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Alle Infos im News-Ticker

Krieg zwischen Israel und Hamas weitet sich aus: Zusammenstöße an weiteren Grenzen, Opfer-Zahl steigt

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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  • Franziska Konrad
    Franziska Konrad
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Der Konflikt zwischen der Hamas aus dem Gazastreifen und Israel eskaliert, die Kämpfe weiten sich auf das Westjordanland aus. News-Ticker zum Nahost-Konflikt.

  • Die Raketen-Angriffe der palästinensischen Terrororganisation Hamas* auf Israel gehen weiter.
  • Die Gewalt zwischen militanten Palästinensern und israelischen Streitkräften weitet sich auf das Westjordanland aus (siehe Update vom 14. Mai, 20.10 Uhr).
  • Angela Merkel (CDU*) verurteilt die Gewalt, auch in Deutschland (Update vom 14. Mai, 12.03 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zum Nahost-Konflikt ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 15. Mai finden Sie hier.

Update vom 14. Mai, 20.10 Uhr: Der Konflikt in Israel weitet sich aus und greift vor allem auf das Westjordanland über, wo ebenfalls viele Palästinenser leben. Wie die „Tagesschau“ der ARD berichtet, wurden bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten dort mindestens acht Palästinenser erschossen.

Auch an den Grenzen zu Jordanien und dem Libanon kam es demnach zu gewaltsamen Zwischenfällen. Israel habe bislang neun Tote durch Raketenangriffe aus dem Gazastreifen zu beklagen, hieß es. Im Gazastreifen gebe es laut dortigem Gesundheitsministerium durch die israelischen Luftangriffe dagegen 119 Tote, darunter seien 31 Kinder und Frauen.

Das Westjordanland liegt westlich von Jordanien und östlich von Israel. Von den rund 2,4 Millionen Einwohner ist jede:r Vierte Palästinenser. Das Gebiet steht jedoch unter israelischer Militärverwaltung. In den vergangenen Jahrzehnten gab es auch hier immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern.

Nahost-Konflikt: Auch im Westjordanland eskaliert die Lage zwischen militanten Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

Nahost-Konflikt zwischen Hamas und Israel: Benjamin Netanjahu bestätigt Angriffe auf Tunnelsystem

Update vom 14. Mai, 18.30 Uhr: Israels Premier Benjamin Netanjahu hat Angriffe der Armee auf ein Tunnelsystem der Palästinenserorganisation Hamas bestätigt. „Ich habe gesagt, wir würden die Hamas und die anderen Terrororganisationen sehr hart schlagen. Und genau das tun wir“, wird Netanjahu an diesem Freitag einer Mitteilung seines Büros zitiert.

Die Hamas habe gedacht, sie könnte sich in dem Tunnelsystem verstecken. Dies sei aber nicht gelungen, meinte der 71-Jährige weiter. Das israelische Militär hat eigenen Angaben zufolge „viele Kilometer“ des Tunnelsystems beschädigt.

Nahost-Konflikt: Hetze gegen Israel und antisemitische Vorfälle in Deutschland

Update vom 14. Mai, 14.13 Uhr: Nach der versuchten Verbrennung einer Israel-Flagge am Rathaus Nordhausen in Thüringen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft. „Wir gehen von einem politischen Motiv aus“, sagte eine Polizeisprecherin. Der Staatsschutz sei eingebunden. Konkrete Hinweise auf mögliche Täter gebe es allerdings noch nicht. Drei Unbekannte hatten in der Nacht zum Freitag versucht, die Flagge in dem rund 100 Kilometer nördlich von Erfurt gelegenem Ort in Brand zu setzen. Sie blieb heil, beschädigt wurde aber die Fassade des Rathauses.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) zeigte sich erschüttert über den Vorfall und sprach von einem Brandanschlag. „Judenhass auf deutschen Straßen und vor Synagogen ist keine Israel-Kritik, sondern blanker Antisemitismus“, sagte er. „Das ist durch nichts zu rechtfertigen.“ Ramelow betonte, Thüringen werde Antisemitismus nicht dulden. „Brennende israelische Fahnen sind die Vorboten von brennenden Synagogen“, warnte er. Der Freistaat hatte angesichts des israelisch-palästinensischen Konflikts den Schutz jüdischer Einrichtungen verstärkt. Bereits in der Nacht auf Mittwoch hatte es in Deutschland ähnliche Vorfälle gegeben.

