Die Liste der eiligen Familienunternehmer

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Alexander König, Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU

16 Landtagsabgeordnete stellten noch im Jahr 2000 nahe Verwandte ein – zwölf gehören zur CSU, vier zur SPD Insgesamt 16 Abgeordnete des Landtages stellten laut Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) noch im Jahr 2000 nahe Verwandte an.

16 Landtagsabgeordnete stellten noch im Jahr 2000 nahe Verwandte ein – zwölf gehören zur CSU, vier zur SPD

Insgesamt 16 Abgeordnete des Landtages stellten laut Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) noch im Jahr 2000 nahe Verwandte an. Sie beruft sich dabei meist auf Angaben der Betroffenen selbst:

Dieter Appelt (SPD) stellte am 1. August 2000 seine Ehefrau ein, allerdings war er erst einen Monat zuvor in den Landtag nachgerückt. Er war bis 2003 Abgeordneter.

Helmut Brunner (CSU), Landwirtschaftsminister, beschäftigte seine Frau ab dem 1. Januar 2000. Er betont, dass es damals noch keine Diskussion um eine Verschärfung der Regeln gegeben habe. Im Landtag ist Brunner seit 1994.

Gerhard Eck (CSU), Staatssekretär im Innenministerium, stellte noch am 1. September 2000 seine Ehefrau ein. Er begründet das damit, dass ein anderer Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt aufgehört habe. Eck gehört dem Landtag seit 1998 an.

Josef Göppel (CSU) stellte am 1. Januar 2000 seine Ehefrau und zwei seiner Töchter ein. Der heute 62-Jährige gehörte dem Landtag von 1994 bis 2002 an. Seitdem sitzt er im Bundestag. Er begründet die Anstellung seiner Frau mit einer fehlgeschlagenen Nierentransplantation, die Fahrdienste nötig machte. Seine Töchter hätten als Studentinnen seine Webseite entworfen. Frau und Töchter hätten jeweils 325 Euro monatlich bekommen.

Heinz Köhler (SPD) stellte am 1. April 2000 seine Ehefrau an. Er gehörte dem Landtag von 1994 bis 2002 an und wechselte dann in den Bundestag, wo er bis heute ein Mandat hat.

Alexander König (CSU), Parlamentarischer Geschäftsführer und stellvertretender Fraktionschef, stellte seine Ehefrau zum 1. August 2000 wieder ein, nachdem sie bereits von 1998 bis Ende 1999 für ihn gearbeitet hatte. Er gehört dem Landtag seit 1998 an.

Johann Neumeier (CSU) beschäftigte schon seit 1993 seine Ehefrau, stellte dann zum 1. September 2000 auch noch seine Tochter an. Mitglied des Landtages war er von 1990 bis 2008 und gehörte unter anderem dem Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen an.

Eduard Nöth (CSU) engagierte nach seiner Ehefrau und einer Tochter (beide ab 1998) am 30. April 2000 auch seine zweite Tochter. Nöth sitzt seit 1998 im Landtag und gehört unter anderem dem Ältestenrat an.

Gudrun Peters (SPD) stellte ihren Sohn vom 1. Januar 2000 bis 31. März 2001 an. Sie war von 1994 bis 2008 im Landtag.

Berta Schmid (CSU) beschäftigte seit 1995 ihren Ehemann und bis zum 30. April 2000 ihre Tochter, am 1. Mai 2000 stellte sie dann ihren Sohn statt ihrer Tochter an. Schmid war von 1994 bis 2008 im Landtag.

Rita Schweiger (CSU) hatte ihren Ehemann schon einmal von Januar 1998 bis April 1999 beschäftigt, am 1. Januar 2000 stellte sie ihn wieder an. Schweiger war von 1982 bis 2003 Abgeordnete im Landtag. Unserer Zeitung sagte sie, sie habe ihren Mann eingestellt, als dieser in den Ruhestand gegangen sei. Seine Aufgaben seien gewesen, vertrauliche Post zu öffnen und während des Urlaubs Anrufe zu beantworten.

Bernd Sibler (CSU), Staatssekretär im Kultusministerium, beschäftigte seine Ehefrau ab dem 1. September 2000. Dem Landtag gehört Sibler seit 1998 an.

Hans Stockinger (CSU) beschäftigte schon seit 1990 seine Ehefrau. Am 28. Juni 2000 engagierte er dann auch noch zwei Töchter. 2008 wurde Stockinger nicht mehr in den Landtag gewählt, dem er seit 1990 angehört hatte.

Peter Welnhofer (CSU) stellte seine Tochter am 30. März 2000 ein, seine Ehefrau arbeitete bereits seit 1999 für ihn. Dem Landtag gehörte Welnhofer von 1986 bis 2008 an, er war Mitglied der Kommission, die die Verschärfung der Regeln bei der Beschäftigung von Verwandten erarbeitete.

Georg Winter (CSU), ehemaliger Vorsitzender des Haushaltsausschusses, engagierte noch am 1. November 2000 seine damals 13 und 14 Jahre alten Söhne. Dem Landtag gehört er seit 1990 an, als Vorsitzender des Haushaltsausschusses trat er im Zuge der Verwandtenaffäre zurück.

Ein weiterer bereits verstorbener SPD-Abgeordneter.  pv

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