Fußball-Sehnsucht

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Sportler-Wahl in Österreich mit Sieger Alaba Wer in Österreich Sportler des Jahres werden will, muss entweder ein ganz verwegener Abfahrer sein.

Oder ein ausgewiesener Slalomspezialist. Gehen tut auch: König zwischen den Riesenslalomtoren. Oder: Weltsuperspitzenklasse im Super-G. Österreichs Sportler des Jahres 2013 ist nun aber David Alaba geworden. Der erste schwarze Sieger auf der Streif? Nein. Wir wissen nicht mal, ob er da runterkäme. Dieser David Alaba ist – do werst narrisch, do legst di nieda – Fußballer.

Ein erster Reflex, seine Wahl zu erklären, war: 2013 ist eben kein Winterolympia-Jahr gewesen, sonst sähe die Rangliste anders aus. Vordergründig stimmt das, doch Österreich hatte sein kaum minder wichtiges Event des Jahres: die Alpine Ski-WM in Schladming, am stimmungsträchtigsten Ort seiner Berglandschaft. Ein nicht zu überbietender Brettl-Wahn, aus dem Marcel Hirscher, Stolz der Skifahrer-Nation, mit zwei goldenen und einer silbernen Medaille hervorging. Aber: Das ist nur eine Art Double mit Silberrand, wohingegen Alaba ein Sieges-Triple geliefert hat mit dem FC Bayern.

Der Österreicher scheint erfüllt zu sein von einer fußballerischen Sehnsucht. Sie mischt sich aber mit Schmerz: 2014 kann man – mangels Qualifikation fürs WM-Turnier– nicht Weltmeister werden. Trotz Alaba. Aber wenigstens kommt jetzt ein Olympia- und Hirscher-Jahr.

Günter Klein

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Guenter.Klein@ovb.net

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