Kommunalwahl 2020

OB-Wahl in Rosenheim: Christine Degenhart (FW/UP) will Wirtschaftswunder statt "German Angst"

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Christine Degenhart (FW/UP)

Am 15. März wählen die Rosenheimer ihren neuen Oberbürgermeister. Wir haben die Kandidaten mit Themen wie Klimawandel, Brenner-Nordzulauf, Stadtentwicklung, ÖPNV, Mietpreise oder Eisstadion konfrontiert. Zum Abschluss spricht FW/UP-Kandidatin Christine Degenhart über ihr Herzensanliegen.

Das Herzensanliegen von Christine Degenhart: Wirtschaftswunder statt "german Angst"

Den Zustand eines Landes und seine Befindlichkeiten erkennen Sie daran, welche deutschen Begriffe Sie in fremden Sprachen wiederfinden. So wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der Begriff „the wirtschaftswunder“ geprägt. Und heute? Heute ist es „the german angst“. Nach dem Krieg hat uns das Ausland dafür bewundert, wie wir anpacken, und heute spötteln sie über unsere Verzagtheit.

Manche meinen, es reicht politisch aus, weltweite Probleme zu benennen und anderen Versagen vorzuwerfen.

Eine Oberbürgermeisterin hat aber eine ganz andere Aufgabe. Ich bin die Frau an der Front, von der Sie praxistaugliche Lösungen erwarten anstatt ideologischer Diskurse. Sie erwarten Wirtschaftswunder statt „german angst“. Genau das werden Sie von mir bekommen, dafür stehe ich, daran werde ich mich messen lassen.

+++ Hier finden Sie eine Übersicht aller OB-Kandidaten und Stadtratslisten in Rosenheim.
Hier finden Sie am Wahlabend, 15. März, das Ergebnis der Oberbürgermeister- und Stadtratswahl in Rosenheim. +++

Die Ideen der FW/UP-Kandidatin für bezahlbaren Wohnraum

Als Architektin habe ich immer davon geträumt, meine Heimatstadt Rosenheim zu gestalten und die Herausforderung zu meistern, bezahlbaren Wohnraum in einer wachsenden Stadt auf geringer Fläche zu schaffen.

Wohnraum auf Dachflächen von Gewerbeimmobilien schaffen? Eigeninitiativen von Bürgern unterstützen? Alternative Wohnformen für alle Generationen in nutzungsflexiblen Immobilien entwickeln – barrierefrei? Ja! Ja! Ja!

Unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft wird, auch mit der Hilfe staatlicher Fördergelder, kommunale Wohnungen für uns Rosenheimer schaffen. Ich werde in Zusammenarbeit mit privaten Investoren gemeinsam Projekte umsetzen, um für Ausgewogenheit zu sorgen und damit soziale Brennpunkte zu vermeiden.

Die Zukunft Rosenheims liegt in der Vielfalt: Ich setze auf die Chancen im Umgang mit bestehenden Gebäuden, sie sind die Schätze der Zukunft. Ich werde Bürgern Mut machen, in die eigene Immobilie zu investieren, Dachgeschosse auszubauen oder mit gezieltem Umbau für das eigene Alter Vorsorge zu treffen.

Ein Projekt für ältere Menschen und Studierende liegt mir besonders am Herzen: Wohnraum für Hilfe.

Konsequent müssen wir Nachverdichtung ermöglichen und dabei sehr genau darauf achten, dass attraktive Kommunikations- und Bewegungszonen die wertvollen Freiflächen prägen.

Arbeiten und Wohnen werden in Rosenheim noch mehr zusammenrücken – für eine Stadt der kurzen Wege!

Christina Degenhart zu den Themen Sport und Kultur in Rosenheim

Jetzt, wo das Kuko nach 38 Jahren mit 1900 neuen Stühlen ausgestattet wird, ist doch der letzte Beweis angetreten, wie wichtig dieser Veranstaltungsort für die Stadt ist (Smiley)!

