Rom fürchtet Oster-Anschlag

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Scharfe Sicherheitsvorkehrungen: Besucher müssen an Ostern mit langen Warteschlangen rechnen. foto: reuters

Vor den Oster-Feiern in Rom gibt es Hinweise auf islamistische Anschlagspläne. Die Polizei wirkt alarmiert. Selbst der Papst wurde offenbar bereits informiert.

Hinweise auf Pläne

von Ingo-Michael Feth

Rom – Es ist zum traurigen Ritual geworden: Wann immer in Rom die hohen kirchlichen Feiertage bevorstehen und Pilger aus aller Welt zum Petersplatz strömen, drohen die Terroristen des IS mit Anschlägen. Doch auch wenn das von den Sicherheitskräften häufig als reine Propaganda entlarvt wird – diesmal scheint die Gefahr real.

Aus dem römischen Innenministerium verlautet, dass es konkrete Hinweise auf Vorbereitungen zu Attentaten während der Feiertage gebe. Bereits am Montag wurde ein salafistischer Imam aus dem apulischen Foggia des Landes verwiesen, gestern ein verdächtiger Migrant aus Tunesien festgenommen. Polizei und Justiz halten sich derzeit mit Details zurück, um weitere Ermittlungen nicht zu gefährden.

Dass Anschlagspläne jedoch weit fortgeschritten scheinen, lässt sich an einem Besuch ablesen: So wurde der Präsident der italienischen Staatspolizei Franco Gabrielli dieser Tage persönlich im Vatikan vorstellig, um Gendarmerie und Personenschutz zu informieren. „Die Männer und Frauen der Staatspolizei, die rund um den Vatikan tätig sind, werden alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Sicherheit des Heiligen Stuhls, des Papstes und der Gläubigen sowie der Stadt Rom als Zentrum der Christenheit vor jeglichen Bedrohungen durch Dschihadisten zu beschützen“, erklärte Gabrielli. Papst Franziskus persönlich dankte im Rahmen einer Audienz für die päpstliche Gendarmerie ausdrücklich allen Sicherheitskräften für ihren Einsatz, „um uns vor Verrückten zu schützen, die ein Blutbad anrichten wollen“.

Tatsächlich wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Rom erheblich verschärft. Rund um die touristischen Sehenswürdigkeiten, wie etwa Kolosseum, Pantheon und Piazza Navona, patrouillieren zusätzliche Militärkräfte. Die Kontrollpunkte für Fahrzeuge wurden ausgeweitet. Ab Freitag ist das gesamte historische Zentrum für den Schwerlastverkehr gesperrt. Besonders überwacht werden Bahnhöfe und Flughäfen.

Besucher und Pilger müssen sich deshalb auf lange Warteschlangen gefasst machen. Besonders für den Zugang zu den liturgischen Feiern mit dem Papst sollte man wegen der scharfen Personenkontrollen viel Zeit einkalkulieren.

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