Statement in Talkshow

Debatte um Kruzifix-Beschluss: CSU-Frau sorgt mit dieser Äußerung für weitere Unruhe

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
„Keine besonders kluge Idee“: Bayerns Wissenschaftsministerin Marion Kiechle relativierte ihre Erklärung später.

Bayerns neuer Ministerpräsident Markus Söder bekommt nach seiner Kruzifix-Anordnung Gegenwind von vielen Seiten. Nun sorgt auch ein Mitglied seiner Partei für Aufregung.

Update 30. April, 08.28 Uhr

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, äußerte sich auf Facebook zurückhaltend. Er wolle die Debatte nicht personalisiert führen, „sondern hart an der Sache“. Wichtig sei ihm, die Inhalte, für die das Kreuz stehe, „in die Herzen der Menschen zu bringen“. Es dürfe aber nie für irgendwelche Zwecke instrumentalisiert werden.

In einer Umfrage lehnten unterdessen 64 Prozent der Befragten eine Kreuzpflicht für Behörden ab, 29 Prozent waren dafür. Bayerns Wissenschaftsministerin Marion Kiechle (CSU) sorgte für Unruhe: Zunächst bezeichnete sie in einer Talkshow den Erlass als „keine besonders kluge Idee“. Später sagte sie in einer Erklärung der Staatsregierung: „Ich stehe klar zum einstimmigen Beschluss des bayerischen Kabinetts, (...) weil das Kreuz für die christliche Tradition Bayerns steht“.

„Hat es nicht verstanden“ - Kardinal Marx attackiert Söder im Kruzifix-Streit heftig

Kardinal Marx greift Markus Söder und die bayerische Staatsregierung in einem aktuellen Interview mit der Süddeutschen Zeitung scharf an. Das Kabinett beschloss bekanntlich am vergangenen Dienstag, dass ab Juni in jeder Behörde Bayerns wieder ein Kreuz zu hängen habe. Dieser Kreuz-Befehl löste eine bundesweite Debatte aus, in die sich nun auch Kardinal Reinhard Marx, Chef der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, einmischt.

Marx spricht in dem SZ-Interview von „Spaltung, Unruhe, Gegeneinander“, die durch die Kabinettsentscheidung entstanden seien. Er wird von suedeutsche.de wörtlich zitiert mit den Worten: "Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden. Dann würde das Kreuz im Namen des Staates enteignet." Es stehe dem Staat nicht zu, so Marx weiter, zu entscheiden was das Kreuz bedeute.

Die gesellschaftliche Debatte, die nun über das Kruzifix ausgebrochen ist, hält Marx dagegen für wichtig. Aber dabei müsse man eben auch alle einbeziehen: Christen, Muslime, Juden und vor allem jene, die gar nicht gläubig sind.

Eine aktuelle, deutschlandweite Umfrage zum Kreuz-Erlass geht übrigens auch so gar nicht zu Söders Gunsten aus. Sein Amtsvorgänger Horst Seehofer bleibt indessen auffällig still bei dem Thema - und nennt auch seine Gründe dafür.

Lesen Sie auch: Söders Kruzifix: Darum ist selbst Oberbayerns oberster Heimatpfleger dagegen

kmm

*Merkur.de ist teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Eine hitzige Debatte:

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare