Gefährliche Kombination

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr Herzinfarkte wegen Nikotin und Parodontitis München – Weltweit sterben jedes Jahr über drei Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens – hauptsächlich durch Krebs und Herzinfarkt.

Was viele Raucher nicht wissen: Ihnen drohen weitere schwerwiegende Gesundheitsrisiken durch eine Parodontitis, die chronische Entzündung des Zahnhalteapparates. „Wir wissen aus aktuellen Studien, dass eine Parodontitis das Risiko für tödliche Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich erhöhen kann. Raucher sind demnach doppelt gefährdet, denn sie erkranken häufiger an einer Parodontitis als Nichtraucher“, sagt Zahnarzt Dr. Hans Jürgen Schmitz.

Schon zehn Zigaretten reichen aus, um das Risiko für eine Parodontitis zu verdreifachen. Mit jedem Zug gelangen das Nervengift Nikotin und Kohlenmonoxyd in den Mund. Nikotin verengt das Gewebe und unterdrückt ein natürliches Warnsignal für Entzündungen – das Zahnfleischbluten. Das hochgiftige Kohlenmonoxyd reduziert die Sauerstoffzufuhr. Dem Zahnfleisch fehlen lebenswichtige Nährstoffe. Das Immunsystem wird geschwächt, und schädliche Bakterien können sich ungehindert ansiedeln. Die Folge: Chronische Entzündungen, die zunächst das Zahnfleisch betreffen und sich bis in den Zahnhalteapparat ausbreiten können. Wird diese Parodontitis nicht behandelt, droht nicht nur der Verlust einzelner Zähne. Neben Herzinfarkt und Schlaganfall sind auch die Risiken für Diabetes, rheumatische Arthritis und für untergewichtige Frühgeburten erhöht.

Bei Rauchern ist die Therapie der Parodontitis zudem erschwert. Der Abbau des Gewebes verläuft schneller, und Heilungsprozesse dauern deutlich länger. Vor allem Raucher benötigen professionelle Unterstützung bei der individuellen Prophylaxe. Dabei bestimmen die Zahnprofis das persönliche Parodontitis-Risiko und entwickeln für jeden Patienten ein individuelles Konzept für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch.  dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare