KIM IN PEKING

Keine echte Entspannung

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Von wegen kleiner verrückter Raketenmann. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un entpuppt sich zunehmend als gewiefter Strippenzieher in einer Krise, die er selbst mit angezettelt hat.

Sein überraschender und zunächst geheimer Besuch in Peking war jedenfalls ein schlauer Schachzug. Denn die traditionell engen Beziehungen zu China waren nach Kims Raketen-Provokationen empfindlich gestört. Nun hat er sich der Partnerschaft mit Staatschef Xi Jinping versichern können und das vor dem wichtigen, noch undatierten Treffen mit US-Präsident Trump. Ist ja klar: Mit China im Rücken lässt sich selbstbewusster verhandeln.

Dennoch wird Xi Jinping dem (aus seiner Sicht) respektlosen Kim die Meinung gegeigt haben, denn Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm ist auch ihm ein Ärgernis. Und hier beginnen die mäßigen Nachrichten: Ein Ende jenes Programms ist kein Deut wahrscheinlicher geworden. Die Gegenleistung, die der junge Diktator erwartet, ist für die USA und Südkorea schlicht zu hoch. Denn unter einer „Atmosphäre des Friedens und der Stabilität“ versteht er auch den Abzug amerikanischer Truppen von der koreanischen Halbinsel. Kim mag nach der olympischen Charme-Offensive und dem jetzigen Treffen besser dastehen, als es noch vor kurzem denkbar war – und es deutet einiges darauf hin, dass hier das Ziel seiner Eskalationsstrategie lag. Aber für echte Entspannung sorgt das alles erst mal nicht.

Marcus Mäckler

Sie erreichen den Autor unter

Marcus.Maeckler@ovb.net

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