Nahost-Konflikt: Israelische Soldaten vereiteln Messerattacke

Update vom 14. Mai, 13.47 Uhr: Israelische Soldaten haben nach Angaben der Armee im Westjordanland eine Messerattacke vereitelt. Ein Angreifer sei an einem Militärposten an der Gemeinde Ofra im Norden von Ramallah aus einen Wagen gestiegen und habe versucht, auf einen Soldaten einzustechen, teilte das Militär laut dpa am Freitag mit.

Der Soldat habe auf den Mann geschossen und ihn „neutralisiert“. Das palästinensische Gesundheitsministerium gab, dass ein Palästinser, auf den von Soldaten nahe Ramallah geschossen worden sei, an seinen Verletzungen gestorben sei. Weitere Details wurden nicht genannt.

Israel lehnt Ägyptens Angebot zur Vermittlung im Gaza-Konflikt ab

Update vom 14. Mai, 12.14 Uhr: Israel hat ein Angebot Ägyptens zur Vermittlung einer Feuerpause im Gaza-Konflikt abgelehnt. Vertreter Israels hätten alle Vorschläge zur Vermittlung einer Waffenruhe zurückgewiesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag in Kairo aus ägyptischen Sicherheitskreisen - auch eine vorübergehende Feuerpause. Eine Delegation aus Kairo, die am Donnerstag nach Tel Aviv gereist sei, habe keinen Erfolg gehabt.

Am Mittwoch hatte eine ägyptische Delegation im Gazastreifen bereits Gespräche mit der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas und der militanten Gruppe Islamischer Dschihad geführt. Israel wolle dort die militärischen Mittel der Hamas und anderer Gruppen zerstören und gesuchte Hamas-Anführer ins Visier nehmen, hieß es in Kairo. Vorher habe die israelische Seite kein Interesse an Verhandlungen. Ägypten trat im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern schon mehrfach als arabischer Vermittler auf. Auch im Gaza-Krieg 2014 hatte das Land mit auf eine Waffenruhe hingewirkt.

Angela Merkel verurteilt antisemitische Übergriffe in Deutschland

Update vom 14. Mai, 12.03 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat antisemitische Übergriffe und Kundgebungen in Deutschland verurteilt. Zwar respektiere die Bundesregierung das Demonstrationsrecht, ließ Merkel am Freitag über ihren Sprecher Steffen Seibert erklären. „Wer solche Proteste aber nutzt, um seinen Judenhass herauszuschreien, der missbraucht sein Demonstrationsrecht“, sagte er. Antisemitische Proteste werde „unsere Demokratie nicht dulden“. Wer in Deutschland jüdische Einrichtungen angreife, „der zeigt damit schon, dass es ihm nicht um Kritik an einem Staat und einer Regierung geht, sondern um Aggression und Hass gegen eine Religion und diejenigen, die ihr angehören.“

Zudem verurteilte die Bundesregierung die Raketenangriffe militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen auf Israel und unterstrich das Recht Israels auf Selbstverteidigung. „Es sind Terrorangriffe“, sagte Seibert im Namen der Bundeskanzlerin. „Nichts rechtfertigt solchen Terror.“

Kanzlerin Angela Merkel bekräftigt die Verurteilung von „Terrorangriffen“ auf Israel.

Nach antisemitischen Protestkundgebungen in mehreren deutschen Städten hat auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, an die Islam-Verbände appelliert, hier mäßigend zu wirken. Er rufe die Verbände auf, „sich von Gewalt gegen Jüdinnen und Juden und von Angriffen auf ihre Gotteshäuser zu distanzieren, zu Gewaltfreiheit aufzurufen und deeskalierend auf die muslimische Gemeinschaft in Deutschland einzuwirken“, sagte Klein am Freitag.

Im eskalierenden Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern steigt die Zahl der Toten derweil weiter: Seit Beginn des massiven Raketenbeschusses auf Israel aus dem Gazastreifen am Montag und den israelischen Vergeltungsangriffen starben nach Angaben beider Seiten 127 Menschen. Durch die israelischen Luftangriffe seien 119 Palästinenser getötet worden, darunter 31 Kinder, teilte das von der radikalislamischen Hamas geführte Gesundheitsministerium im Gazastreifen mit. In Israel stieg die Zahl der Toten auf acht. Bei dem achten Todesopfer in Israel handelte es sich um eine Seniorin, die in der Nacht zum Freitag schweren Verletzungen erlag, die sie sich auf dem Weg zu einem Schutzraum während eines Raketenbeschusses zugezogen hatte. Unter den israelischen Todesopfern sind außerdem ein sechsjähriger Junge und ein Soldat.

Israel und Hamas: Tunnelsystem beschossen

Update vom 14. Mai, 9.31 Uhr: Israels Armee hat nach eigenen Angaben bei einem komplexen Angriff ein Tunnelsystem der islamistischen Hamas im Gazastreifen beschossen. Daran beteiligt seien 160 „Luftfahrzeuge“ gewesen, sagte Armeesprecher Jonathan Conricus am Freitagmorgen. Ihr Einsatz dauerte demnach rund 40 Minuten.

Bei dem Tunnelsystem handele es sich um eine Art „Stadt unter der Stadt“. Die Hamas habe Jahre in den Bau investiert. Der Grad der Zerstörung sei noch unklar. Conricus betonte, kein israelischer Soldat habe den Gazastreifen betreten.

Israels Premier Netanjahu: „Die Hamas wird einen sehr hohen Preis zahlen“

Das israelische Fernsehen hatte zuvor von massiven Angriffen der Luftwaffe sowie der Artillerie und Panzertruppen auf den Küstenstreifen berichtet. Die Armee erklärte in der Nacht: „Luft- und Bodentruppen greifen gegenwärtig im Gazastreifen an.“ Anschließend gab es Berichte, wonach Bodentruppen in den Gazastreifen vorgedrungen seien. Der Armeesprecher entschuldigte sich für Fehlkommunikation.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte in der Nacht zu den Angriffen: „Ich habe gesagt, dass Hamas einen sehr hohen Preis zahlen wird.“ Man werde die Angriffe „mit großer Intensität fortsetzen“, sagte er in einer Videobotschaft. „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen und diese Operation wird so lange wie nötig weitergehen.“ Verteidigungsminister Benny Gantz hatte zuvor die Mobilisierung von weiteren 9000 Reservisten genehmigt.

Raketen über dem Gaza-Streifen

Gewalt in Nahost: Außenminister Maas spricht von „Raketenterror“ der Hamas

Update vom 14. Mai, 6.55 Uhr: Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern weitet sich aus. Die israelische Armee ging in der Nacht zum Freitag mit Artillerie- und Luftangriffen gegen die radikalislamische Hamas im Gazastreifen vor. Aus dem Palästinensergebiet wurden weitere Raketenangriffe verübt und auch aus dem Libanon wurden mehrere Geschosse in Richtung Israel abgefeuert.

Der UN-Sicherheitsrat will sich am Sonntag erneut mit der Gewalteskalation im Nahen Osten befassen. Wegen der anhaltenden Raketenangriffe verstärkte Israel am Donnerstag sein Truppenaufgebot an der Grenze zum Gazastreifen. Im Gazastreifen seien aber „keine Soldaten“, stellte die Armee in der Nacht zum Freitag klar.

