Kommunalwahl 2020

OB-Wahl in Rosenheim: Lars Blumenhofer (FDP) will mit der Stadt in digitale Champions-League

Lars Blumenhofer (FDP)

Am 15. März wählen die Rosenheimer ihren neuen Oberbürgermeister. Wir haben die Kandidaten mit Themen wie Klimawandel, Brenner-Nordzulauf, Stadtentwicklung, ÖPNV, Mietpreise oder Eisstadion konfrontiert. Zum Abschluss spricht FDP-Kandidat Lars Blumenhofer über sein Herzensanliegen.

Das Herzensanliegen von Lars Blumenhofer: Ein digitales Rosenheim

Die Digitalisierung bietet, richtig umgesetzt, wahnsinnig viele Chancen für die Stadt und alle Menschen hier. Mir liegt dieses Thema sehr am Herzen, ich möchte Rosenheim in die digitale Champions League führen.

Dazu gehört zunächst das Thema Smart City. Weniger Staus durch intelligente Verkehrssysteme, mehr Umweltschutz, zum Beispiel durch Sensorik in den Müllcontainern – vieles ist hier machbar. Dazu brauchen wir schnellstens ein Konzept, sehr gerne in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule.

Ich möchte ebenfalls eine einzigartige Rosenheim-App für das Smartphone, die das Miteinander fördert. Die Infos über Vereine, Veranstaltungen, Gasthäuser etc. enthält – mit der Möglichkeit, gleich in Kontakt zu treten, Karten zu kaufen oder Reservierungen zu tätigen. Wir haben eine große Vielfalt in Rosenheim und so eine App wäre ein perfekter Ort, dieses auch transparent zu machen.

Zudem hilft eine gut gemachte App bei Verwaltungsangelegenheiten und dem Aufbau einer digitalen Verwaltung. Anträge, Termine etc., all das kann man perfekt umsetzen.

Und seitdem man das Smartphone auch als Lesegerät für den elektronischen Personalausweis nutzen kann, sind hier auch viele weitere Verwaltungsvorgänge vorstellbar. Eine barrierefreie Umsetzung ist hierbei wichtig, sodass zum Beispiel auch für ältere Menschen eine Nutzung problemlos möglich ist.

+++ Hier finden Sie eine Übersicht aller OB-Kandidaten und Stadtratslisten in Rosenheim.
Hier finden Sie am Wahlabend, 15. März, das Ergebnis der Oberbürgermeister- und Stadtratswahl in Rosenheim. +++

Die Ideen des FDP-Kandidaten für bezahlbaren Wohnraum

Das Thema Wohnraum wird sich noch verschärfen, wenn wir nicht aktiv dagegenhalten. Dabei geht es heute nicht mehr nur um klassische Sozialwohnungen. Das Problem ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und es ist ein Kernproblem, das verstärkt sowohl junge als auch alte Menschen betrifft. Ich finde, für jeden, der in Rosenheim arbeitet, auch in nicht so gut bezahlten Jobs, muss es möglich sein, geeigneten Wohnraum zu finden. Ebenso darf es nicht sein, dass Menschen, die Rente beziehen, aus Rosenheim wegziehen müssen, weil sie sich eine Wohnung nicht mehr leisten können.

In der Lena-Christ-Straße und auf der Baywa-Wiese werden 2020/21 viele bezahlbare Wohnungen gebaut. Dazu muss die GRWS weiter dringend Grundstücksbevorratung betreiben.

Um die Situation zu entspannen, hilft nur bauen! Eine Verdichtung ist beim Wohnungsbau sinnvoll, auch das sollte die Verwaltung durch Baugenehmigungen aktiv unterstützen.

Für mehr Gerechtigkeit, sowohl für Mieter als auch Vermieter, setze ich auf einen qualifizierten Mietspiegel, der deutlich mehr Transparenz und Rechtssicherheit schafft als aktuell.

Lars Blumenhofer zu den Themen Sport und Kultur in Rosenheim

Eishockey ist untrennbar mit Rosenheim verbunden, das ist in der neueren Geschichte sozusagen die DNA dieser Stadt. Wir brauchen eine von einer breiten Mehrheit getragene Vision, wie wir wieder dem Eishockey die Bedeutung verschaffen können, die es in Rosenheim verdient. Dazu gehört eine zweite Eisfläche, die sehr wünschenswert ist und für die ein Platz gefunden werden muss.

+++ Kommunalwahl 2020 in Bayern: Hier finden Sie alle Bürgermeisterkandidaten in den Gemeinden in Stadt und Landkreis Rosenheim. +++

Das Kuko ist ein hervorragender Veranstaltungsort. Mittelfristig sollten wir uns überlegen, wie wir auch kleinere Veranstaltungen und Vereine in das Konzept integrieren können. Eine optimierte Nutzung der vorhandenen Flächen ist hier sicher machbar.

Der OB-Kandidat der FDP zum Thema Stadtentwicklung in Rosenheim

Den Charakter von Rosenheim zu bewahren, aber mit der Moderne Schritt halten – das ist mein Ziel. Wir sollten selbstbewusst das anstreben, was wir sein wollen, und nicht versuchen etwas zu sein, was wir nicht sind.

Die Innenstadt muss attraktiver werden – unter anderem auch, indem wir die Fußgängerzone erweitern. Wenn Leerstand in der Innenstadt besteht, und das ist aktuell ein Problem, sollte die Stadt mit den Eigentümern sprechen und versuchen, eine Lösung zu finden.

Sowohl im Gewerbebereich als auch im Wohnbereich ist eine sinnvolle Verdichtung einer Versiegelung neuer Flächen vorzuziehen. Generell müssen Bauanträge schneller und unbürokratischer entschieden werden.

