EIN TAG LANG S-BAHN-CHAOS

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Man will die S-Bahn ja nicht immer schimpfen, aber manchmal muss ein Donnerwetter einfach sein: Die Leistung gestern war schlicht unterirdisch.

Es geht dabei nicht darum, dass eine Oberleitung bei Frost mal reißen kann. Nein, es geht ums Managen von Störungen. Bei der S-Bahn fehlen schlicht Rückfallebenen für den Chaos-Fall. So gibt es nach wie vor keine Lage-genaue Ortung der S-Bahnen und ihre sekundenschnelle Spiegelung in den Anzeigen am Bahnsteig. Was jedes Navi kann – die Ortung per GPS –, ist der S-Bahn nicht möglich. Die Folge: Auf die Anzeigentafeln und auf die (meist vom Band abgespulten) Durchsagen ist bei Störungen einfach kein Verlass. Wie oft schon hat die S-Bahn eigentlich versprochen, dass sie hier besser werden will?

Das nächste Versprechen wird morgen folgen – dann lädt die S-Bahn zur Pressekonferenz, deren Titel („Qualitätsprogramm für die Kunden“) wie Hohn klingt. Angesichts der vielen Störungen und der fünf (!) angekündigten kompletten Baustellen-bedingten Stammstrecken-Stilllegungen in diesem Jahr müsste zuallererst der Bau eines Notfallbahnhofs angepackt werden. Doch die Planungen für den Bau des Halts Poccistraße am Südring, der immerhin eine Verbindung zum U-Bahn-Netz ermöglichen würde, sind noch ganz am Anfang. Fertigstellung: frühestens 2026. Diese Fehlplanung kann so nicht bleiben.

Dirk Walter

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Dirk.Walter@ovb.net

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