Die Krise streift München

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MAN leidet an der Euro-Malaise Sochaux in Frankreich, wo Peugeot Autos baut, ist scheinbar weit von Bayern entfernt.

Turin (Fiat) ebenso. Und letztlich auch die Opel-Stadt Rüsselsheim. Diese Städte leiden an der Misere ihrer Industrie, die auf die europäischen Märkte angewiesen ist. Audi in Ingolstadt und BMW in München und Dingolfing haben es besser. Sie verkaufen ihre Autos in China und vor allem in den USA, wo die Krise herkam, die Konjunktur aber wieder brummt.

Nun gibt es aber auch in München ein großes Unternehmen, das unter der anhaltenden Euro-Depression leidet: MAN verkauft seine Lkw und Busse vor allem in Europa – und steckt tief in der Krise. Sochaux, Turin und Rüsselsheim liegen in Wahrheit gar nicht so weit weg, und MAN direkt vor unserer Haustür. Die Krise streift München.

Schleichend greift sie also auch auf Deutschland über. Die hiesige Industrie ist eben nicht immun. Und die Exporterfolge – vor allem in den USA –, die uns schon so lange in Sicherheit wiegen, haben einen Schönheitsfehler: Sie beruhen auf der Politik der US-Notenbank, die die Gelddruckmaschinen auf Hochtouren laufen lässt. Man sollte das bei allem berechtigten Stolz auf die eigene Leistung nicht übersehen.

Martin Prem

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