Kommunalwahl 2020

Landratskandidaten im Kreis Rosenheim: Sepp Hofer (FW) über öffentlichen Nahverkehr

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Sepp Hofer

Die Menschen im Landkreis Rosenheim sind am 15. März 2020 unter anderem aufgerufen, einen neuen Landrat zu wählen. Neun Kandidaten stehen zur Wahl. Für die Freien Wähler tritt Sepp Hofer an. Bis kurz vor der Wahl befragen wir die Kandidaten zu verschiedenen Themen und ergänzen die Artikel immer wieder.

Sepp Hofer über das Thema Öffentlicher Nahverkehr

Noch im letzten Jahr hat der Kreistag in seinem Haushalt für 2020 weitere zwei Millionen Euro für den ÖPNV bereitgestellt. Diese Mittel müssen nun gezielt, effektiv und für die tatsächlichen Notwendigkeiten eingesetzt werden. Dafür brauchen wir im Landratsamt ein modernes Verkehrsmanagement, das Stadt, Land und die umliegenden Landkreise miteinander verbindet und alle Verkehrsmittel einbindet: Bus, Bahn, Sammeltaxis, Ruf-Busse, Radverkehr.

Auch künftige Verkehrssysteme, wie wir sie bereits in anderen Ländern sehen, werden eine Rolle spielen. Ich denke dabei an My Car, Car To Go oder auch an das autonome Fahren. Unser Ziel für die Zukunft muss sein, Blechlawinen, Stau im Berufsverkehr und Smog-Alarm in den Innenstädten zu vermeiden und Menschen für öffentliche Verkehrsmittel zu begeistern.

+++ Hier finden Sie eine Übersicht aller Landratskandidaten im Kreis Rosenheim. +++

In städtischen Gegenden wäre ein 365 -Euro -Jahres-Ticket sicher ein Anreiz. Unser Landkreis besteht zu zwei Drittel aus ländlichem Gebiet, Dörfern mit weiter entfernten Weilern, wo die Bevölkerung auf das Auto angewiesen ist. Auch dies muss in Zukunft möglich bleiben!

Das sagt Sepp Hofer zum Thema Brenner-Nordzulauf

Minister Scheuer hat in Rosenheim von „irgendwann über 500 Zügen“ gesprochen. Folgende Fragen blieben offen: Wo führt man das zusätzliche Verkehrsaufkommen hinter Ostermünchen weiter? Wo werden die Züge in München weitergeführt/entladen? Warum werden nicht alternative Strecken ausgebaut, um den Bahnverkehr in Oberbayern generell zu verbessern?

Aus der Vogelperspektive betrachtet kommt Folgendes zur Entzerrung in Frage: Ertüchtigung der Strecke München-Mühldorf-Salzburg, der Strecke München-Garmisch-Innsbruck sowie Rosenheim-Mühldorf-Landshut-Regensburg.

Klar ist: Egal welche der fünf Varianten auch gebaut würde, jede spaltet unseren Landkreis. Wir hätten monströse, jahrzehntelange Baustellen mit viel Lärm, Verunreinigung und Verkehrschaos, was vielen der Befürworter vielleicht nicht bewusst ist.

Meine Forderung an die Bahn wäre, für die Bevölkerung ein 3D-Modell im Maßstab 1:5000 zu erstellen, damit allen erkennbar werden könnte, welche drastischen Eingriffe in unserem Landkreis geplant sind. Bestimmt würde da so manchem „ein Licht aufgehen“.

Steckbrief zum Landratskandidaten der Freien Wähler

Alter: 54.

Wohnort: Halfing,

Familienstand: ledig.

Beruf: Zimmermeister und Praktischer Betriebswirt

Hobbys: Bergwanderungen, Spaziergänge im Halfinger Moos, Theaterverein, Besuch von kulturellen Veranstaltungen

Politisches Motto: „Damit alles beim Alten bleibt, muss sich vieles verändern“ (Hubert Burda).

Was liegt mir besonders am Herzen? Das Patenprojekt „Jugend in Arbeit“, in dem ich seit zehn Jahren ehrenamtlicher Pate bin. Derzeit gibt es rund 200 Patenschaften im Kreis Rosenheim, bei denen sich Paten um Jugendliche aus Mittelschulen kümmern und sie unterstützen, den Schulabschluss zu schaffen und Praktikums- und Lehrstellen zu finden.

Greta Thunberg bewegt viele junge und ältere Menschen dazu, sich endlich um das schon so lange bekannte und erforschte Problem Klimawandel zu kümmern. Ob die Demonstrationen unbedingt an Freitagen, wo eigentlich Unterricht wäre, stattfinden müssen, überlege ich mir manchmal.

+++ Kommunalwahl 2020 in Bayern: Hier finden Sie alle Bürgermeisterkandidaten in den Gemeinden im Landkreis Rosenheim. +++

Als Landrat würde ich als erstes einen unabhängigen Pflegestützpunkt einrichten zur kompetenten Beratung der zunehmend älter werdenden Bevölkerung bei Hilfs- und Pflegebedürftigkeit.

Der Klimawandel ist mittlerweile für jeden Menschen beobachtbar. Deshalb wird endlich klarer, dass wir gegensteuern müssen, um ihn wenigstens abzumildern.

Was mir persönlich genau so große Sorgen bereitet, ist der immer mehr um sich greifende Digitalisierungswahn. Durch diese Entwicklung werden immer mehr Menschen, teilweise bewusst, teilweise ohne ihr Wissen, gläsern. Die Nachrichten, dass persönlichste Daten von Menschen (zum Beispiel Gesundheitsdaten) in falsche Hände geraten sind, mehren sich. Wir werden damit erpressbar, in unserer persönlichen Freiheit bedroht.

Mit Händen und Füßen würde ich mich als Landrat dagegen wehren, wenn unser Trinkwasser privatisiert werden sollte. Unsere Trinkwasserversorgung muss weiter von kommunalen Verbänden und Genossenschaften sichergestellt werden.

Mein Lieblingsplatz ist auf dem Gipfel vom Heuberg, von wo aus ich so gerne ins Inntal schaue.

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