Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Köln erwartet heißen Sonntag

Der Putschversuch in der Türkei belastet auch das Klima unter den in Deutschland lebenden Landsleuten. Erdogan-Anhänger planen eine Großkundgebung in Köln. Zudem sorgen Forderungen, gegen die Gülen-Bewegung vorzugehen, für neuen Ärger.

Pro-Türkische Demonstration

Köln/Berlin – Nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei blickt Deutschland mit Sorge auf eine Großkundgebung für Präsident Recep Tayyip Erdogan an diesem Sonntag in Köln. Erwartet werden bis zu 30 000 Teilnehmer. Die Polizei kündigte am Freitag an, gegen jede Form von Gewalt hart vorzugehen. Die Stimmung zwischen Erdogan-Anhängern und -Gegnern ist seit dem Putschversuch vor zwei Wochen auch in Deutschland aufgeladen, wo etwa drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln leben.

Türkische Forderungen, auch hierzulande gegen die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen vorzugehen, stießen auf breite Ablehnung. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte: „Genau das werden wir selbstverständlich nicht machen.“ Für die Behauptung, die Gülen-Bewegung stehe hinter dem Putsch, gebe es „keine Belege“. Die Bewegung betreibt in Deutschland nach eigenen Angaben etwa 30 Schulen. Die Türkei hat bei der Bundesregierung auch die Auslieferung von zwei ehemaligen Staatsanwälten beantragt, die Gülen nahestehen und sich einer Verhaftung im vergangenen Sommer durch Flucht ins Ausland entzogen. Dazu hieß es am Freitag aus deutschen Regierungskreisen: „Wir haben keine Erkenntnisse dazu, dass sich die beiden Staatsanwälte tatsächlich in Deutschland aufhalten.“ Kanzlerin Merkel (CDU) hatte zuvor schon klargestellt, dass die deutschen Behörden streng nach rechtsstaatlichen Kriterien entscheiden.

Köln sei für das heiße Wochenende gewappnet, sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies am Freitag: „Wir sind auf besondere Gewaltformen vorbereitet.“ 2300 Polizisten werden Sonntag zusammengezogen, acht Wasserwerfer stehen bereit. Auch ein Verbot der Kundgebung schließt Mathies nicht aus. Im Augenblick gibt es nach seiner Einschätzung zwar keinen Grund dafür. Sollten aber Mitglieder der türkischen Regierung einfliegen, könne dies in der derzeitigen hoch aufgeladenen Situation unter Umständen dazu führen, dass die öffentliche Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden könne.

Unter den vier Gegenkundgebungen, die für Sonntag angemeldet sind, ist auch eine Veranstaltung der rechtsextremistischen Partei Pro NRW. Dazu könnten nach Einschätzung der Polizei auch gewaltbereite Hooligans der „Hogesa“-Gruppierung anreisen. Autonome werden ebenfalls erwartet. Die Polizei rechnet auch mit Kurden.

Für Protest sorgte ein Schreiben des türkischen Generalkonsuls in Stuttgart, Ahmet Akinti, an die baden-württembergische Landesregierung. Darin forderte der Karrierediplomat, Vereine und Einrichtungen der Gülen-Bewegung zu überprüfen und einer „neuen Bewertung“ zu unterziehen. Kretschmann lehnte dies strikt ab. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer sagte dem MDR, mit pauschalen Anschuldigungen gegen Gülen-Anhänger werde die Türkei keinen Erfolg haben. Die Integrationsbeauftragte des Bundes, Aydan Özoguz (SPD), richtete eine scharfe Warnung an türkische Verbände. Wer in Deutschland zu Hass und Gewalt anstachele, müsse mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Der CDU-Politiker Jens Spahn stellte sogar die doppelte Staatsbürgerschaft infrage.

Kommentare