Zum Glück keine Deflation

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Preise in Deutschland sinken. Auf den ersten Blick ist das für viele Menschen eine gute Nachricht: Die Preise fallen.

Das macht das Leben billiger. Auch Unternehmen haben Kostenvorteile. Der Blick aufs Ganze kommt zu einem anderen Ergebnis: Fallende Preise könnten sinkende Löhne nach sich ziehen. Und die daraus resultierende Abwärts-Spirale – Deflation – ist für die meisten Ökonomen das noch größere Schreckgespenst als die Inflation, weil es noch weitaus schwerer zu bekämpfen ist.

Davon sind wir weit entfernt. Die aktuell sinkenden Preise sind eine Folge des billigen Rohöls, die sogar den Effekt des fallenden Euro mehr als ausgleichen. Und weil die Verbraucher Geld, das nicht mehr für teure Energie letztlich ins Ausland fließt, anderweitig ausgeben können, wirkt es ähnlich wie ein Konjunkturprogramm. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für die anderen Länder der Eurozone.

Dennoch ist es für den Euro keine gute Nachricht. Die schwächeren Länder können ihre Wettbewerbsfähigkeit nur dann wirksam verbessern, wenn Löhne und Preise in Deutschland nachhaltig schneller steigen oder wenigstens langsamer sinken als in Spanien, Italien, Frankreich oder Griechenland. Das ist aber nach wie vor nicht der Fall. Die Euro-Zone driftet weiter auseinander.

Martin Prem

Sie erreichen den Autor unter

Martin.Prem@ovb.net

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