SPARER IN DER KLEMME

Gefährliche Fehlsteuerung

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Es klingt harmlos, hat es aber in sich: Die Besteuerung von Investmentfonds wird ab 2018 reformiert.

Nicht nur der Anleger, schon die Fondsgesellschaft wird vom Fiskus zur Kasse gebeten – mit der Folge, dass dem Sparer am Ende weniger übrig bleibt. Außerdem verlieren Altbestände im Depot ihr bisheriges Steuerprivileg. Bei all dem geht es im Einzelfall meist nicht um große Beträge. Aber ums Prinzip.

Seit Jahren ist mit festverzinslichem Sparen nichts mehr zu verdienen. Die Bundesbank hat jetzt Zahlen vorgelegt: 9,4 Milliarden Euro hat die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank die deutschen Sparer seit 2009 gekostet – nur bei Spareinlagen wohlgemerkt. Die Verluste aus Lebensversicherungen, Bausparverträgen und anderen Kapitalanlagen sind da noch gar nicht mitgerechnet. Eine sinnvolle Alternative zu Sparbuch & Co. ist seit jeher das Fondsparen, sei es in Aktien-, Anleihen- oder Immobilienfonds. Vor allem für die langfristige Altersvorsorge hat sich diese Art des Vermögensaufbaus bewährt.

Die Bundesregierung wird nicht müde zu betonen, wie wichtig die private Vorsorge ist und wie dramatisch die Gefahr eines Abrutschens in die Altersarmut. Ebendiese Bundesregierung hat still und leise das Investmentbesteuerungsgesetz erlassen, das nun dazu führt, dass ausgerechnet das langfristige Sparen steuerlich belastet wird. Eine Fehlsteuerung sondersgleichen. Notwendig wäre es, jetzt Anreize für die Altersvorsorge zu setzen, seien es erhöhte Freibeträge, eine Verbesserung der Vermögensbildung für Arbeitnehmer, Eigenheimförderung oder ein staatlicher Vorsorge-Fonds. Das wäre für Bürger wie Staat eine Investition in die Zukunft.

Corinna Maier

Sie erreichen die Autorin unter

Corinna.Maier@ovb.net

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