkreis Altötting und Mühldorf

Update, 01.11 - CSU holt das schlechteste Ergebnis seit 1949 

Debakel für die CSU: Bei der Bundestagswahl in Bayern haben die Christsozialen das schlechteste Ergebnis seit mehr als 70 Jahren eingefahren. Nach der Auszählung von allen 46 Wahlkreisen im Freistaat erreichte die CSU laut Internetseite des Landeswahlleiters nur noch 31,7 Prozent. Das bedeutet einen Rückgang von sieben Prozent im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 (38,8 Prozent). Die Gewinner der Wahl in Bayern sind die Grünen. Sie blieben aber hinter ihren hochambitionierten Erwartungen zurück. Auf Platz zwei grüßt die SPD mit jetzt 18 Prozent.

Das ist im Vergleich zur Wahl 2017 ein Plus von 2,7 Prozent. Die Grünen kamen auf 14,1 Prozentpunkte. Das bedeutet für die Partei das bislang beste Ergebnis in Bayern. Die Freien Wähler erreichten in Bayern 7,5 Prozent, verfehlten aber ein weiteres Mal den von Parteichef Hubert Aiwanger erhofften Einzug in den Bundestag. Die Linke sammelte 2,8 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag laut Internetseite des Landeswahlleiters bei 79,8 Prozent - etwas mehr als bei der Bundestagswahl 2017 mit damals 78,1 Prozent.

Ungeachtet der hohen Verluste konnte die CSU die Direktmandate in 45 der 46 bayerischen Wahlkreise holen, lediglich in München-Süd lag die Grünen-Kandidatin Jamila Schäfer vorn. Bei den letzten drei Bundestagswahlen hatte die CSU jeweils alle bayerischen Direktmandate geholt.

Update, 22.58 Uhr - SPD vor Union: Aber beide wollen regieren - wer bildet die Regierung?

Deutschland steht vor einer schwierigen Regierungsbildung. Die Union ist bei der Bundestagswahl nach 16 Jahren Regierung von Kanzlerin Angela Merkel auf ein Rekordtief gestürzt, landete laut Hochrechnungen aber nur knapp hinter der erstarkten SPD. Sowohl SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz als auch Unionskanzlerkandidat Armin Laschet reklamieren Regierungsauftrag und Kanzleramt nun für sich. Beide wollen am liebsten mit Grünen und FDP regieren. FDP-Chef Christian Lindner schlug am Abend Vorabgespräche mit den Grünen vor.

Normalerweise lädt die stärkste Partei zu Gesprächen ein. In der Geschichte der Bundesrepublik gab es aber auch Fälle, dass die zweistärkste Partei den Kanzler stellte. Willy Brandt wurde 1969 Kanzler einer sozialliberalen Koalition, obwohl die SPD nur auf Platz zwei gelandet war. Genauso war es bei Helmut Schmidt 1976 und 1980.

Die Grünen eroberten mit einem Rekordergebnis den dritten Platz, blieben aber hinter den Erwartungen zurück. Auch die FDP konnte zulegen, sie landete Hochrechnungen zufolge vor AfD und Linken auf dem vierten Platz. FDP-Chef Lindner bekräftigte noch am Abend seine Präferenz für eine Jamaika-Koalition mit Union und Grünen. Grünen-Chef Robert Habeck hielt seiner Partei alle Optionen offen. Man habe „gute Chancen, stark in die nächste Regierung zu gehen“, sagte er. „Wir wollen regieren.“ Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sagte: „Es geht ja nicht um die Mittel, sondern es geht um das Ziel, was am Ende erreicht werden muss.“

Nach Hochrechnungen von ARD und ZDF verbessert sich die SPD auf 25,9 bis 26,0 Prozent (2017: 20,5 Prozent). Die CDU/CSU fällt auf 24,1 bis 24,5 Prozent (32,9). Die Grünen fahren 13,9 bis 14,7 Prozent ein (8,9). Die FDP verbessert sich auf 11,5 bis 11,7 Prozent (10,7). Die AfD, bisher drittstärkste Kraft, kommt auf 10,4 bis 10,5 Prozent(12,6). Die Linke rutscht auf 5,0 Prozent ab (9,2). Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), als Partei nationaler Minderheiten von der Fünf-Prozent-Hürde befreit, kann laut ARD-Prognose einen Abgeordneten in den Bundestag schicken.

Die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ändern sich damit deutlich, die konkrete Sitzverteilung hängt unter anderem davon ab, ob es die Linke ins Parlament schafft. Die Sitzverteilung sieht nach den Hochrechnungen so aus: CDU/CSU 194 bis 198 (2017: 246), SPD 205 bis 210 (153), Grüne 112 bis 117 (67), FDP 91 bis 95 (80), AfD 82 bis 85 (94), Linke 40 (69).

Damit zeichnet sich eine komplizierte Regierungsbildung ab. Einzig denkbares Zweierbündnis wäre eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es voraussichtlich zum ersten Mal seit den 50er Jahren ein Dreierbündnis im Bund geben.