Bundesaußenminiser Heiko Maas (SPD) warf der Hamas vor, sie habe „in einer ohnehin schon angespannten Situation die Lage mit dem Raketenterror bewusst und massiv eskaliert“. „In einer solchen Lage muss sich Israel verteidigen können“, betonte Maas in der „Saarbrücker Zeitung“ und rief zugleich Palästinenser und Israelis auf, nach Jahren endlich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Eskalation im Nahost-Konflikt: Polizei ermittelt nach antiisraelischer Kundgebung in NRW

Update vom 13. Mai, 22.27 Uhr: Die Gelsenkirchener Polizei hat nach der antiisraelischen Kundgebung in der Stadt im Ruhrgebiet einen Tatverdächtigen identifiziert. Dabei handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 26-jährigen Deutsch-Libanesen, der aus Gelsenkirchen stammt. Durch den Staatsschutz habe man eine Ermittlungskommission eingerichtet, „um zügig weitere Details aufzuklären“.

Update vom 13. Mai, 21.03 Uhr: Nach Militärangaben sind drei Raketen auf Israel abgefeuert worden, die im Libanon starteten. Allerdings seien alle Raketen vor der nordisraelischen Küste ins Mittelmeer gefallen, ließ Israels Armee am Donnerstagabend verlauten. Auch von libanesischen Sicherheitskreisen wurde bestätigt, dass insgesamt drei Raketen aus dem Süden des Libanons abgefeuert wurden. Noch steht nicht fest, wer für den Angriff verantwortlich ist.

Hamas-Angriffe auf Israel: Abscheuliche Szenen bei Demo in Deutschland - Bundespräsident Steinmeier äußert sich

Update vom 13. Mai, 19.52 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die antisemitischen Kundgebungen sowie die Verbrennung israelischer Fahnen in mehreren deutschen Städten verurteilt. „Unser Grundgesetz garantiert das Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit“, äußerte sich Steinmeier in einem Beitrag für die Bild. „Wer aber auf unseren Straßen Fahnen mit dem Davidstern verbrennt und antisemitische Parolen brüllt, der missbraucht nicht nur die Demonstrationsfreiheit, sondern der begeht Straftaten, die verfolgt werden müssen!“

Als Folge der Eskalation im Gaza-Konflikt zwischen militanten Palästinensern und Israel demonstrierten einige Menschen in verschiedenen deutschen Städten. Im nordrhein-westfälischen Gelsenkirchen wurden dabei antisemitische Parolen gebrüllt. „Nichts rechtfertigt die Bedrohung von Jüdinnen und Juden in Deutschland oder Angriffe auf Synagogen in deutschen Städten. Judenhass - ganz gleich von wem - wollen und werden wir in unserem Land nicht dulden“, betonte der Bundespräsident.

Angriffe auf Israel: Maas sieht Hamas als Auslöser der aktuellen Eskalation

Update vom 13. Mai, 18.31 Uhr: Nach Ansicht von Bundesaußenminister Heiko Maas ist die radikalislamische Palästinenser-Organisation Hamas für die Zuspitzung der Nahost-Krise verantwortlich. „Zumindest die jüngste Eskalation hat Hamas mutwillig herbeigeführt, indem sie über tausend Raketen auf israelische Städte geschossen hat“, befand Maas im Interview mit der Bild (Freitagsausgabe). Gleichzeitig bekräftigte Maas, dass die Bundesregierung eine diplomatische Lösung anstrebe, um die Angriffe zu beenden. Man wolle „alle Kanäle nutzen, um auf eine Entspannung der Lage hinzuwirken“.

