Auf Kompromiss-Suche

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Neuer Anlauf bei Islamkonferenz Drei Millionen Muslime leben in Deutschland.

Sie sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft; sie prägen das Erscheinungsbild des Landes mit. Was bedeutet: Ihr Maß an Verantwortung ist groß. Woran es oft mangelt, ist ein offener Umgang zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen auf Augenhöhe. Die Islamkonferenz könnte viele Probleme lösen – wenn sie mehr wird als ein Debattier- und Streit-Club.

Die Gründe dafür, dass die Treffen zuletzt wenig gebracht haben, sind vielfältig. Die unübersehbare Radikalisierung in islamischen Ländern und auch unter deutschen Islamisten haben zu Ressentiments und Ängsten geführt. Was verständlich ist, Sicherheitsinteressen aber in den Vordergrund geschoben hat. Hinzu kommt, dass viele Muslime noch immer in Parallelgesellschaften leben, die sich nur schwer oder nicht öffnen. Das erzeugt Argwohn.

Innenminister de Maizière will die Konferenz auf eine neue Basis stellen. Ein überfälliger Schritt. Selbstverständlich müssen auch künftig Sicherheitsfragen eine Rolle spielen. Aber nicht vor, sondern neben gesellschaftlichen Themen. Geduld ist gefragt, da die vielen islamischen Verbände sich in ihrem Denken, ihren Ansichten und Forderungen nur selten durch Einigkeit auszeichnen. Es spricht für sich, wenn der Chef der Alewiten-Gemeinde in Deutschland, Kahraman, in Kennedy-Manier an die Muslime appelliert, „nicht nur zu fragen, was der Staat für sie tun kann“. Eine Gesellschaft funktioniert nur dann gut, wenn Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten zu finden ist.

Werner Menner

Sie erreichen den Autor unter

Werner.Menner@ovb.net

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare