„Kein Terror im Namen des Islam“

Zentralrat verurteilt Judenhass und IS-Terror – Auch Imame aus München und Oberbayern distanzieren sich von jeder Gewalt. Berlin/München – Die wichtigsten muslimischen Verbände in Deutschland haben mit einer bundesweiten Aktion gegen Rassismus und Terrorismus demonstriert.

„Wir erleben, wie Menschen im Namen Allahs Grausamkeiten begehen, andere Menschen quälen, sie aus ihren Häusern vertreiben und ermorden. Sie handeln unter dem Banner des Propheten, zeigen mit ihren Verbrechen aber, dass sie kein Wort davon verstanden haben, was Allah uns offenbart hat“, erklärte der Koordinationsrat der Muslime.

Der Dachverband der vier größten muslimischen Verbände in Deutschland rief zu einem „friedvollen Miteinander“ auf. Nur gemeinsam könne gegen Hass, Zwietracht und gegen radikale Strömungen vorgegangen werden. „Wir wollen auch nicht schweigen, wenn hierzulande aus Rassismus Brandanschläge auf Moscheen und Synagogen verübt werden“, sagte Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek.

In den provisorischen Büroräumen des Münchner Forums für Islam (MFI) in der Innenstadt drängelten sich bereits am Vormittag Kamerateams, Fotografen und Politiker. 15 Imame unterstützen eine Erklärung auf Initiative des vielleicht bekanntesten Imams Deutschlands, Benjamin Idriz aus Penzberg (Kreis Weilheim-Schongau). Er will in München eine große Moschee errichten und hat derzeit mit manchem Rückschlag zu kämpfen. Das interessiert beim Aktionstag aber nur am Rande. Die 16 Imame aus München und Oberbayern setzen ein Zeichen. Sie haben eine gemeinsame Erklärung vorbereitet, die „Nicht im Namen Allahs und nicht in unserem Namen“ heißt. Laut Idriz vertreten die Imame die Mehrheit der in München organisierten Muslime. Keine einzige Gemeinde, die er angesprochen habe, habe sich verweigert, sagt er unserer Zeitung.

In der Erklärung heißt es unter anderem: „Wir solidarisieren uns mit Christen, Juden, Jesiden, Schiiten oder Sunniten – wer auch immer wo auch immer unter Gewalt, Terror und Vertreibung leidet.“ Der Koran verurteile das Töten Unschuldiger entschieden. Idriz betont, IS sei für die Imame nicht islamisch und auch kein Staat. „Wir müssen uns auch noch mehr mit unseren Jugendlichen auseinandersetzen und die Aufklärungsarbeit stärken.“

Die bayerischen Imame riefen aber auch zur Solidarität auf. Auch die „bedrohlich zunehmende Islamfeindlichkeit“ sei zu bekämpfen.  fm

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