Der Außenminister möchte mit einer „verhandelten Zweistaatenlösung den fatalen Kreislauf der immer wiederkehrenden Gewalt durchbrechen“. Scheitern die Bemühungen, fürchtet Maas, dass „schwere Tage auf uns zukommen“. Sanktionen sieht der SPD-Politiker als den falschen Weg an, diese lehne die Bundesregierung ab. „In so einer Situation helfen Bestrafungen nicht.“

Hamas-Angriffe auf Israel: Nahost-Experte befürchtet drohenden „Bürgerkrieg“

Update vom 13. Mai, 17.28 Uhr: Nahost-Experte Steffen Hagemann hat sich besorgt über die andauernde Gewalt zwischen jüdischen und arabischen Israelis geäußert. Der Büroleiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv befürchtet eine dauerhafte Spaltung der israelischen Gesellschaft. „Die Gefahr ist groß, dass die Gewalt Brücken zerstört und das Zusammenleben jüdischer Israelis und der arabisch-palästinensischen Minderheit in Israel weit zurückwirft“, sagte Hagemann der AFP. Aufgrund der „neuen Dimension der Gewalt“ drohe eine weitere Entfremdung und Radikalisierung der arabischen Israelis gegenüber der Mehrheitsgesellschaft.

„Ein Kolumnist von Israels größter Tageszeitung hat heute die Gefahr des ehemaligen Jugoslawiens benannt und gesagt: Auch dort haben verschiedene Bevölkerungsgruppen lange zusammengelebt und auch dort ließ sich die Eskalation in einen gewaltsamen Bürgerkrieg nicht mehr aufhalten“, meinte Hagemann weiter. „Diese Gefahr wird von vielen tatsächlich gesehen.“

Hamas-Angriffe auf Israel: Abscheuliche Szenen bei Demo in Deutschland

Update vom 13. Mai, 15.13 Uhr: Es sind abscheuliche und unfassbare Szenen, die sich am Mittwochabend in Gelsenkirchen abspielten. Eine Gruppe von etwa 180 Personen rief antisemitische Parolen auf offener Straße. Gegen 17.40 Uhr bewegte sich der Pulk in Richtung Synagoge, konnte aber vor dem Erreichen von der Polizei gestoppt werden. Die Rede war von einer nicht angemeldeten Demonstration.

Im Anschluss kam es zu Anzeigen wegen Volksverhetzung und Nicht-Einhaltung von Corona-Maßnahmen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland postete auf Twitter eine Videoaufnahme der hässlichen Szenen und schrieb darunter: „Judenhass mitten in Gelsenkirchen vor der Synagoge. Zeiten, in denen Juden auf offener Straße beschimpft werden, sollten längst überwunden sein. Das ist purer Antisemitismus, sonst nichts!“

Hintergrund ist der eskalierende Nahost-Konflikt. Erst am Donnerstag gab es erneut Explosionen in der israelischen Stadt Tel Aviv - der Raketenalarm wurde ausgelöst. Wie Focus.de berichtet, gab es auch weitere Vorfälle in Deutschland. So sollen vor Synagogen in Münster und Bonn israelische Flaggen angezündet worden sein.

Hamas-Angriffe auf Israel: Tel Aviv erneut unter Beschuss - Lufthansa zieht Konsequenz

Update vom 13. Mai, 14.01 Uhr: Am Donnerstag ist in der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv erneut der Rakentenalarm ausgelöst worden. In der Stadt soll es wieder Explosionen gegeben haben. Es ist damit die fünfte Angriffswelle seit Dienstagabend.

Die Lufthansa teilte am Donnerstag mit, den Flugverkehr nach Tel Aviv bis einschließlich Freitag auszusetzen. Erst am Samstag plane man wieder den Flugbetrieb dorthin aufzunehmen. Laut Mitteilung werde das Unternehmen die aktuelle Lage in Israel weiter beobachten und den Austausch mit den zuständigen Behörden, Sicherheitsdienstleistern und den eigenen Mitarbeitern vor Ort suchen.