Scholz sieht einen klaren Wählerauftrag für die SPD und strebt den Abschluss möglicher Koalitionsgespräche bis Jahresende an. Viele Wählerinnen und Wähler hätten deutlich gemacht, dass sie einen „Wechsel in der Regierung“ wollten und der nächste Kanzler Olaf Scholz heißen solle. Es gebe ein paar Parteien wie die SPD, die Grünen, die FDP, die Zuwächse erzielt hätten, andere wiederum nicht. „Auch das ist eine Botschaft“, betonte er. Es gilt als wahrscheinlich, dass Scholz ein Ampel-Bündnis mit Grünen und FDP anstrebt, wie es in Rheinland-Pfalz seit 2016 regiert.

Laschet betonte seinerseits, die CDU/CSU werde alles daran setzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden. „Deutschland braucht jetzt eine Zukunftskoalition, die unser Land modernisiert.“ CSU-Chef Markus Söder sprach sich für ein „Bündnis der Vernunft“ unter Führung Laschets aus: „Wir glauben fest an die Idee eines Jamaika-Bündnisses“, sagte er. „Wir wollen gemeinsam in diese Gespräche gehen mit dem klaren Ziel, den Führungsauftrag für die Union zu definieren, dass Armin Laschet dann der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wird.“

Auch Lindner bekräftigte, dass er die Union als Partner vorzieht. „Die inhaltliche Nähe zwischen Union und FDP ist die größte“, sagte er. „Die größten inhaltlichen Übereinstimmungen sehe ich in einer Jamaika-Koalition. Und das ist jetzt ein Gespräch, das geführt werden muss, ob sich alle Beteiligten darin fair wiederfinden können.“ Er betonte aber zugleich, demokratische Parteien sollten Gespräche nie ausschließen. Lindner setzt bei der Regierungsbildung auf Tempo. „Wir sollten schnell zu einer Regierungsbildung kommen“, sagte er.

Ein solches Jamaika-Bündnis, wie es in Schleswig-Holstein regiert, war 2017 im Bund an der FDP gescheitert. Diesmal dürften eher die Grünen bremsen. Vor allem in der Finanz- und der Klimapolitik sind die Differenzen zwischen Grünen und FDP groß.

Für eine rot-grün-rote Koalition reicht es nach den Hochrechnungen nicht. Die Linke muss nach den Hochrechnungen überdies befürchten, dass sie die Fünf-Prozent-Hürde verpasst. Sie hat aber gute Chancen, drei ihrer zuletzt fünf Direktmandate zu verteidigen, sie dürfte so laut Grundmandatsklausel aber trotzdem entsprechend ihres Zweitstimmenergebnisses wieder in den Bundestag einziehen.

Update, 21.38 Uhr - Neue Hochrechnung: SPD baut Führung weiter aus

In der neusten Prognose der ARD geht es für die SPD weiter bergauf. Die Sozialdemokraten kommen nun auf 25,7 Prozent. Die Union bleibt unverändert bei 24,5 Prozent. Die Grünen kommen auf 14,3 Prozent, die FDP auf 11,5. Die AfD verliert im Vergleich zur letzten Prognose 0,4 Prozentpunkte und hat nun 10,5 Prozent. Die Linke bleibt konstant bei 5 Punkten.

Das ZDF sieht die Prognosen gleich. Dort steht die SPD bei 26 Prozent. Die Union folgt mit 24,5 Punkten, die Grünen mit 13,9. Die FDP hat 11,7 Prozent. Die AfD folgt mit 10,5 Prozent. Die Linke gleich mit der ARD-Prognose bei 5.

Hochrechnung zur Bundestagswahl 2021.

Update, 21.22 Uhr - Lindner hält an Präferenz für Bündnis mit Union und Grünen fest

FDP-Chef Christian Lindner hält auch nach der Bundestagswahl an seiner Präferenz für ein Regierungsbündnis mit Union und Grünen fest. „Ich habe die Parteiprogramme alle gelesen, und wenn man das tut, stellt man fest, dass die größten inhaltlichen Übereinstimmungen zwischen den Unionsparteien und der FDP sind“, sagte Lindner am Sonntagabend in der „Berliner Runde“ von ARD und ZDF. „Das habe ich vor der Wahl gesagt, und das will ich nach der Wahl auch ausdrücklich wiederholen.“ Die Ideen von Steuererhöhungen und dem Aufweichen der Schuldenbremse seien auch nach der Wahl nicht akzeptabel.

Mit Blick auf das Wahlergebnis der Grünen sagte Lindner, eine künftige Regierung werde wohl sehr viel ökologischer sein. „Wenn ich sehe, welch gutes Ergebnis die FDP erzielt hat mit unserem Einsatz für Technologieoffenheit, für die bürgerlichen Freiheitsrechte, für eine Stärkung unseres wirtschaftlichen Aufschwungs, so ist meine Erwartung, dass sich auch dieser Gedanke in einer nächsten Koalition wiederfindet.“

Lindner bezeichnete es als gute Nachricht, dass das Wahlergebnis zeige, dass in Deutschland eine Koalitionsbildung aus dem demokratischen Zentrum der Politik möglich sei – Ränder würden dafür nicht benötigt. „All diejenigen in Europa und darüber hinaus, die Sorgen hatten um die Stabilität Deutschlands, können jetzt erkennen: Deutschland wird in jedem Fall stabil bleiben“, so Lindner.

