GRÜNE: SEEHOFER SOLL SICH ENTSCHULDIGEN

Islam und kein Ende

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Jeder zweite Bundesbürger stimmt dem Satz „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ ausdrücklich zu – aber aus dem Munde eines Politikers wie Horst Seehofer soll er plötzlich eine Ungeheuerlichkeit darstellen, für die sich der Innenminister nach Meinung des Grünen-Chefs entschuldigen muss.

Das ist, typisch grün, ziemlich oberlehrerhaft. Denk- und Diskussionsverbote führen in der Demokratie nirgendwo hin. Wenigstens das sollten alle gelernt haben aus den Jahren 2015/16, da sich im Bundestag kein Abgeordneter mehr fand, der der von oben dekretierten Politik der offenen Grenzen zu widersprechen wagte, während in der Bevölkerung die Skepsis schon riesig war.

Heute ist die Macht der von den Grünen angeführten linksliberalen und kosmopolitisch eingestellten Eliten, lästige Debatten unter Verweis auf eine vermeintlich höhere Moral zu unterbinden, zum Glück gebrochen. Das sollte Seehofer gleichwohl nicht dazu verführen, einem dummen und missverständlichen Satz wie dem des früheren Bundespräsidenten Wulff, der Islam gehöre zu Deutschland, eine ebenso schillernde und interpretationsbedürftige Antithese entgegenzusetzen. Wer Seehofer kennt, weiß, dass er kein Rechter ist, sondern bürgerlich und weltoffen. Und ein Bundesinnenminister darf durchaus die Meinung vertreten, dass es gut ist (oder zumindest wäre), wenn Deutschland seine jüdisch-christliche kulturelle Prägung behält.

Nur sollte er es dann auch so formulieren. Wenn Seehofer gesagt hätte, ,der Islam ist in Deutschland, aber er ist in keiner Weise identitätsstiftend für unser Land’, müssten seine Gegner sich schon erheblich mehr anstrengen, ihm Ausgrenzung von Muslimen, AfD-Wählerfang und andere hässliche Motive zu unterstellen.

Georg Anastasiadis

Sie erreichen den Autor unter

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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