Instinktlos

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Sparer-Strafzins & Aus für die 500-Euro-Note. Negativzinsen könnten in Zukunft nicht nur Banken, Unternehmen und Vermögende treffen, sondern auch den ganz normalen Sparer.

Darauf jedenfalls bereiten die Sparkassen ihre Kunden schon mal vor – für den Fall, dass die Europäische Zentralbank ihre exessive Geldpolitik noch länger betreibt. Zu massiv nagt der Strafzins, den die EZB von den Banken für eingelegtes Geld fordert, auf die Dauer an den Gewinnen.

Der Kunde immerhin hat einen Ausweg: Er kann sein Erspartes abheben und selbst verwahren. Das ist unpraktisch, unzeitgemäß und unsicher – aber so ist es wenigstens vor Strafzinsen geschützt. Demnächst wird für die Geldheimholung ein größerer Koffer nötig sein. Denn die EZB will dem 500-Euro-Schein den Garaus machen. Parallel dazu läuft – von Großbanken befeuert – eine Diskussion um die Abschaffung des ach so altmodischen Bargeldes. Nicht allzu abwegig, die Abschaffung des 500-Euro-Scheines als ersten Schritt in diese Richtung zu betrachten. Und ohne Bargeld schnappt die Zinsfalle zu.

Vielleicht will die EZB ja mit dem Aus für den 500er wirklich nur die Kriminalität bekämpfen, wie sie beteuert. Aber selbst wenn’s so wäre: An Instinktlosigkeit ist ein solcher Schritt in der aktuellen Gemengelage kaum zu überbieten.

Corinna Maier

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