Der schmerzliche Verlust von Arbeitsplätzen großer Firmen hat uns gezeigt, dass wir dringend eine aktive Wirtschaftsförderung betreiben müssen und wieder „Global Player“ in Rosenheim brauchen. Meine Vorstellung ist es, dass jeder, also auch hoch qualifizierte Fachkräfte, in Rosenheim fantastische Arbeitsplätze finden – und eben nicht nach München pendeln müssen. Für diesen Zweck sollten wir entsprechend große Gewerbeflächen entwickeln.

Wir werden den Zuzug nach Rosenheim, zum Beispiel von Menschen, die aus München zu uns kommen, nicht aufhalten können. Wir müssen das aber vernünftig planen und vermutlich etwas größer denken als bisher.

Das sagt Lars Blumenhofer zum Thema Brenner-Nordzulauf

Grundsätzlich halte ich Infrastruktur-Projekte für richtig, wenn der Nutzen für die Menschen klar erkennbar ist. Das kann beispielsweise dann sein, wenn wir es schaffen, einen wesentlichen Teil der Lkw von der Straße auf die Schiene zu bekommen.

Um die Frage zu beantworten, ob wir die Bestandsstrecke nutzen können oder eine Neubaustrecke benötigen, brauchen wir weitere Fakten – frei von Emotionen. Hierfür werde ich als Oberbürgermeister den Dialog mit der Bahn und den Bürgern forcieren.

Klar ist aber auch, dass der Lärmschutz, egal ob beim Neubau oder Ausbau der Bestandsstrecke, nach den neuesten Standards ausgeführt werden muss. Und selbstverständlich wird es für eine Neubautrasse nur dann Akzeptanz geben, wenn diese so umweltverträglich wie möglich umgesetzt wird, an sinnvollen Stellen selbstverständlich auch unterirdisch.

Keinesfalls darf durch einen Streckenneubau Rosenheim im Bereich des Personenverkehrs vom Fernnetz abgeschnitten werden, der Brenner-Nordzulauf darf also insofern zu keiner Verschlechterung für die Reisenden führen.

Das sagt Lars Blumenhofer zum Thema Straßenverkehr in Rosenheim

Rosenheim ist das Zentrum in Südostbayern und hat neben südlichem Flair viel zu bieten – aber leider nicht beim ÖPNV. Es kann nicht sein, dass ab Samstagmittag und am Sonntag kein Bus mehr fährt und selbst werktags abends die Taktzeiten inakzeptabel sind.

Mir ist ein leistungsfähiger ÖPNV für alle Menschen wichtig, nicht nur im Schülerverkehr. Die Attraktivität möchte ich durch Angebote und nicht durch Verbote oder einer Benachteiligung des Autos schaffen, erst dann werden wir die Akzeptanz erreichen, die uns weiterbringt.

So sollte ein Bus in alle Stadtteile von frühmorgens bis spätabends im 30-Minuten-Takt fahren, auch am Wochenende. Das belebt die Innenstadt. Die Anbindung an den MVV ist wünschenswert, ebenso eine Kombination mit anderen Tickets (zum Beispiel Meridian). Der Busverkehr muss mit dem Landkreis abgestimmt werden.

An sinnvollen Stellen am Stadtrand, zum Beispiel in Westerndorf oder der Ausfahrt zur A8, möchte ich Parkhäuser bauen, die dann mit einem kostenlosen Bus-Shuttle im Zehn-Minuten-Takt das Stadtzentrum verbinden. Das bringt allen mehr Komfort, weniger Stress und schont die Umwelt.

Die Lkw sind generell, mit Ausnahme des Zulieferverkehrs, aus dem Stadtverkehr herauszuhalten. Die Fahrradwege sind so auszubauen, dass jeder Mensch in Rosenheim bequem und sicher das Fahrrad nutzen kann.

Steckbrief zum Oberbürgermeisterkandidaten der FDP in Rosenheim

Rosenheim - Lars Blumenhofer tritt für die FDP als Oberbürgermeisterkandidat zur Kommunalwahl an.

Alter: 48 Jahre.

Wohnort: Rosenheim-Kastenau.

Familienstand: verheiratet.

Beruf: IT-Manager, Führungskraft in einem der weltweit größten IT-Unternehmen:

Hobbys: Reisen, Menschen kennenlernen, Motorrad fahren, guter Wein, unser Hund Bobby:

Lebensmotto: Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.

Rosenheim ist eine außergewöhnliche Stadt und könnte doch so viel mehr. Wir stehen vor vielen Herausforderungen. Digitaler Wandel, Wohnungsbau und Verkehrspolitik sind Themen, die wir angehen müssen – und zusammen schaffen können.

Wir brauchen, gerade auf kommunalpolitischer Ebene, mehr Miteinander, mehr Leidenschaft und den Glauben, dass wir Großes erreichen können. Ich stehe für eine pragmatische Politik, ohne ideologische Verbote, die den Menschen ins Zentrum rückt.

Greta Thunberg ist ein Beispiel, wie ein einzelner Mensch ein Thema weltweit forcieren kann.

Als OB würde ich als erstes schweren Herzens meinen jetzigen Job kündigen, damit ich mich zu 100 Prozent für die Bürger dieser Stadt einsetzen kann.

Der Klimawandel ist ein Thema, das wir auch in Rosenheim in unserem Handeln berücksichtigen müssen. Aber es ist nicht das einzige Thema.

Mit Händen und Füßenwürde ich mich als OB gegen Gleichgültigkeit und Intoleranz in Rosenheim wehren.

Mein Lieblingsplatz ist das Herbstfest in Rosenheim.

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