Update, 20.32 Uhr- Rot-rot-grüne Koalition wohl nicht möglich

Als der Balken der CSU um 18.01 Uhr bei 33 Prozent stehen bleibt, schwappt in der Parteizentrale im Münchner Norden vorsichtiger Applaus auf. Bis dato war es mucksmäuschenstill, auch als zunächst erste Prognosen für Union und SPD mit je 24,5 Prozent eingeblendet werden. Mehr Jubel brandet erst auf, als das Ergebnis der Linken eingeblendet wird und noch mehr, als es heißt, dass eine rot-rot-grüne Koalition nach den ersten Zahlen keine rechnerische Mehrheit hat.

Szenen wie diese zeigen, dass im Jahr 2021 auch bei der CSU ein anderer Wind weht. Zur Erinnerung, vor vier Jahren holte die CSU bei der Bundestagswahl noch 38,8 Prozent und verbuchte dies bereits als „historische Niederlage“, wie es der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber damals nannte. 2018 bei der Landtagswahl lag sie sogar nur bei 37,2 Prozent (-10,5). In der Folge musste der frühere CSU-Chef Horst Seehofer seinen Posten räumen - Söder machte damals keiner für das Ergebnis verantwortlich.

Der Parteichef nimmt an diesem Sonntagabend vor allem die Sondierungsgespräche in Berlin in den Fokus. Die Regierungsbildung sei kein Selbstläufer, betont er und fügt hinzu, die Union sei willens zu Gesprächen mit dem Ziel, den Führungsauftrag der Union zu definieren. Es sei psychologisch wichtig, dass die CSU über der 30-Prozent-Marke liege und bundesweit auch über der Fünf-Prozent-Hürde.

Auch wenn die ersten Zahlen für die CSU um Söder wohl am Ende nicht so schlimm sind wie angesichts mancher Umfragen unter 30 Prozent zwischenzeitlich befürchtet - auch in Bayern steht zum Ende der Ära von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine politische Zäsur an. Nicht nur, weil der Union nach 16 Jahren in der Regierung wieder die ungeliebte Opposition droht. Die Partei muss auch erneut bei einer wichtigen Wahl massive Verluste verkraften.

Abgesehen vom prozentualen Ergebnis der Wahl wurde auch mit Spannung erwartet, ob es SPD und Grünen gelingen könnte, der CSU einige der per Erststimme zu vergebenden Direktmandate streitig zu machen. Gerade in den Ballungszentren München, Nürnberg und Augsburg fürchtete die CSU, Verluste hinnehmen zu müssen. Ein Grund dafür ist der seit Jahren massive Zuzug von Menschen nach Bayern, die sich ihrerseits nicht mit der klassischen CSU-Mentalität identifizieren können oder wollen.

Update, 20.07 Uhr - Enges Rennen zwischen SPD und Union

Jetzt ist die vierte Hochrechnung der ARD da: Die SPD liegt nun mit 25,5 Prozent in Front und kann ihren Vorsprung ein kleines bisschen weiter ausbauen. Die Union kommt auf 24,5 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 13,8. Die AfD liegt jetzt bei 10,9 Prozent. Die FDP kommt auf 11,7. Die Linke verharrt weiterhin bei 5 Prozent. 

Auch beim ZDF kann die SPD ihren Vorsprung ausbauen. In der Prognose des Senders steigert sich die SPD auf 25,7 Prozent. Damit kann sie ihren Vorsprung etwas ausbauen. Die Union bekommt 24,6 Prozent. Die Grünen kommen auf 14,4. Die AfD liegt nun bei 10,7 Prozent, die FDP bei 11,7. Die Linken haben auch hier 5 Prozent.

Update, 19.50 Uhr - Erste Zwischen-Ergebnisse für Wahlkreis Altötting-Mühldorf

Im Wahlkreis Altötting/Mühldorf liegt nach aktuellem Stand die CSU mit Stephan Mayer bei 34,2 Prozent der Zweitstimmen. Ihr folgen die AfD mit Klaus Lang 12,1 Prozent sowie die SPD mit Annette Heidrich mit 13,7 Prozent. Dem folgen die Freie Wähler mit Ilse Ertl (11,4), die Grünen mit Christoph Arz (9,4), die FDP mit Sandra Bubendorfer-Licht (9,8) und Die Linken mit Sebastian Misselhorn (2,4).

**Aktuell sind 167 von 338 Gebiete ausgezählt**

Update, 19.43 Uhr - Claudia Roth fordert grüne Regierungsbeteiligung ein

Die bayerische Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Roth fordert für ihre Partei nach den Stimmgewinnen bei der Bundestagswahl eine Regierungsbeteiligung. „Das Ergebnis, das sich abzeichnet, ist eindeutig ein Mandat für uns Grüne, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Roth am Sonntagabend.

„Wir haben tatsächlich mehr erwartet“, sagte die Grünen-Politikerin dem Bayerischen Fernsehen. Aber das Ergebnis sei ein Auftrag, Regierungsverantwortung zu übernehmen und für den Klimaschutz zu kämpfen. „Wer denn, wenn nicht wir, sind diejenigen, die für ein gutes Klima kämpfen?“, sagte Roth.

In Bayern hätten die Grünen doppelt so viele Stimmen geholt wie vor vier Jahren und damit das allerbeste Ergebnis in ihrer Geschichte. „Ich habe ein sehr lachendes Auge“, sagte Roth: „Doppelt so stark, bestes Ergebnis!“ Außerdem warte sie noch, ob die Grünen Direktmandate in München und Nürnberg gewinnen.

Update, 19.28 Uhr - Söder für „Bündnis der Vernunft“ unter Führung Laschets

CSU-Chef Markus Söder hat sich nach der Bundestagswahl für ein „Bündnis der Vernunft“ unter Führung von CDU-Chef Armin Laschet ausgesprochen. „Wir glauben fest an die Idee eines Jamaika-Bündnisses“, sagte Söder am Sonntagabend in Berlin. Das sei allerdings kein Selbstläufer - es brauche ein „Bündnis der Vernunft“ in diesen schweren Zeiten.

Deshalb sei die CSU gemeinsam mit der CDU zu Gesprächen bereit. „Wir wollen gemeinsam in diese Gespräche gehen mit dem klaren Ziel, den Führungsauftrag für die Union zu definieren, dass Armin Laschet dann der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wird“, betonte der CSU-Vorsitzende.

Update, 19.14 Uhr - Scholz: „Das ist ein großer Erfolg“ - Baerbock lobt „historisch bestes Ergebnis“

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich hocherfreut über das Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl geäußert. „Natürlich freue ich mich über das Wahlergebnis“, sagte Scholz am Sonntagabend in Berlin. „Das ist ein großer Erfolg.“ Viele Wählerinnen und Wähler hätten deutlich gemacht, dass sie einen „Wechsel in der Regierung“ wollten und dass der nächste Kanzler Olaf Scholz heißen solle.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat das mutmaßliche Abschneiden ihrer Partei als das „historische beste Ergebnis“ gelobt. Nach Hochrechnungen vom frühen Sonntagabend können die Grünen mit fast 15 Prozent der Stimmen rechnen. Das bislang beste Ergebnis bei einer Bundestagswahl erreichte die Ökopartei 2009 mit 10,7 Prozent.

„Wir sind erstmals angetreten, um als führende Kraft dieses Land zu gestalten“, sagte Baerbock bei der Wahlparty ihrer Partei in Berlin. „Wir wollten mehr“, räumte sie ein. Das habe nicht geklappt, auch aufgrund eigener Fehler - ihrer Fehler, wie sie präzisierte.

„Dieses Land braucht eine Klimaregierung“, betonte Baerbock, die mit „Annalena“-Sprechchören empfangen wurde. „Dafür kämpfen wir jetzt weiter mit euch allen.“

Co-Chef Robert Habeck umarmte Baerbock auf der Bühne und nannte sie «eine Kämpferin, ein Löwenherz».

Update, 18.53 Uhr - SPD wohl knapp vor der Union - CDU/CDU mit Rekordtief

Nach 16 Jahren Kanzlerschaft von Angela Merkel stürzt die Union mit Armin Laschet auf ein Rekordtief, die SPD mit Olaf Scholz legt zu. Doch noch ist nicht klar, wer von beiden stärkste Kraft wird - und wer aus dem Ergebnis einen Regierungsauftrag ableitet.

Starke Zugewinne für die Sozialdemokraten, massive Verluste für die Union, aber noch keine klaren Verhältnisse: Die CDU/CSU von Armin Laschet und die SPD von Olaf Scholz liefern sich bei der Bundestagswahl ein enges Rennen. Die Union stürzt nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel auf ein Rekordtief, liegt nach Prognosen aber nur knapp hinter der SPD, die in Umfragen zuletzt deutlich vorne war. Die Grünen erobern den dritten Platz vor FDP, AfD und Linken. Die SPD beansprucht nun die Regierungsbildung für sich. Die Union hält ihrerseits die Option einer Koalition mit Grünen und FDP für möglich.

Nach den Prognosen von ARD und ZDF verbessert sich die SPD auf 25 bis 26 Prozent (2017: 20,5 Prozent). Die CDU/CSU fällt auf 24 bis 25 Prozent (32,9). Die Grünen fahren mit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin 14,5 bis 15 Prozent ein (8,9). Die FDP verbessert sich auf 11 bis 12 Prozent (10,7). Die AfD, bisher drittstärkste Kraft, kommt auf 10 bis 11 Prozent (12,6). Die Linke rutscht auf 5 Prozent ab (9,2). Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), als Partei nationaler Minderheiten von der Fünf-Prozent-Hürde befreit, kann laut ARD-Prognose einen Abgeordneten in den Bundestag schicken.

Die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ändern sich damit deutlich, die konkrete Sitzverteilung hängt aber unter anderem davon ab, ob es die Linke ins Parlament schafft. Wahlforscher weisen außerdem darauf hin, dass die 18-Uhr-Prognosen wegen vieler Briefwähler unsicherer sein könnten als früher.

