PARTEILINKER GEWINNT DEUTLICH GEGEN DEN EX-PREMIER MANUEL VALLS

Hamon tritt für Sozialisten an

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Benoit Hamon stellt Frankreichs Sozialisten vor eine Zerreißprobe.

Paris – Der Parteilinke Benoît Hamon hat die Stichwahl um die Präsidentschaftskandidatur der französischen Sozialisten klar gewonnen.

Nach Auszählung von 60 Prozent der Wahllokale kam der 49-Jährige nach Angaben der Wahlleitung auf 58,65 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent, Frankreichs Ex-Premierminister Manuel Valls, lag bei 41,35 Prozent. Die Wahlbeteiligung fiel offenbar deutlich höher aus als beim ersten Wahlgang.

Hamon will einen radikalen Bruch mit Hollandes vielfach kritisierter Bilanz. Er hatte den ursprünglich als Favoriten gehandelten Valls in der ersten Runde der Vorwahl vor einer Woche überraschend auf den zweiten Platz verdrängt. Valls gehört dem rechten Parteiflügel an und verteidigte in Debatten die Regierungspolitik unter Hollande. Der scheidende Staatschef selbst hatte angesichts schlechter Umfragewerte auf eine neue Kandidatur verzichtet.

Die Wahl Hamons bedeutet für die Sozialisten eine Zerreißprobe. Es war unklar, ob der rechte Parteiflügel sich klar hinter den Gewinner stellen würde. Auch auf europäischer Ebene dürfte Hamon anecken, er fordert etwa ein Moratorium für den Euro-Stabilitätspakt, der das Haushaltsdefizit der Euro-Staaten auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung begrenzt.

Der sozialistische Bewerber liegt in Umfragen für den ersten Wahlgang im April auf dem fünften Platz. Er hat demnach also keine Chancen, dem konservativen Favoriten François Fillon oder der Rechtspopulistin Marine Le Pen die Stirn zu bieten.

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