Hier wurde auch in Brandschutz, Tiefgarage, Akustik kräftig investiert. Ich stehe zu dem Standort und zu den Möglichkeiten, die das Kuko der Stadt und ihren Gästen bietet.

Eishockey ist einer der Markenkerne Rosenheims! Ich habe mich klar für einen Stadionneubau ausgesprochen. Die Entscheidung ist aber anders gefallen. Die Sanierung ist schon im Gange, das reicht aber nicht: Wir brauchen schnellstens eine zweite Eisfläche – für die herausragende Nachwuchsarbeit der Starbulls und für den Breitensport.

+++ Kommunalwahl 2020 in Bayern: Hier finden Sie alle Bürgermeisterkandidaten in den Gemeinden in Stadt und Landkreis Rosenheim. +++

Die Standortfrage dafür möchte ich noch in diesem Jahr mit einem städtebaulichen Ideenwettbewerb anpacken und entscheiden.

Das Landschaftsschutzgebiet Mangfallpark ist für mich allerdings tabu: für Umwelt und Natur Gift, für den Vereinssport und insbesondere für die Starbulls nur bedingt geeignet. Es wäre doch ein Armutszeugnis, wenn wir alte Bäume fällen und dafür keine zufriedenstellende Qualität erhalten.

Rosenheim kann mehr!

Die OB-Kandidatin von FW/UP zum Thema Stadtentwicklung in Rosenheim

Raus aus dem Entwicklungsstau – Zukunft planen mit Konzept!

Grundlagen ermitteln: Welche Flächen stehen uns mittel- und langfristig zur Verfügung? Dazu werden wir alle baulich nutzbaren Flächen erfassen. Nur auf dieser Basis können wir mit einer konsequenten, langfristigen Planung verdichten, anbauen, aufstocken, umnutzen und gleichzeitig atmende Freiräume für die Bürger sichern oder herstellen – aber mit Augenmaß und nicht mit der Brechstange!

Die Ausschöpfung der Möglichkeiten im Innenbereich hat unbedingten Vorrang vor der Bebauung von Außenbereichsflächen.

Umsetzen längst anstehender Projekte! Einige Aufgaben warten schon viel zu lange auf Realisierung. Dazu zähle ich den Rosenheimer Norden, die Anbindung der Marienberger Straße an die Westerndorfer Straße, um geförderten Wohnungsbau zu ermöglichen und die Technische Hochschule sinnvoll einzubinden. Die Sicherung der Grüngürtel rund um Rosenheim bleibt oberstes Gebot! Mein Ziel dabei: die Ausgewogenheit zwischen bebauten und unbebauten Flächen halten.

Und ich werde dazu beitragen, dass Genehmigungsprozesse beschleunigt werden, um Nachverdichtung zu beflügeln, um die Mobilisierung von Baulücken und die Reaktivierung von Leerständen nicht zu bremsen.

Das Bahnhofsgelände Süd wird eine herausragende Rolle für eine qualitätvolle Entwicklung unseres städtischen Lebensraumes spielen!

Das sagt Christine Degenhart zum Thema Brenner-Nordzulauf

Bei der Diskussion um eine Bestandsertüchtigung sind mir die Bedürfnisse jener Menschen in Rosenheim ein großes Anliegen, die jetzt an der Bestandsstrecke leben. Eine Vervielfachung des Güterverkehrs auf der Schiene im Stadtgebiet ist unzumutbar, ja ausgeschlossen!

Ausgeschlossen ist allerdings auch das Massaker, das bei der Realisierung der aktuellen Trassenvorschläge für den Lebensraum vornehmlich am Inn aber auch an der Mangfall angerichtet werden würde.

Wenn der Güterverkehr auch nur über Teile des Stadtgebiets von Rosenheim geführt wird, dann kommt nur eine Tunnellösung in Frage. Diese Verkehrsführung ist ingenieurtechnisch schon zig-fach erprobt.