Update, 18.40 Uhr - Grünen-Fraktionschef Hofreiter: „Hätten uns mehr erhofft“

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter ist mit dem Abschneiden seiner Partei in den Prognosen zur Bundestagswahl unzufrieden. Dem Bayerischen Fernsehen sagte er: „Wir hätten uns mehr erhofft.“ Jetzt gehe es darum, das Beste aus dem Ergebnis zu machen.

Erst einmal aber freue er sich, dass das Ergebnis der Grünen deutlich stärker sei als bei der vorherigen Bundestagswahl. Auf die Frage nach der favorisierten Koalition antwortete Hofreiter zurückhaltend: Der Wahlabend werde noch spannend, erst müsse man schauen, „was insgesamt raus kommt“.

Update, 18.30 Uhr - Herbe Verluste für CSU

Bei der Bundestagswahl in Bayern muss die CSU nach ersten Prognosen herbe Verluste einstecken. Nach ersten Infratest-dimap-Zahlen des Bayerischen Rundfunks kommen die Christsozialen unter ihrem Vorsitzenden Markus Söder nur noch auf 33 Prozent. Wenn es bei dem Ergebnis bleibt, ist es das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl seit 1949.

Die SPD kam in Bayern laut der Prognose auf 16,5 Prozent. Die Freien Wähler können den Zahlen von 18 Uhr zufolge mit 6 Prozent rechnen, die Linke mit 3 Prozent. Im Bayern waren rund 9,4 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl des neuen Deutschen Bundestages aufgerufen.

Die CSU muss erstmals seit Jahren den Verlust von Direktmandaten fürchten: Insbesondere in München und Nürnberg machen sich SPD und Grüne Hoffnungen, der CSU einen oder mehrere der insgesamt 46 Wahlkreise im Freistaat abzujagen. Bei der Bundestagswahl 2005 hatte die CSU letztmals nicht alle Direktmandate in Bayern holen können. 

Update, 18.02 Uhr - Enges Rennen ums Kanzleramt

Die erste Hochrechnung zur Bundestagswahl 2021 ist da. Laut ersten Prognosen der ARD liegen SPD und Union mit 25 Prozent gleichauf. Dahinter folgen die Grünen mit 15 Prozent. Die FDP kommt auf 11 Prozent, AfD ebenfalls mit 11. Die Linke würde mit 5 Prozent den Einzug in den deutschen Bundestag knapp schaffen.

Das ZDF sieht in ihrer ersten Umfrage dagegen die SPD mit 26 Prozent knapp vor der Union, die mit 24 Prozent auf dem zweiten Platz liegt. Die Grünen würden laut dem zweiten öffentlich-rechtlichen Sender auf 14,5 Prozent kommen. Die FDP käme laut 12 Prozent, AfD auf 10, die Linke auf 5 Prozent.

Update, 17.44 Uhr - Wahllokale schließen bald

Es wird langsam ernst. Um 18 Uhr schließen in München die Wahllokale. Kurz darauf werden auch die ersten Hochrechnungen erhofft.

Bei den Wahlen in Berlin ist es vor zahlreichen Wahllokalen in der ganzen Stadt zu langen Warteschlangen gekommen. Wahlberechtigte mussten mitunter länger als eine Stunde bis zum Kreuz in der Wahlkabine anstehen. Der Bezirk Mitte meldete für das Wahllokal 100 zeitweise sogar Wartezeiten von mehr als zwei Stunden.

Gleich vier Entscheidungen mit entsprechend vielen und teils langen Wahlzetteln standen an. Neben der Bundestagswahl lief auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus. Zudem wurde über zwölf Bezirksparlamente neu bestimmt. Außerdem konnten Wählerinnen und Wähler darüber abstimmen, ob große Wohnungskonzerne mit mehr als 3000 Wohnungen enteignet werden sollen. Nach Angaben der Landeswahlleitung gab es in Berlin noch nie so viele Abstimmungen an einem Tag.

Bis Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr konnte nach Angaben aus der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin wählen, wer entsprechend rechtzeitig in der Schlange stand. Zu Verzögerungen führten auch die coronabedingt notwendigen Hygienemaßnahmen. Zudem waren zahlreiche Wahlhelfer abgesprungen, die durch Nachrücker ersetzt werden mussten.

Verzögerungen gab es auch durch Pannen. So wurden in einigen Wahllokalen Stimmzettel für die Abgeordnetenhauswahl aus den Bezirken Friedrichshain/Kreuzberg und Charlottenburg/Wilmersdorf vertauscht. Bis die richtigen Stimmzettel vorlagen, mussten die Wahllokale zeitweise schließen.

Update 17.26 Uhr - Stellvertretender AfD-Landesvorsitzender Bayern wirft hin

Hansjörg Mülller, stellvertretender Vorsitzender der AfD Bayern, hat sein Amt niedergelegt. Seinen Rücktritt gegenüber der Partei erklärte er bereits im Juli. Um ihr im Bundestagswahlkampf nicht zu schaden, machte er seinen Schritt erst am späten Nachmittag des 26. September öffentlich.

In seiner Pressemitteilung heißt es: „Der Führungsstil der bayerischen Landesvorsitzenden und ihrer Unterstützer entspricht dem ,Jogginghosenniveau‘, das der Bundesvorsitzende vorgeblich in der Partei nicht haben möchte. Hinterzimmerabsprachen und persönliche Beleidigungen ziehen sich durch die Vorstandssitzungen.“ Seine Anträge, das zu ändern, seien über Monate hinweg ignoriert worden. Müller wörtlich: „Deshalb beendete ich im Juli meine Mitarbeit im bayerischen AfD-Landesvorstand.“

Müller saß seit 2017 im Bundestag und gehörte der als rechtsextrem eingestuften Parteiströmung „Der Flügel“ an. Für die Bundestagswahl 2021 hatte die AfD ihn nicht mehr auf die Landesliste genommen.

Update 17.03 Uhr - Aiwanger twittert unzulässigerweise Prognose-Zahlen

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger ist wegen der kurzzeitigen Veröffentlichung von Wahlprognose-Zahlen in die Kritik geraten. In einem Tweet auf Aiwangers Profil, der wenig später wieder gelöscht wurde, wurden am Sonntag Zahlen aus einer Nachwahlbefragung der Forschungsgruppe Wahlen genannt - verbunden mit dem Aufruf, die “letzten Stimmen” nun den Freien Wählern zu geben.

CSU-Generalsekretär Markus Blume griff Aiwanger scharf an und forderte Konsequenzen. „Hubert Aiwanger verbreitet vor 18 Uhr Prognoseergebnisse und verbindet sie mit einem Wahlaufruf”, schrieb Blume auf Twitter und fügte hinzu: „Ein unglaublicher Fall von Wahlmanipulation und Wählerbeeinflussung. Das ist zutiefst undemokratisch und muss Konsequenzen haben!”

Laut Bundeswahlgesetz ist es eine Ordnungswidrigkeit, vor Schließung der Wahllokale “Ergebnisse von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe über den Inhalt der Wahlentscheidung” zu veröffentlichen. Dies kann „mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro geahndet werden”.

Update 16.24 Uhr - Hohe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

Bei der Bundestagswahl lag die Wahlbeteiligung an der Urne, also vor Ort im Wahllokal, bis 14 Uhr bei 36,5 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei 41,1 Prozent gelegen. Die abgegebenen Stimmen der Briefwählerinnen und Briefwähler sind hierbei allerdings nicht berücksichtigt.

„Die aktuell ermittelte Wahlbeteiligung liegt erwartungsgemäß unter dem Wert von 2017, da wir von einem deutlich erhöhten Anteil von Briefwählerinnen und Briefwählern ausgehen, deren Wahlbeteiligung zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Ermittlung des endgültigen Wahlergebnisses festgestellt wird“, so Bundeswahlleiter Georg Thiel.

Der Bundeswahlleiter hat diesen Zwischenstand zur Wahlbeteiligung in Zusammenarbeit mit den Landeswahlleitungen auf Grundlage der Wahlbeteiligung in ausgewählten Wahllokalen für ganz Deutschland ermittelt und dankt allen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern, die dabei mithelfen, den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl sicherzustellen. „Mit der Wahrnehmung dieses Ehrenamtes erweisen die vielen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer unserer Demokratie - und damit uns allen - einen großen Dienst.“

Der Bundeswahlleiter ruft alle Wahlberechtigten, die ihre Stimmen bislang noch nicht abgegeben haben, dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Wahllokale sind noch bis 18 Uhr geöffnet. Bei der letzten Bundestagswahl 2017 hatte die Wahlbeteiligung nach dem amtlichen Endergebnis 76,2 Prozent betragen.

Update, 15.28 Uhr - Beide Kreuze erkennbar: Laschet-Stimmabgabe sorgt für Diskussionen

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hat bei der Stimmabgabe zur Bundestagswahl den Stimmzettel so gefaltet, dass beim Einwerfen in die Urne seine Kreuze für die CDU zu sehen waren. Das ist auf Fotoaufnahmen zu erkennen. Die Szene in Laschets Wahllokal in Aachen sorgte am Sonntag im Netz prompt für Diskussionen. Auch die Wahlentscheidung von Laschets Frau, die ebenfalls kurz darauf ihre Stimme abgab, ist zum Teil auf den Fotos erkennbar. Auf Twitter wurde daraufhin diskutiert, ob der nordrhein-westfälische Ministerpräsident auf korrekte Art und Weise seine Stimme abgegeben hat.

Armin Laschet, Bundesvorsitzender der CDU, Spitzenkandidat seiner Partei und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und seine Frau Susanne bei der Stimmabgabe zur Bundestagswahl.

Der Bundeswahlleiter wies am Nachmittag über Twitter darauf hin, dass es nicht überraschend sei, dass Laschet seine eigene Partei gewählt habe. «Eine Wählerbeeinflussung kann darin nicht gesehen werden.» Darüber hinaus erklärte er, die Wahlvorschriften seien eindeutig. «Der Wahlvorstand hat Wählerinnen und Wähler zurückzuweisen, die den Stimmzettel so gefaltet haben, dass die Stimmabgabe erkennbar ist. Dies dient dazu, dass andere Wählende nicht beeinflusst werden.»

