BUNDESGERICHTSHOF KASSIERT RASER-URTEIL

Gott sei Dank neues Recht

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Kann man – außerhalb juristischer Fachkreise – tatsächlich bezweifeln, dass zwei junge Männer, die sich im nächtlichen Berlin ein Autorennen mit Geschwindigkeiten bis zu 170 Stundenkilometern liefern, die Gefahr für Leib und Leben Unbeteiligter billigend in Kauf nehmen?

Im konkreten Fall bezahlte Anfang 2016 ein unschuldiger 69-jähriger Fahrer den Nervenkitzel der Raser mit dem Leben. Und trotzdem kassierte der Bundesgerichtshof gestern das Urteil des Berliner Landgerichts ein, das die Angeklagten wegen Mordes verurteilt hatte.

Der Richterspruch zeigt, wie gut der Gesetzgeber im letzten Herbst beraten war, solche Autorennen von der Ordnungswidrigkeit zur Straftat hochzustufen und im Falle von Tod oder schwerer Verletzung mit Haft bis zu zehn Jahren zu belegen. Nach dem neuen Recht wären die 24 und 26 Jahre alten Männer der Höchststrafe wohl kaum entkommen, weil der Nachweis des Tötungsvorsatzes im juristischen Finassieren gar nicht mehr erbracht werden muss. Das wäre angemessen gewesen. Leider handelt es sich jedoch noch um einen Altfall nach früherem Recht. Künftig wird die neue Härte des Gesetzes wirksam. Dessen sollte sich jeder bewusst sein, der seinem Raser-Trieb nicht ausschließlich auf abgesperrten Rennstrecken freien Lauf lässt.

Alexander Weber

Sie erreichen den Autor unter

Alexander.Weber@ovb.net

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