Heftige Konfrontation zwischen May und Johnson Ihr ehemaliger Außenminister greift die britische Premierministerin auf dem Parteitag der Tories ha ...

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Schwerer Gang: Theresa May mit Ehemann Philip. foto: dpa

Heftige Konfrontation zwischen May und Johnson. Ihr ehemaliger Außenminister greift die britische Premierministerin auf dem Parteitag der Tories hart an.

Birmingham – Der Parteitag der britischen Konservativen hat gestern mit einem heftigen Streit zwischen Premierministerin Theresa May und ihrem früheren Außenminister Boris Johnson begonnen. Ein halbes Jahr vor dem EU-Austritt beschimpfte Johnson die Pläne Mays als ein Ergebnis „geistiger Verwirrung“ und „lächerlich“. Seine Wortwahl war auch innerhalb der eigenen Partei umstritten.

Der „Sunday Times“ sagte Johnson weiter: „Im Gegensatz zur Premierministerin kämpfe ich für den Brexit.“ Er schlug unter anderem den Bau einer Brücke zwischen Irland und Großbritannien vor.

Beim Brexit sind die Tories völlig zerstritten. Vom Verlauf des viertägigen Parteitags könnte daher auch Mays politisches Schicksal abhängen. Sie gilt seit Längerem als angezählt. Kaum verhohlen verfolgt Johnson seine eigenen Ambitionen auf das Amt des Regierungschefs.

Johnson war im Juli – wie Brexit-Minister David Davis – aus Protest gegen Mays Pläne zurückgetreten. Zum Showdown dürfte es Mitte der Woche kommen. Johnson hat für Dienstag eine Rede angekündigt. Mays großer Auftritt ist am Mittwoch geplant.

Die Premierministerin signalisierte, dass sie nach der Trennung Großbritanniens von der EU auf ihrem Posten bleiben möchte. Sie habe einen langfristigen Job zu erledigen, sagte sie der „Sunday Times“. Zugleich kündigte sie ein landesweites Festival für 2022 an, das Jahr, in dem turnusmäßig die nächste Parlamentswahl stattfindet.

In der Andrew-Marr-Show des Senders BBC verteidigte May ihre Pläne und deutete sehr vage Kompromissbereitschaft bei den festgefahrenen Verhandlungen mit der EU an. Ihre Haltung sei es, „zuzuhören, was die EU an Bedenken vorbringt, sich dann hinzusetzen und mit ihnen darüber zu sprechen“.

Es wird erwartet, dass May auf dem Parteitag, der am Nachmittag eröffnet wurde, eine harte Linie gegen künftige EU-Einwanderer vorstellt. Sie kündigte an, dass der Hauskauf für Ausländer, die keine Steuern in Großbritannien bezahlen, bald stärker mit Abgaben belastet werden soll. Mit dem Geld solle das zunehmende Problem der Obdachlosigkeit bekämpft werden.

Vor Beginn des Treffens gab es auch noch eine peinliche Datenpanne: Über eine Konferenz-App hatten Delegierte und Journalisten – ohne Passwort – Zugang zu privaten Informationen wie Handynummern von Politikern bekommen. Auch Boris Johnson selbst war davon betroffen. Die Panne verleitete einige zu Schabernack: So wurde das Bild des Umweltministers Michael Gove gegen eines des Medienmoguls Rupert Murdoch ausgetauscht.

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