Gegenkräfte

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Widerstand in der CSU gegen G9 wächst. Man darf sich nicht täuschen: Die Einführung eines neunjährigen Gymnasiums in Bayern ist längst keine ausgemachte Sache.

Vielleicht hatte der gewiss nicht einflusslose Philologenverband gemeint, mit seinem Konzept eines generellen G9 inklusive G8-Ausnahme schon den großen Wurf gelandet zu haben. Doch der Widerstand gegen grundsätzliche Änderungen darf nicht unterschätzt werden. Die Gegenkräfte formieren sich – und auch sie haben gewichtige Argumente.

Natürlich argumentiert der frühere Realschullehrer-Chef Peltzer, der jetzt für die CSU-Schulpolitiker ein Papier ausgearbeitet hat, auch ein wenig „pro domo“. Er befürchtet, bei einem generellen G9 würde das Gymnasium so leicht, dass potenzielle Realschüler lieber gleich dorthin wechseln. So ganz von der Hand zu weisen ist diese Befürchtung nicht. Man kann über viele Details eines neuen G9 diskutieren. Genauso wichtig ist aber auch die gesellschaftspolitische Frage, wie viele Gymnasiasten ein Schulsystem denn überhaupt hervorbringen soll.

In den kommenden Wochen vor dem Start des G9-Volksbegehrens Anfang Juli wird es deftige Plädoyers für und wider das G9 nur so regnen. Kaum eine Interessengruppe, die sich hier nicht einbringt. Nur einer hat bisher nicht gesagt, was er will: Schulminister Ludwig Spaenle schweigt. Er sieht sich als großer Moderator, der die Stellungnahmen bündeln und ordnen will. Mal sehen, welchen Einflüsterungen er am Ende erliegt.

Dirk Walter

Sie erreichen den Autor unter

Dirk.Walter@ovb.net

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