Ende von SPD-Bürgermeister-Ära in Mühldorf am Inn

Zollner nach Abwahl im Interview: "Sehr überrascht und traurig"

Marianne Zollner Kommunalwahl 2020
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Mit der Abwahl von Marianne Zollner bei der Stichwahl am Sonntag endet die Ära der SPD-Bürgermeister in Mühldorf am Inn.
  • Heinz Seutter
    vonHeinz Seutter
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Mühldorf am Inn - Nur 150 Stimmen machten den Unterschied. Bei der Stichwahl am Sonntag wurde Amtsinhaberin Marianne Zollner (SPD) abgewählt. Damit endet in der Kreisstadt eine Ära.

"Ich bin natürlich sehr überrascht über das Ergebnis und auch sehr traurig", berichtet Marianne Zollner im Interview mit innsalzach24.de. "Ich hatte mich sehr für die Stadt eingesetzt und meiner Meinung nach lief es auch sehr gut." Woran es gelegen habe, dass sich in der Stichwahl am Sonntag UM-Kandidat Michael Hetzl durchsetzte, darüber wolle sie nicht spekulieren. "Ich hätte gerne weitergemacht. Nun muss ich mich auch beruflich neu orientieren. Dabei werde ich mir etwas Zeit lassen und das gut überdenken." Zollner ist Diplom-Sozialpädagogin (FH). Vor ihrer Wahl zur Bürgermeisterin war sie seit dem Jahr 2000 bei der Arbeiterwohlfahrt tätig, arbeitete dann ab 2002 als Sozialpädagogin im Haus der Begegnung des AWO-Ortsvereins Mühldorf, welches sie ab 2006 auch leitete.

Ära der SPD-Bürgermeister endet

Bis zur Amtsübergabe an Hetzl am 1. Mai gäbe es nun aber noch viel zu tun. "Der Betrieb läuft ja weiter. Die anstehenden Herausforderungen durch die Corona-Krise gilt es in erster Linie zu bewältigen. Daneben muss vor allem auch noch in der Stadtratssitzung im April der Haushalt verabschiedet werden." 

Drei Generationen SPD-Bürgermeister: Josef Federer, Marianne Zollner und Günther Knoblauch bei einem Fototermin 2014

Mit der Abwahl von Marianne Zollner endet nun nach über 50 Jahren vorerst die Ära der SPD-Bürgermeister in der Kreisstadt. Begonnen hatte diese mit dem 2014 verstorbenen Josef Federer, der das Amt von 1966 bis 1990 inne hatte. Dieser war 1966 als SPDler noch ein krasser Außenseiter gewesen. Auf Federer war dann ab 1990 Günther Knoblauch gefolgt. Dieser hatte das Amt dann bis vor sechs Jahren inne. 

Bereits 2014 in Stichwahl

Zollner musste bereits bei der Kommunalwahl 2014 in eine Stichwahl. Damals setzte sie sich gegen Karin Zieglgänsberger (FM) durch. Sie konnte sich auf keine Mehrheit der SPD in Stadtrat stützen. Der Stimmanteil ihrer Partei bei den Stadtratswahlen war von 2008 33,7 Prozent auf 2014 nur noch 27 Prozent gesunken. 2020 waren es dann nur noch 17,6 Prozent. Im Interview mit innsalzach24.de vor der Wahl zog Zollner noch eine insgesamt positive Bilanz ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin. "Wir konnte eine Vielzahl an Erfolgen verbuchen. Darunter beispielsweise die Ansiedlung der Hochschule oder dass das Amt für Ländliche Entwicklung nach Mühldorf kommt, wodurch 140 neue Arbeitsplätze geschaffen werden!"

In einer zweiten Amtszeit wollte sie nicht nur Begonnenes zum Abschluss bringen, sondern auch eine Vielzahl weiterer Dinge in Angriff nehmen. Unter anderem sollte das Verkehrskonzept weiter vorangebracht und umgesetzt, sowie Maßnahmen zum Umweltschutz auf den Weg gebracht werden.

hs

Quelle: rosenheim24.de

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