URTEIL GEGEN RANDALIERENDEN LÖWEN-FAN

Konsequente Härte

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Die TV-Bilder prägten den Tiefpunkt der Vereinsgeschichte des TSV 1860: Wurfgeschosse flogen aufs Spielfeld, zehn Polizisten wurden verletzt, nur eine Kette von Sicherheitskräften konnte den wütenden Mob davon abhalten, den Platz zu stürmen.

Die Relegationspartie in der Allianz Arena zwischen den Münchner Löwen und Jahn Regensburg stand vor dem Abbruch. Kurz vor der Tagesschau konnte damals ein Millionenpublikum besichtigen, dass das Schreckgespenst des Hooliganismus immer hemmungsloser zu werden scheint.

Die Sache ging zunächst ganz bitter für die Sechziger aus, die in die 4. Liga abstürzten. Doch nun gab es im juristischen Nachspiel auch die Rote Karte für einen der Hauptübeltäter – und zwar in Form von einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung und dreijährigem Stadionverbot. Zudem muss der Rädelsführer – und das wird ihn besonders hart treffen – rund 20 000 Euro für Vandalismusschäden bezahlen. Das Amtsgericht München setzte damit ein richtiges Zeichen.

Bisweilen hatte sich ja bereits der Eindruck aufgedrängt, Hooligans würden das Stadion als rechtsfreien Raum betrachten, in dem Gewalttätigkeiten wie Kavaliersdelikte behandelt würden. Das Münchner Urteil begegnet diesem Irrtum nun mit einer auch im Fußball üblichen Vorgehensweise: mit konsequenter Härte.

Armin Gibis

Sie erreichen den Autor unter

Armin.Gibis@ovb.net

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