Die Fußball-Hauptstadt

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München für EM 2020 nominiert Dass Oberbürgermeister Ude nach der Entscheidung die „Fußball-Hochburg München“ geehrt sah und Ministerpräsident Seehofer den „Fußball in Bayern daheim“, war erwartbar.

In Hochzeiten des Wahlkampfs durften sich bei der Vergabe des (wahrscheinlichen) deutschen Spielorts für die Europameisterschaft 2020 beide als Sieger fühlen. Zumal die bayerische Landeshauptstadt einen prominenten Konkurrenten aus dem Feld geschlagen hatte: die deutsche Hauptstadt, Berlin.

Das war zwar ebenfalls erwartbar, aber nicht selbstverständlich. Denn wenn sich in sieben Jahren die besten Balltreter des Kontinents erstmals in 13 Austragungsstädten verschiedener Länder treffen, hätte man – zumindest „politisch korrekt“ – die wichtigste europäische Hauptstadt unter den Ausgewählten erwarten dürfen. Fußball-geografisch reell aber musste München zum Zuge kommen, die Heimat des Triple-Gewinners, des Weltvereins FC Bayern.

Noch offen ist die Frage, ob München bei der offiziellen Vergabe in einem Jahr auch den ganz dicken Fisch angeln wird, das Finalpaket. Ein mögliches Endspiel mit den Bayern Manuel Neuer, Mario Götze, Toni Kroos und Thomas Müller – das hätte schon was. Nach dem deutschen Sommermärchen bei der WM 2006 könnte 2020 in München für viele ein bayerischer Sommertraum in Erfüllung gehen.

Heinrich Lemer

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