STICHWAHL BEI DER BAYERN-FDP

Gefährliche Strategie

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Das Ergebnis der FDP-Urwahl ist ein kleiner Paukenschlag: Martin Hagen, der sich erst zur Kandidatur entschloss, als er seinen Namen unter möglichen Bewerbern in der Zeitung las, geht als klarer Favorit in die Stich-Urwahl um den Posten des FDP-Spitzenkandidaten.

Erst jetzt, da nur noch zwei Köpfe übrig sind, findet die versammelte Parteispitze den Mut, sich offen gegen ihren Ex-Vorsitzenden Albert Duin zu positionieren.

Nett ist ein solches Vorgehen nicht: Der ebenso eloquente wie unberechenbare Duin hatte die am Boden liegende Partei nach den Wahlen 2013 übernommen und in den undankbaren Zeiten der außerparlamentarischen Opposition wieder aufgebaut. Dann verlor er erst seinen Posten als Vorsitzender, nun muss der manchmal etwas hemds- ärmlige Unternehmer verspätet einsehen, dass ihm sein Vorstand auch die Spitzenkandidatur nicht zutraut.

Strategisch könnte sich dieses Vorgehen für die FDP als Eigentor erweisen. Hagen ist zweifellos talentiert und stünde für den Kurs einer Modernisierungspartei. Doch während Christian Lindner jahrelang Anlauf nehmen konnte, um den Sprung über die 5-Prozent-Hürde zu schaffen, blieben dem in Bayern kaum bekannten Hagen nur wenige Monate. Egal, wer die Stichwahl gewinnt: Am 14. Oktober könnte es eng werden für die Liberalen.

Mike Schier

Sie erreichen den Autor unter

Mike.Schier@ovb.net

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