CHAOS-SAMSTAG AM FLUGHAFEN

Kratzer am Image

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Der Flughafen München rühmt sich gern, ein „Five-Star-Airport“ zu sein – doch davon konnte am Samstag keine Rede sein.

Brütende Hitze im High-Tech-Terminal, das angeblich das beste der Welt (!) ist, dessen Klimaanlagen aber nicht funktionieren; Polizisten, die sich einer aufgebrachten Menge mit Megaphonen verständlich machen müssen; Durchsagen-Kauderwelsh und Chaos von hinten bis vorne werfen auf den Flughafen kein gutes Licht. Gewiss wird man den Kontrolleuren der staatlichen Sicherheitsfirma ein gravierendes Fehlverhalten vorhalten können – denn ein Sicherheits-Gate darf nicht einfach offen stehen wie ein Scheunentor. Doch auch das Krisenmanagement, also der Umgang mit einem Fehler, muss besser sein. Die Verantwortlichen haben allen Grund, nach dem Chaos-Samstag selbstkritisch Bilanz zu ziehen.

Eine Frage dürfte dabei sein, warum die Überprüfung der Passagiere einer staatlichen Sicherheitsgesellschaft übertragen ist, während für die Sicherheit insgesamt die Bundespolizei zuständig ist. Gehört nicht beides in eine Hand?Abgesehen davon besteht offenbar auch eine gewisse Anfälligkeit der Verkehrsinfrastruktur für Störungen, beileibe nicht nur in München: Vor einigen Wochen erst war der Flughafen Hamburg nach einem Stromausfall komplett lahm gelegt. Wäre denn München auch für einen Stromausfall oder andere Großstörungen gewappnet? Das würde man jetzt gerne wissen. Alle Beteiligten können jedenfalls froh sein, dass in dem Gedrängel niemand ernsthaft zu Schaden kam – nicht auszudenken, wenn es zu einer Panik gekommen wäre. So sind es „nur“ verlorene Koffer und ausgefallene Urlaubstage, mit denen die Passagiere zurecht kommen müssen. Und der Flughafen muss einen gehörigen Kratzer an seinem Image hinnehmen.

Dirk Walter

Sie erreichen den Autor unter

Dirk.Walter@ovb.net

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare