Kommunalwahl 2020: Stichwahlen im Landkreis Rosenheim

In diesen Kommunen bahnt sich ein Duell um den Chefposten an

Bad Aibling ist eine von insgesamt neun Kommunen, in denen am 29. März Stichwahlen ansteht. 
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Bad Aibling ist eine von insgesamt neun Kommunen, in denen am 29. März Stichwahlen ansteht. 
  • Marina Birkhof
    vonMarina Birkhof
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Landkreis Rosenheim - Am Sonntag, 29. März 2020, kommt es in einigen Kommunen sowohl bei der Bürgermeisterwahl als auch bei der Wahl des Landrats zu einer Stichwahl. Ein Überblick, zwischen welchen Kandidaten in der Region ein Duell um den neuen Posten ansteht. 

>>>Hier im Ticker: Alle Entwicklungen nach der Kommunalwahl 2020<<<

Wegen der akuten Corona-Krise wird bei der Stichwahl zur Kommunalwahl in Bayern am 29. März ausschließlich Briefwahl möglich sein. Dazu werden die Briefwahl-Unterlagen den Wählern automatisch per Post zugestellt, ohne dass diese einen Antrag stellen müssen. Eine Stimmabgabe im Wahllokal wird es nicht geben.  

Landratswahl im Kreis Rosenheim

Bei der Kommunalwahl am Sonntag, 15. März, gab es einige Überraschungen. Spannend bleibt die Wahl um den neuen Landrat im Kreis Rosenheim: Neun Kandidatinnen und Kandidaten bewarben sich insgesamt um die Nachfolge von Wolfgang Berthaler. Die anstehende Stichwahl entscheidet nun zwischen Otto Lederer (CSU) und Ulla Zeitlmann (Grüne)

Ein Wahlkampf in außergewöhnlichen Zeiten, auf den sich Grünen-Kandidatin Ulla Zeitlmann einstellen möchte. Deshalb wird ihr Wahlkampf komplett digital und analog stattfinden. Zeitlmann denkt an Video-Übertragungen, in denen sie den Bürgern Rede und Antwort stehen kann und möchte auch in den Social-Media-Kanälen Präsenz zeigen. 

Ich möchte die Corona-Krise auf keinen Fall mit Themen wie Arten- und Klimaschutz niederbügeln. Unsere Rolle ist es jetzt primär den Bürgern zuzuhören und auf Bedürfnisse einzugehen. Wo hakt es, wie kann verbessert werden, was muss wie kommuniziert werden - gerade in Krisenzeiten", betont die Landratskandidatin, die 16 Prozent der Wählerstimmen für sich gewinnen konnte. 

Otto Lederer (CSU) ging mit 41,1 Prozent als klarer Sieger aus der ersten Runde der Landratswahl am 15. März.Auch er setzt aufgrund des Virus auf Wahlkampf in Digital und Print, möchte verstärkt Facebook und Instagram sowie die Online-Medien nutzen: "Per Mail oder Telefon können die Bürger jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen - gerade in Krisenzeiten möchten wir Präsenz zeigen, für die Leute da sein, ihre Ängste oder Anregungen wahrnehmen." 

Lederer weiter: "Corona zeigt uns, wie wichtig ein funktionierendes Gesundheitssystem im ländlichen Raum ist, die RoMed-Kliniken zu erhalten und auszubauen oder die Wirtschaft zu unterstützen." Weitere Themen, die Lederer fokussiert: Mobilität durch ein Nahversorgungskonzept sowie Natur- und Klimaschutz gemeinsam mit der Landwirtschaft statt gegen die Landwirte. 

Oberbürgermeisterwahl in Rosenheim

47,5 Prozent Wahlbeteiligung verbuchte die Stadt Rosenheim bei der Wahl des Oberbürgermeisters. Die Wähler stimmten zu 45,6 Prozent für CSU-Kandidat Andreas März. Er muss nun gegen Franz Opperer (Grüne), der 22,5 Prozent der Stimmen bekam, in die Stichwahl.

Andreas März (CSU) erklärt, er habe mit einer Stichwahl gerechnet: "Natürlich wäre es schön gewesen, wenn wir es gleich im ersten Wahlkampf geschafft hätten. Die Umstände sind aber mit sieben Kandidaten und in diesen akut schwierigen Zeiten andere. Ich bin dennoch mehr als zufrieden." März will jetzt in den nächsten zwei Wochen seine Wähler und auch die, die ihn noch nicht gewählt haben, überzeugen.

Franz Opperer (Grüne) freut sich, es in die Stichwahl geschafft zu haben: "Unser Wahlkampf war ehrlich und authentisch. Wir haben das Maximum gegeben. Jetzt werden wir verstärkt auf unsere Themen setzen und versuchen, möglichst viele Unterstützer der anderen Parteien zu bekommen." Man wolle sich nun in den kommenden zwei Wochen nochmal auf den Wahlkampf fokussieren und diesen coronatauglich gestalten.