Gemeinsam mit unserem Wirtschaftsminister werde ich in Berlin diese Lösung durchsetzen. Hubert Aiwanger hat mir hier seine volle Unterstützung zugesagt. Wenn der dann vielleicht noch amtierende Bundesverkehrsminister meint, unsere Forderungen nicht ernst nehmen zu müssen, werde ich die Interessen der Stadt Rosenheim notfalls durch alle gerichtlichen Instanzen durchkämpfen.

Das sagt Christine Degenhart zum Thema Straßenverkehr in Rosenheim

Verbote für den Autoverkehr sind keine Lösung, sondern führen nur zu unproduktivem Streit. Ich werde für die Autofahrer attraktive Alternativen schaffen.

Ich werde Park & Ride-Angebote an allen Einfallstraßen erstellen. Dort wird bei geringem Flächenverbrauch jeweils ein Parkdeck errichtet, ausgestattet mit einer sicheren und attraktiven Wartezone, mit WLAN und Klimatisierung. Diese Anlagen werden von einer CO2-neutralen Busflotte angesteuert, die mit kleinen Fahrzeugen und einer durchgehenden Taktung bis in die Nacht verkehrt – barrierefrei!

Dafür investieren wir städtisches Geld und nehmen staatliche Fördermittel in Anspruch. Davon profitieren die Rosenheimer, das gesamte Umland, die Unternehmen und der örtliche Einzelhandel. Ich werde die Wirtschaft und den Handel vor Ort aktiv in dieses Konzept einbinden.

Das Erfolgsmodell Adventsbus wird weiterverfolgt und auf weitere besondere Anlässe ausgeweitet!

Richtig rund wird das System aber erst, wenn Tickets für alle Busse – aus Stadt und Landkreis – im Verbund mit Meridian und Südostbayernbahn angeboten werden.

Mit Unterstützung der guten Ideen aus dem Radentscheid werden wir Verkehrswege entflechten, die Fahrrad-Infrastruktur deutlich verbessern und für sichere, durchgängige Radwege sorgen.

Steckbrief zur Oberbürgermeisterkandidatin von FW/UP in Rosenheim

Rosenheim - Christine Degenhart tritt für die Freien Wähler / UP als Oberbürgermeisterkandidatin zur Kommunalwahl an.

Alter: 55 Jahre

Wohnort: Rosenheim

Familienstand: ledig

Beruf: Architektin

Ehrenamt: Stadträtin, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer

Hobbys: Sport, Architektur

Lebensmotto: Herausforderungen erkennen, annehmen, daran wachsen.

Greta Thunberg ist eine Symbolfigur. Ich habe Respekt vor den Jungen, die auf die Straße gehen, vermisse aber den Respekt vor Eltern und Großeltern, die unser Land aufgebaut haben. Gegenseitigen Respekt, das werde ich als OB leben und einfordern!

Als OB werde ich als erstes eine Kommission für Stadtentwicklung einrichten, aus den Vertretern aller Fraktionen. Jeder Stadtrat ist gefordert, mit den besten Ideen an der Zukunft unserer Stadt zu arbeiten.

Klimaschutz erreichen wir nicht durch Verbote, sondern durch gezielte Investitionen: Ich will Rosenheim zur Innovations-Kommune entwickeln! Wir setzen intelligente, in Rosenheim entwickelte Ideen und Technologien ein – als Pilot vor allen anderen. Wir werden zum Vorreiter und verbinden die Herausforderung Klimaschutz mit Wirtschaftsentwicklung und langfristig sicheren Arbeitsplätzen und Lebensqualität in unserer Stadt.

Mit Händen und Füßen würde ich mich als OB auch weiterhin gegen Ungerechtigkeiten wehren, wie ich es bei Strabs und Strebs getan habe.

Mein Lieblingsplatz ist der Max-Josefs-Platz: Inspiration zu neuen, nachhaltigen Ideen, diesen Ort barrierefrei zu gestalten.

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