Kommunalwahl im Landkreis Altötting

Fazit der Wahl: Freud, Leid und ein sehr enges Rennen

Zwei Schneider waren erfolgreich: Florian (links) ist neuer Bürgermeister von Burghausen, Erwin bleibt für weitere sechs Jahre Landrat von Altötting.
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Zwei Schneider waren erfolgreich: Florian (links) ist neuer Bürgermeister von Burghausen, Erwin bleibt für weitere sechs Jahre Landrat von Altötting.
  • Jens Zimmermann
    vonJens Zimmermann
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Landkreis Altötting – Bei der Kommunalwahl am Sonntag, den 15. März, blieben die ganz großen Überraschungen aus. Zudem wird es in zwei Wochen keine Stichwahlen geben. Alle Ergebnisse und Stimmen im Kreis Altötting im Überblick. 

>Alle Ergebnisse der Kommunalwahlen in Traunstein und den Nachbarlandkreisen finden Sie in der Übersicht<

Landrat Schneider ist vom Ergebnis "überwältigt"

In Altötting darf Erwin Schneider weiterhin als Landrat fungieren. 67 Prozent erhielt der Amtsinhaber. „Ich habe natürlich gehofft, dass mich die Bürgerinnen und Bürger im Amt bestätigen, jedoch konnte ich mit diesem überwältigenden Ergebnis nicht rechnen. Ich danke ganz herzlich allen Wählerinnen und Wählern für ihr Vertrauen und verspreche, mich auch in den kommenden sechs Jahren mit voller Tatkraft und Energie für die Belange des Landkreises Altötting einzusetzen.“ 

Die Zweitplatzierte Monika Pfriender wertet ihr persönliches Ergebnis als „sehr positiv“. Sie habe die Zustimmung von ein Viertel der Wählerinnen und Wähler erhalten. „Auf Kreisebene haben wir Grünen deutlich zugelegt, unsere Sitze von 5 auf 8 erhöht. Für unsere Themen haben wir eine breite Unterstützung bekommen und können diese nun verstärkt in der Landkreispolitik umsetzen“, so Pfriender.

Auch in Burghausen steht Schneider an der Spitze

In Burghausen traten sechs Kandidaten um die Nachfolge von Hans Steindl an. Dort überzeugte Florian Schneider mit 55,7 Prozent der Stimmen. „Dass es zu keiner Stichwahl kommt, überrascht mich sehr. Mit so einem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Ich bin überglücklich. Und mich freut es besonders für mein Team“, so der neue Bürgermeister.

Klaus Schultheiss, der auf 13 Prozent kam, belegte mit deutlichem Abstand den zweiten Platz. Stefan Angstl, Drittplatzierter, gratuliert dem Wahlsieger „sehr herzlich zu einem hervorragenden Ergebnis“ und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit im Stadtrat. Dort konnten die Grünen vier Sitze ergattern. „Das tolle Abschneiden der Grünen im Stadtrat und Kreistag ist eine große Vertrauensbasis, auf deren Grundlage wir die im Wahlkampf angesprochenen Sachthemen im Stadtrat voranbringen möchten“, so Angstl.

Antwerpen: „Das übersteigt meine Erwartung"

In Altötting war Sieger Stephan Antwerpen überrascht über den deutlichen Ausgang. 71,4 Prozent der abgegebenen Stimmen bekam der CSU.Kandidat: „Das übersteigt meine Erwartung. Mit dem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Mein Dank gilt aber auch den anderen Kandidaten für den fairen Wahlkampf.“ Das derzeitige Stadtratsmitglied spricht zudem von einer „besonderen Herausforderung“. Die nächsten sechs Wochen will Antwerpen nun nutzen, um sich einzuarbeiten. Dabei hat Amtsinhaber Herbert Hofauer bereits seine Hilfe angeboten.

