MIT WEM WILL SÖDER BAYERN REGIEREN?

CSU in der Koalitions-Falle

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Es käme schon einem politischen Wunder gleich, wenn in Bayern nach der Wahl am 14. Oktober ausgerechnet CSU und Grüne zueinander fänden.

Also die beiden Parteien, die ihre ideologische Gegnerschaft zueinander quasi zum jeweiligen Markenkern erklärt haben. Klar müssen Demokraten immer miteinander können. An der Basis von CSU und Grünen aber würde eine schwarz-grüne Koalition im Freistaat Weltbilder zerstören und einen nie erlebten Aufruhr heraufbeschwören. Eher noch würde CSU-Chef Söder mit Freien Wählern und FDP regieren, zur allerhöchsten Not auch mit beiden gleichzeitig; oder mit der SPD, wozu sogar Kabinettsmitglieder raten, wenn die Kameras aus und die Stifte beiseitegelegt sind.

Das für die CSU Brandgefährliche an den sinkenden Umfragezahlen und den dadurch ausgelösten Koalitions-Gedankenspielen ist, dass mit dem Glauben an die absolute Mehrheit auch die Disziplin der bürgerlichen Wähler schwindet, ihr Kreuz bei der alten Staatspartei zu machen. Wer taktisch denkt, wählt am Ende womöglich nicht „seine“ CSU – denn die regiert ja ohnehin irgendwie weiter –, sondern seine Wunsch-Koalition. Ein bisschen ergeht es Markus Söder und seiner Partei wie Merkels schwindsüchtiger CDU. Auch die ist schwach wie nie zuvor, aber aufgrund der Konstellation aus dem Kanzleramt nicht zu vertreiben. In Bayern reicht es für Grüne, SPD, AfD, Freie Wähler und FDP mangels Ministerpräsidenten-Perspektive noch nicht mal mehr für ein TV-Duell.

Georg Anastasiadis

Sie erreichen den Autor unter

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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