Wenn es zu einer «Fehlfaltung» komme, sei vorgesehen, dass der Wahlvorstand einen neuen Stimmzettel austeilt. «Gelangt der Stimmzettel dennoch in die Wahlurne, kann er nicht mehr aussortiert werden und ist gültig.» Laschet konnte seinen Stimmzettel einwerfen.

Die CDU wollte sich am Sonntag zunächst nicht zu dem Vorgang äußern. Auch der Wahlvorstand in Aachen war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Auf der Webseite der Bundeswahlleitung stehen Regeln zur Stimmabgabe, aus denen hervorgeht, dass die Wahlentscheidung nicht bei der Stimmabgabe erkennbar sein darf. Unter anderem heißt es: «Bei der Urnenwahl muss der Wähler um das Wahlgeheimnis zu wahren, in der Wahlkabine seinen Stimmzettel – nachdem er ihn gekennzeichnet hat – in der Weise falten, dass seine Stimmabgabe nicht erkennbar ist. Der Wähler wirft dann den so gefalteten Stimmzettel in die Wahlurne.»

Update, 15.10 Uhr - Baerbock hofft auf besseres Grünen-Ergebnis als in Umfragen

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hofft bei der Bundestagswahl auf ein besseres Ergebnis für ihre Partei als in den Meinungsumfragen. «Es wird auf jede Stimme ankommen bei dieser Wahl, das haben wir ja in den letzten Wochen gesehen, wie Spitz auf Knopf es gehen wird», sagte die Grünen-Vorsitzende am Sonntag bei der Stimmabgabe in ihrem Wahllokal in Potsdam. «Wir erhoffen uns natürlich noch ein paar Stimmen mehr mit Blick auf die Umfrageergebnisse, damit wir einen echten Aufbruch in diesem Land schaffen können.»

In Umfragen zur Bundestagswahl kam die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz auf 25 bis 26 Prozent, die Union mit Kanzlerkandidat Armin Laschet auf 22 bis 25 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 16 bis 17 Prozent. Meinungsumfragen sind allerdings nur Momentaufnahmen der politischen Stimmungslage und sagen nichts über das Wahlergebnis aus. Wegen der hohen Zahl zuletzt noch unentschlossener Wählerinnen und Wähler gilt dies bei dieser Wahl umso mehr.

Update, 13.54 Uhr - Viele junge Wähler in Wasserburg

Die Wahlhelfer im Rathaus Wasserburg berichten von einer ausgesprochen guten Beteiligung. Auffällig sei vor allem große Zahl der Jüngeren, die zur Wahl gingen. Besondere Vorkommnisse wurden nicht beobachtet. Ein 61-Jähriger, der gerade zur Stimmabgabe ging, sagte zu seinen Erwartungen: „So spannend war es noch nie.“ Morgen gehe das Leben aber weiter. Ein 31-jähriger Wähler sagte, er hoffe auf eine Steuersenkung und eine Absage an ein Tempolimit. Auch im Wahllokal in der Salzburger Straße verlief der Urnengang bis zum Mittag reibungslos, der Wahlvorstand, berichtete lediglich von einem Ehepaar, das sich lautstark im Raum unterhalten habe. Hier habe er um Ruhe bitten müssen. Bis zur Mittagszeit hatten dort nach Schätzungen etwa 20 Prozent der Wahlberechtigten (ohne Briefwähler) ihre Stimme abgegegen.

Update, 13.27 Uhr - Mehr als 4200 Straftaten mit Wahlkampf-Zusammenhang

Im Zusammenhang mit dem Wahlkampf haben die Sicherheitsbehörden einem Medienbericht zufolge bislang mehr als 4200 Straftaten registriert. Die «Welt am Sonntag» beruft sich dabei auf eine Umfrage unter den Bundesländern, wobei einzig Hessen keine konkreten Zahlen genannt habe. Demnach handele es sich vor allem um Sachbeschädigungen, insbesondere an Wahlplakaten. Aber auch Gewaltdelikte, Propagandadelikte und Beleidigungen seien verzeichnet worden.

Der Zeitung zufolge sind nicht nur Straftaten im Vorfeld der Bundestagswahl enthalten, sondern auch Fälle im Zusammenhang mit anderen Wahlkämpfen wie in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Dort werden an diesem Sonntag parallel zum Bundestag die Landesparlamente neu gewählt.

Die Zahl decke sich mit Angaben des Bundeskriminalamtes in einem internen Lagebild, aus dem die «Welt am Sonntag» zitiert. Demnach hatte das BKA zwei Wochen vor der Bundestagswahl 4035 Straftaten registriert, darunter 42 Gewaltdelikte. Zwei Drittel der Taten hätten die Behörden keinem politischen Spektrum zuordnen können, der Rest verteile sich auf das linksextreme und das rechtsextreme Spektrum.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der «Welt am Sonntag»: «Es ist der erste Wahlkampf, in dem ich erlebe, dass quasi bei jeder öffentlichen Veranstaltung größere Gruppen häufig aggressiver Störer auftreten». In Deutschland habe sich eine Art «Pandemie-Extremismus» gebildet. Dieser sei politisch schwer zu verorten, werde aber von «Rechtsaußen» wie der AfD befördert. «Und aus dem Kreislauf von Hetze und Hass werden Taten», so Spahn weiter.

