Fünf Vize für einen Seehofer

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Der Parteichef baut seine Stellvertreterriege aus – Sie soll ihn bei der Machtübergabe beraten. München – Horst Seehofer wird nicht gerne an diesen Satz erinnert.

Die Hundehütte sei für den Hund – und die Stellvertreter für die Katz. Früher hat der Parteichef, selbst lange Stellvertreter von Edmund Stoiber, diesen Satz gerne zitiert, wenn es in seiner Partei Hauen und Stechen um die hinteren Plätze gab. Spätestens als er Peter Gauweiler vor der Europawahl zum Vize machte, hat er seine Meinung geändert. Jetzt bläht er die Riege seiner Vize sogar auf fünf auf. Sie sollen ihm helfen, den personellen Übergang zu planen. Am Samstag wird gewählt.

Prominentester Neuzugang ist Manfred Weber. Mit Engelszungen redete Seehofer auf den Vorsitzenden der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament ein, seinen Bezirksvorsitz in Niederbayern aufzugeben und sein Vize zu werden. Im Münchner Politkosmos verstehen die wenigsten, dass Weber seine Hausmacht aufgibt. Weber aber hat schon als JU-Chef eher europäisch gedacht. Und in Brüssel und Berlin gilt der niederbayerische Verband als nicht ganz so schwergewichtig.

Weber soll – gemeinsam mit Europagruppenchefin Angelika Niebler – das schwache außenpolitische Profil der Partei verbessern. Die 52 Jahre alte gebürtige Münchnerin, die nun im Landkreis Ebersberg lebt, soll zudem das moderne großstädtische Gesicht der Partei verbessern. Seehofer hält große Stücke auf die Vorsitzende der Frauen-Union.

Auch mit dem 51 Jahre alten Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl schlägt er gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Kommunalpolitiker, noch dazu aus dem etwas schwächelnden Bezirksverband Schwaben. Erneut für den Vize-Posten kandidieren Landtagspräsidentin Barbara Stamm, noch immer das soziale Gewissen der Partei, dazu in Franken enorm beliebt. Bundesagrarminister Christian Schmidt ist die Verbindung nach Berlin. Außerdem ist er für Tierschutz zuständig – und damit auch für Hunde, deren Hütten und Katzen.

Gewählt werden alle fünf. Um Posten gebangt wird indes auf hinteren Plätzen. Bei den Beisitzer-Posten für den Parteivorstand stehen Kampfabstimmungen bevor, die vor allem für oberbayerische Politiker heikel sind. In Seehofers Rat der Weisen drängen unter anderem die Männer Reinhard Brandl, Florian Herrmann, Florian Hahn, Stephan Mayer und Siegfried Walch. Ob es gelingt, fünf Oberbayern auf zehn Plätzen durchzuboxen, hängt nun am Verhandlungsgeschick der Bezirksvorsitzenden Ilse Aigner. Mike Schier

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