Haugender mit einem „sehr zufriedenstellendem Ergebnis“

Peter Haugeneder wurde in Neuötting im Amt bestätigt. Es sei ein „sehr zufriedenstellendes Ergebnis“. Dabei erreichte der Amtsinhaber ein ähnliches Ergebnis wie vor sechs Jahren. 2014 waren es 64,2 Prozent, 2020 liegt der Wert um 0,2 Prozentpunkte höher. „Meine Arbeit als Bürgermeister wurde somit bestätigt“, berichtet Haugeneder.

„Für mich ist alles gut. Ich habe mich gut geschlagen als Quereinsteigerin“, erklärt Claudia Hann. Sie sei ja erst am Anfang ihrer politischen Karriere und wolle jetzt als Stadtratsmitglied Erfahrung sammeln. „Mal schauen, was die Zukunft noch so bringt“, so Hann.

Töging von Windhorst überzeugt

In Töging wurde Dr. Tobias Windhorst mit fast 70 Prozent wiedergewählt. Es sein ein „eindrucksvolles Ergebnis und ein Vertrauensbeweis in seine Arbeit. Dennoch gebe es keinen Grund zur Entspannung: „Mit der Corona-Thematik haben wir derzeit viel zu tun“, erklärt Windhorst.

Für Kontrahent Günter Zellner, der auf 19,3 Prozent kommt, sei dieses Ergebnis „persönlich enttäuschend“. Man habe einen guten Wahlkampf geführt und war auch bei den Briefwählern besser. Vielleicht habe sich auch die Corona-Krise bemerkbar gemacht. „Ich persönlich verändere jetzt aber nichts. Ich werde dieselbe Politik im Stadtrat weiterführen wie bisher. Allerdings wird es auch noch eine Wahlanalyse geben“, so Zellner.

43 Stimmen entscheiden in Mehring

Das engste Rennen war in Mehring. Robert Buchner hatte am Ende 43 mehr Stimmen als sein Kontrahent Stephan Beutlhauser (686 zu 643). „Es war ein Wechselbad der Gefühle. Ich habe mit Stephan Beutelshauser zusammen die Ergebnisse verfolgt und er lag zunächst deutlich vorn“, so Buchner. Anschließend brach auch noch die EDV-Anlage zusammen. „Als das Endergebnis dann auftauchte, konnte ich es zunächst gar nicht glauben, dass ich gegen den amtierenden Zweiten Bürgermeister gewonnen habe. Wahnsinn.“, beschreibt Buchner.

In Marktl war bereits im Vorfeld klar, dass es denjüngsten Bürgermeister im Landkreis geben wird. Dort setzte sich Benedikt Dittmann (29) gegen Max Gschwendtner (34) durch. Auf 60,9 Prozent kam Dittmann und ist etwas überrascht: "Mit dieser Deutlichkeit haben wir nicht gerechnet. Dennoch haben wir zuletzt den Aufwind gespürt". Die Zeit bis zu seinem Amtseintritt will der Marktler nutzen, um sich in die Prozesse einzuarbeiten.

Krieger: "Ich war nicht der Favorit"

Garching hat in Maik Krieger einen Nachfolger für Christian Mende gefunden.58,2 Prozent hatte der CSU-Kandidat am Ende. „Es ist einüberragendes Ergebnis für mich ohne politische Erfahrungen. Ich war nicht der Favorit und anfangs war es noch knapp. Letztendlich wurde es aber doch noch relativ deutlich“. Nun sei es für ihn wichtig, dass er sich jetzt schon einarbeitet.

Ein neues Oberhaupt gibt es auch in Tüßling, nachdem Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel nicht zur Wiederwahl antrat. Helmuth Wittich setzte sich dabei mit 69,0 Prozent gegen seinen Kontrahenten Lothar Liebwein durch.

Neue Bürgermeister gibt es mit Monika Meyer auch in Erlbach, mit Robert Moser in Kirchweidach und mit Jochen Englmeier in Unterneukirchen. Alle drei hatten in ihrer Gemeinde keinen Gegenkandidaten.

Alles beim Alten bleibt es in Burgkirchen, Emmerting, Feichten, Haiming, Halsbach, Kastl, Perach, Pleiskirchen, Reischach, Stammham, Teising, Tyrlaching und Winhöring.

jz

Quelle: rosenheim24.de

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