Ein Gütesiegel reicht nicht

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Gesundes Essen in Kita und Schule. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) will eine Art TÜV für Schul- und Kita-Essen einführen.

Ein löblicher Vorstoß. Nur: Allein mit der Vergabe von Gütesiegeln ist es nicht getan. Es braucht vor allem ein Bewusstsein für gesunde Ernährung – nicht nur mehr Gemüse und weniger Fleisch auf dem Mittags-Teller.

Aber: Wie schafft man ein solches Bewusstsein im Zeitalter von Tiefkühlkost, Fast-Food-Ketten und TV-Sendungen wie „Germany’s next Top-Model“? Auf der einen Seite steigt die Zahl übergewichtiger Kinder, auf der anderen Seite hungern schon elf- und zwölfjährige Mädchen, damit sie dem – angeblichen – Schönheits-Ideal entsprechen. Zwei ungesunde Extreme, und beide höchst beunruhigend.

Politische Qualitätsoffensiven sind ja schön und gut. Doch Kinder, vor allem aus bildungsfernen Familien, in denen die Tiefkühl-Pizza längst zum Standardgericht avanciert ist, müssen Freude am gesunden Essen entwickeln: Sie müssen Gemüse schnippeln, sie müssen gemeinsam gesunde Mahlzeiten zubereiten und zusammen essen. Genau solche Gruppenaktivitäten schärfen auch das Bewusstsein für ausgewogene Ernährung – und zwar mehr als eine vorgesetzte Speise mit Gütesiegel.

Barbara Nazarewska

Sie erreichen die Autorin unter

Barbara.Nazarewska@ovb.net

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