Nahost-Konflikt eskaliert: Mehr als 1600 Raketen auf Israel abgefeuert

Update vom 13. Mai, 7.48 Uhr: Militante Palästinenser im Gazastreifen haben nach Angaben des israelischen Militärs bislang insgesamt mehr als 1600 Raketen auf Israel abgefeuert. Circa 400 davon seien noch in dem Küstengebiet niedergegangen, wie Sprecher Jonathan Conricus am Donnerstagmorgen sagte. Die Erfolgsquote des Abfangsystems Eisenkuppel („Iron Dome“) betrage weiterhin im Schnitt rund 90 Prozent.

Dem Sprecher zufolge starben seit Beginn des Beschusses aus dem Gazastreifen am Montagabend bislang sieben Menschen in Israel, sechs Zivilisten und ein Soldat. Conricus sagte weiter, das israelische Militär habe bislang rund 600 Ziele in dem Gazastreifen beschossen, darunter Stätten zur Produktion von Raketen und Lagerräume. Angegriffen worden sei zuletzt auch ein Tunnel, der Kämpfern unter anderem als Versteck gedient habe. Dieser sei unter einer Schule in besiedeltem Gebiet gegraben worden.

Zur Größe des Raketenarsenals der militanten Palästinenser äußerte sich der Sprecher nicht konkret. Sie hätten einen sehr großen Bestand gehabt. Noch immer verfügten sie über eine beträchtliche Menge.

Israel macht die im Gazastreifen herrschende, islamistische Hamas für jegliche Angriffe aus dem Gazastreifen verantwortlich. Die Palästinensergruppe wird von Israel und der EU als Terrororganisation eingestuft.

Hamas-Angriffe auf Israel: Tel Aviv löst erneut Raketenalarm aus - Israel beschließt Ausweitung des Militäreinsatzes

Update vom 12. Mai, 21.53 Uhr: Israels Sicherheitskabinett hat nach Medienberichten eine Ausweitung des Militäreinsatzes gegen die im Gazastreifen herrschende islamistischen Hamas beschlossen. Die Armee solle von sofort an gezielt „Symbole der Hamas-Herrschaft“ in dem Palästinensergebiet angreifen, berichtete der Sender Kanal 12 am Mittwochabend. Es sei bereits die Zerstörung des Finanzministeriums im Herzen der Stadt Gaza angekündigt worden. Dies solle der Hamas die finanzielle Kontrolle im Gazastreifen erschweren.

Bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen waren nach Angaben des von der Hamas geführten Innenministeriums schon alle Polizeigebäude in dem Küstengebiet zerstört worden. Die Hamas wird von Israel und der EU als Terrororganisation eingestuft.

Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern in israelischen Städten

Update vom 12. Mai, 21.27 Uhr: Israel kommt nicht zur Ruhe. Zwischen jüdischen und arabischen Israelis ist es am Mittwoch in mehreren israelischen Städten zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Trotz Ausgangssperre flammten die Unruhen in der Stadt Lod in der Nähe von Tel Aviv erneut auf. Nach Medienberichten wurde in der Stadt ein Polizeifahrzeug in Brand gesetzt. In Akko im Norden des Landes wurde nach Angaben des israelischen Fernsehens ein jüdischer Einwohner von arabischen Demonstranten lebensgefährlich verletzt.

In Bat Jam südlich von Tel Aviv attackierten ultrarechte Juden nach Medienberichten arabische Geschäfte. Ein arabischer Einwohner wurde nach Fernsehberichten von einer jüdischen Menge brutal mit Knüppeln angegriffen. In Haifa bewarfen jüdische Demonstranten nach Angaben der „Times of Israel“ einen arabischen Autofahrer mit Steinen. Er habe daraufhin einen der Angreifer angefahren und verletzt. Auch in Tiberias wurde nach Polizeiangaben ein arabischer Fahrer von jüdischen Demonstranten mit Steinen angegriffen und verletzt.

Die Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern war zuletzt auch auf arabische Ortschaften im israelischen Kernland übergeschwappt. Das israelische Fernsehen berichtete, Regierungschef Benjamin Netanjahu wolle Soldaten in die Städte entsenden, um die Ruhe wiederherzustellen. Verteidigungsminister Benny Gantz habe dies jedoch abgelehnt.