Bürgermeisterwahl in Bad Aibling 

Stephan Schlier (CSU) und Martina Thalmayr (Grüne) lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Bürgermeister-Posten. Das Endergebnis: 29,9 Prozent für Schlier und 27,9 Prozent für Thalmayr. Somit kommt es zwischen den beiden Kandidaten am 29. März zur Stichwahl

"Wir sind zufrieden, es war gar nicht absehbar wie es ausgeht. Die Karten sind nachdem Bürgermeister Schwaller nicht mehr angetreten ist ganz neu gemischt. Wir haben es uns von Anfang an zugetraut, in die Stichwahl zu kommen", sagt Stephan Schlier nach der Wahl am vergangenen Sonntag. 

Fürs erste sind sei man "sehr zufrieden". "Jetzt gilt es, die Wähler weiter zu überzeugen, dass wir die Richtigen sind. Die Corona-Epidemie zeigt, dass die Bürger Antworten auf noch ganz andere Fragen haben wollen als nur in Bezug auf den Klimaschutz, bei dem wir gut aufgestellt sind. Es geht um Sicherheit und Stabilität - und um die Frage: Wem trauen es die Wähler am ehesten zu, dass hier vernünftig und gut gehandelt wird", betont Schlier im Gespräch mit rosenheim24.de.

"Ich freue mich und bin sehr erleichtert", konstatierte Politneuling Martina Thalmayr kurz nachdem das Ergebnis bekannt wurde. "Das war ja eine Situation, die völlig neu ist für mich. Am Nachmittag war ich noch sehr aufgeregt." 

Das erklärte Ziel sei gewesen in die Stichwahl zu kommen. "Wir haben ehrlich gesagt schon ein bisschen damit gerechnet, dass es zur schwarz-grünen Stichwahl kommen wird. Ich bin so zufrieden damit und freue mich, weil wir ja eine schwarze Hochburg sind." Das Ergebnis zeige, dass die Weichen für Bad Aibling neu gestellt sind, betont Thalmayr weiter. "Es macht mich hoffnungsfroh. Ich will einfach eine gute Zukunft für Bad Aibling."

Bürgermeisterwahl in Bad Endorf 

Spannend bleibt es in der Marktgemeinde Bad Endorf um den Kampf um den Bürgermeister-Sessel. 

Amtsinhaberin Doris Laban (Aktionsbündnis für Bad Endorf) hat nur 22,9 Prozent geholt und muss in die Stichwahl gegen den CSU-Kandidaten Alois Loferer, der die erste Runde mit 37,7 Prozent deutlich gewann. 

Bürgermeisterwahl in Bernau 

Sehr knapp wurde es in Bernau am Chiemsee: Amtsinhaber Philipp Bernhofer (Bernauer Liste) muss in die Stichwahl

Herausforderin Irene Biebl-Daiber (CSU) sicherte sich 30,1 Prozent aller Wählerstimmen, Bernauer erreichte 31,1 Prozent

Bürgermeisterwahl in Eggstätt 

In Eggstätt duellieren sich Hans Plank (CSU) und Christian Glas (Freie Bürger) in der Stichwahl

Plank erreichte 31,6 Prozent der Wählerstimmen, Glas 45,9 Prozent

Bürgermeisterwahl in Flintsbach 

In Flintsbach geht es bei der Stichwahl um die Frage, ob der bisherige Bürgermeister Stefan Lederwascher (CSU) sein Amt weiterführen kann oder ob sein Herausforderer Holger Steiner (Parteifreie Flintsbach/Fischbach) den Amtsinhaber ablösen kann. 

Am 15. März bekam Lederwascher nur 48,5 Prozent der Wählerstimmen, Steiner erreichte 34,39 Prozent

Bürgermeisterwahl in Halfing 

In Halfing kommt es zur Stichwahl zwischen Sepp Stettner von den Freien Wählern und Regina Braun von der CSU

Braun überzeugte 49 Prozent der Halfinger Bürger, Stettner holte 34,4 Prozent der Stimmen.

Bürgermeisterwahl in Prien

In Prien geht es bei der Stichwahl um die Frage, ob sich Annette Resch (CSU) durchsetzt oder Andreas Friedrich (ÜWG) die Nase vorne hat. 

Resch holte 33,2 Prozent im ersten Durchgang und Friedrich 31,9 Prozent aller Stimmen.

Bürgermeisterwahl in Riedering

In Riedering ging Christoph Vodermaier (Freie Wählergemeinschaft) mit 49,7 Prozent der Stimmen als Sieger aus der ersten Runde. Er geht mit Dr. Andreas Uhlig in die Stichwahl

Der parteifreie Bürgermeister-Kandidat der CSU konnte am 15. März 44,7 Prozent an Stimmen für sich verbuchen. 

mb

Quelle: rosenheim24.de

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