Update, 13.00 Uhr - In Bayern zeichnet sich höhere Wahlbeteiligung ab

Bei der Bundestagswahl zeichnet sich in diesem Jahr in Bayerns größten Städten eine höhere Wahlbeteiligung ab. In der Landeshauptstadt München hatten bis 11 Uhr am Sonntagvormittag schon knapp 60 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. Dort ist der Anteil der Briefwähler besonders hoch. Ein ähnlicher Wert war bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2017 erst gegen 14 Uhr erreicht.

In Nürnberg wählten bis 11 Uhr nach Angaben eines Sprechers des Wahlamtes 14,4 Prozent. Das sind gut zwei Prozentpunkte mehr als am Wahlsonntag 2017 um diese Zeit. In Nürnberg werden die Briefwahlstimmen - anders als in München - nach und nach «anteilig eingerechnet», wie der Sprecher sagte.

Update, 12.44 Uhr - So berichten wir von der Bundestagswahl

Wie wird die CSU in Bayern reüssieren? Und wie werden die Freien Wähler abschneiden? Gerade für Bayern verspricht die Bundestagswahl einiges an Spannung. Mit der ersten Hochrechnung ist zwischen 18.15 und 18.30 Uhr zu rechnen. Wie die Wahl in den Wahlkreisen in unserer Region ausgefallen ist erfahren unsere Leser live ab 18 Uhr mit minütlicher Live-Berichterstattung sowie allen Stimmen und Reaktionen aus Rosenheim, Traunstein und Altötting.

Update, 10.28 Uhr - Ruhiger Vormittag in Wasserburg

Ruhig ging es zu an diesem sonnigen Vormittag im Wahllokal in der Wasserburger Volkshochschule. Ein Ehepaar mit Kind war zu sehen und ein paar einzelne Wähler. Eine Frau, die mit ihrem Hund zum Wählen ging, wurde vom Wahlvorstand freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass das Tier leider draußen bleiben muss. Gegen 13 Uhr sollte die erste Schicht der Wahlhelfer abgelöst werden.

Update, 08.30 Uhr - 2G, 3G oder Test? Diese Regeln gelten im Wahllokal

Die Bundesregierung und der Bundeswahlleiter haben klargestellt: Auch wer ungeimpft oder ungetestet ist, darf im Wahllokal seine Kreuze machen – schließlich ist Wählen ein Grundrecht und die Stimmabgabe sollte möglichst wenig eingeschränkt werden. Alle Infos rund um die Regelungen im Wahllokal gibt es hier zusammengefasst.

Update, 08.00 Uhr - Nächster Bundestag könnte über 900 Abgeordnete zählen

Der nächste Bundestag, der an diesem Sonntag gewählt wird, könnte nach Berechnungen des Wahlforschers Robert Vehrkamp mehr als 900 Abgeordnete groß werden. Auf der Basis des letzten ZDF-«Politbarometers» vor der Wahl vom Donnerstag berechnete der Wissenschaftler von der Bertelsmann Stiftung eine Bandbreite von 672 bis 912 Mandaten. In einem mittleren Szenario kommt er auf 810 Abgeordnete. Derzeit zählt der Bundestag 709 Abgeordnete und ist damit schon so groß wie nie zuvor.

Mehr als zwei Drittel der Deutschen halten dies bereits für zu groß. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 71 Prozent, dass dem Parlament zu viele Abgeordnete angehörten. 11 Prozent sagten, sie hielten die Anzahl der Sitze für genau richtig. Nur 3 Prozent meinten, der Bundestag müsse vergrößert werden.

Die Normgröße des Bundestags liegt bei 598 Abgeordneten - 299 per Erststimme in den Wahlkreisen direkt gewählte Parlamentarier und 299 über die Landeslisten einziehende Abgeordnete. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate steigt diese Zahl jedoch.

Überhangmandate entstehen dann, wenn eine Partei mehr Direktmandate erzielt als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis zustehen. Die Parteien dürfen diese Überhangmandate behalten. Damit sich die über das Zweitstimmenergebnis ermittelten Mehrheitsverhältnisse trotzdem tatsächlich im Bundestag abbilden, erhalten die anderen Parteien dafür Ausgleichsmandate.

Update, 08.00 Uhr - Bundestagswahl beginnt - Wahllokale geöffnet

Die Bundestagswahl läuft: Seit 8.00 Uhr haben auch in Bayern die Wahllokale geöffnet - bis heute Abend um Punkt 18.00 Uhr. Im Freistaat sind rund 9,4 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl des neuen Deutschen Bundestages aufgerufen. Viele von ihnen haben ihre Stimme auch schon vorab per Briefwahl abgegeben - vielerorts im Freistaat zeichnete sich ein Briefwahl-Rekord ab.

Insgesamt treten in Bayern laut Landeswahlleiter 967 Kandidatinnen und Kandidaten auf 26 Landeslisten und als Wahlkreiskandidaten an.

mit Material der dpa

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