Am Dienstag hatten arabische Einwohner von Lod eine Synagoge sowie Dutzende Autos in Brand gesetzt und Schaufenster eingeworfen. Bürgermeister Jair Revivo sprach von einem „Bürgerkrieg“.

Die arabische Minderheit in Israel macht rund 20 Prozent der Bevölkerung von mehr als neun Millionen Menschen aus. Sie spricht häufig von Diskriminierung. Rechte Politiker stellen Araber in Israel oft als Feinde des jüdischen Staates dar. Städte wie Haifa und Akko galten aber bisher als gute Beispiele für ein friedliches Zusammenleben.

Hamas-Angriffe auf Israel: Tel Aviv löst erneut Raketenalarm aus - Hochhaus in Gaza zerstört

Update vom 12. Mai, 19.03 Uhr: Es ist kein Ende in Sicht: Am Mittwochabend wurde im Großraum Tel Aviv erneut Raketenalarm ausgelöst. Heulende Warnsirenen waren am Abend zu hören, die dritte Angriffswelle seit Dienstagabend. In der Nacht zum Mittwoch wurde die Küstenmetropole so heftig mit Raketen beschossen wie nie zuvor.

Gaza-Konflikt: Israelische Kampfflugzeuge zerstören von Militanten genutztes Hochhaus

Israelische Kampfflugzeuge haben ein weiteres von Militanten genutztes Hochhaus in Gaza zerstört. In dem 14-stöckigen Gebäude hatten sowohl die islamistische Hamas als auch der militante Islamische Dschihad Büros. In dem Haus gab es allerdings auch Cafés und Geschäfte.

Zuvor hatte die Luftwaffe bereits das Haus eines ranghohen Mitglieds der islamistischen Hamas zerstört. Das Gebäude diente demnach als Waffenlager. Insgesamt zerstörte das Militär seit Dienstag bislang drei Hochhäuser.

Erstmeldung vom 12. Mai:

München/Jerusalem/Tel Aviv - Die Küstenmetropole Tel Aviv kommt nicht zur Ruhe. Dienstagabend wurde in der Großstadt Raketenalarm ausgelöst - und die Bewohner sind Angriffen der palästinensischen Terrororganisation Hamas ausgesetzt.

Einen Großteil der Geschosse kann das israelische Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ bereits in der Luft abfangen. Auf Videos im Internet ist dieses Vorgehen genau zu sehen. Am dunklen Nachthimmel gleichen die zahlreichen Raketen harmlos aussehenden orangenen Punkten. Mitten im Flug, scheinen sie plötzlich gegen eine unsichtbare Wand zu prallen, bevor sie noch einmal leuchtend aufglühen - und anschließend im Nichts verschwinden.

Gewalt in Jerusalem: Raketen der Hamas auf Israel - 480 Raketen innerhalb eines Tages

Noch vor dem Angriff der Hamas hatte die israelische Armee ein Gebäude mit Büros von Mitgliedern des Hamas-Politbüros und Sprechern der islamistischen Palästinenserorganisation im Gaza-Streifen beschossen. Die Anwohner des Gebäudes wurden vor dem Angriff von den israelischen Streitkräften gewarnt und angehalten, das Haus zu verlassen, wie Augenzeugen am Dienstagabend berichteten.

In den letzten Tagen hat sich der israelisch-palästinensische Konflikt innerhalb kurzer Zeit dramatisch zugespitzt: Binnen 24 Stunden wurden - nach Angaben der israelischen Armee - von militanten Palästinensern etwa 480 Raketen in Richtung Israel abgeschossen. Israels Luftwaffe hingegen hat Ziel im abgeschotteten Küstengebiet ins Visier genommen. Auf beiden Seiten hat es bereits erste Tote gegeben.

*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Shadi Jarar Ah via www.imago-images.de

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