Kultur der Gleichgültigkeit

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Terror: Wo bleibt der Aufschrei der Muslime? Pünktlich zum Beginn der Waffenstillstands-Verhandlungen in Kairo präsentiert Israel den Kopf der Mörderbande, die für die Tötung dreier israelischer Talmud-Schüler verantwortlich sein soll.

Die Regierung in Jerusalem glaubt über Beweise dafür zu verfügen, dass die Hamas die Ermordung der drei Jugendlichen dirigiert hat – und damit auch die moralische Schuld am Ausbruch des Krieges trägt, der fast 2000 Menschen das Leben kostete.

Bestätigen sich die Vorwürfe, legitimiert das keineswegs das überharte Vorgehen Israels gegen Gaza. Aber es wäre doch ein weiterer Beleg dafür, dass es sich bei der Hamas um eine Terrorbande handelt, mit der zu verhandeln unmöglich ist. In den Augen des Westens fügt sich auch dieser Mosaikstein in das Bild einer Region – und einer Religion –, deren Söhne sich als allzu empfänglich für die Sendboten des Terrors erweisen. Fassungslos verfolgt die Welt den grausamen Siegeszug der Isis-Gotteskrieger, die Arabien von Damaskus bis Bagdad zurück in die Steinzeit bomben, fanatisch unterstützt von aufgehetzten Euro-Dschihadisten und finanziert von den Öl-Monarchien Katar und Saudi-Arabien.

Doch die Muslime, denen eine Karikatur reicht, um dem Westen wie auf Knopfdruck hunderttausendfach ihren Hass entgegenzuschleudern, bleiben merkwürdig still. Kein Aufschrei, nirgendwo, auch nicht in Europa. Nicht gegen die Gräueltaten der Isis und deren Horrorvideos von der Ermordung Andersgläubiger, nicht gegen das Terror-Sponsoring der Öl-Scheichs, nicht gegen das Leid, das Boko-Haram-Kämpfer im Namen des Islam Christen zufügen, ganz zu schweigen vom schrecklichen Tod der drei Israelis; emsig demonstriert wurde erst nach dem Rachemord an einem jungen Palästinenser. Mit einer solchen Kultur der Gleichgültigkeit werden die Repräsentanten des Euro-Islam nicht den von ihnen (und Ex-Bundespräsident Wulff) geforderten Platz in der Mitte unserer Zivilgesellschaft einnehmen können. Diese ist von einer anderen Kultur geprägt: der des Mitgefühls und des Sich-Einmischens. Gleich, ob Gewalt Christen oder Juden trifft. Oder, wie auf furchtbare Weise in Syrien oder Gaza, unschuldige Muslime. Unmutsbekundungen entsetzter Bürger und waschkörbeweise Leserbriefe zeugen überall in Europa davon.

Georg Anastasiadis

Sie erreichen den Autor unter

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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