Ganz oder gar nicht

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Merkel-Vertrauter geht zu Daimler Wenigstens einmal in dieser Legislaturperiode hört man was von Eckart von Klaeden: Er geht.

Der Staatsminister im Kanzleramt, so eine Art politischer Hausmeister ohne überregionale Bekanntheit, wird zum Jahresende leitender Lobbyist bei Daimler. Auch wenn man ihn kaum kennt – es sei ihm gegönnt, denn Wechsel zwischen Politik und Wirtschaft sind an sich nichts Böses. Wer mehr Praktiker in Parlamenten will statt nur geschniegelter Parteikarrieristen und Beamter mit Rückkehroption, der muss solche Wechsel in beide Richtungen ermöglichen.

Was im Fall Klaeden aber missfällt: Er will seinen Job im Kanzleramt monatelang fortführen. Das setzt ihn absehbar täglich dem Verdacht aus, hier wolle ein von der Industrie unter Vertrag genommener Lobbyist im Kanzleramt Entscheidungen beeinflussen. Sauberer wär’s, das Staatsamt sofort abzugeben, ein paar Wochen unbezahlter Urlaub. Von Erfahrungen anderer Ex-Kollegen könnte Klaeden da lernen. Wo immer es Mauschel-Vorwürfe und kurze Karenzzeiten gab, man denke an den Fall Fahrenschon/Sparkassen/Landesbank, hat es den Betroffenen geschadet. Und auch der Politik-Branche, die Hygiene und Moral derzeit nötiger braucht denn je.

Christian Deutschländer

Sie erreichen den Autor unter

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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