Frühlingsglaube zu Ostern

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Dirk Ippen

samstagsKolumne Nun geht an diesem Osterwochende der kälteste März zu Ende, an den sich irgend jemand erinnern kann.

samstagsKolumne

Nun geht an diesem Osterwochende der kälteste März zu Ende, an den sich irgend jemand erinnern kann. Wie sollen da Frühlingshoffnung und Osterstimmung aufkommen, wo doch Strom und Bäche kaum vom Eise befreit sind? Aber auch in diesem Jahr ist das noch auf vorchristliche Wurzeln zurückgehende Osterfest wieder das, was es immer war: Frühlingsfest und Fest des Wandels. In der christlichen Tradition ist es die Verwandlung des Jesus von Nazareth durch sein schreckliches physisches Sterben am Kreuz zum auferstandenen Christus, der sich als solcher schon bald zeigen und verkündigen wird.

Vom Frühling und dem Wandel, den er in unseren Herzen bewegen muss, handelt das Gedicht „Frühling“ von dem Dichter Theodor Fontane. Es ist nicht so bekannt, wie es sein sollte:

Dies sind die Verse eines schon älteren Mannes, eines Künstlers. Er ist es selber, der wie der alte Apfelbaum, in der Frühlingssonne trotz Sträubens sich wieder begrünen muss. Und so zwingt er selber sein altes Herz, die lange Winterruh´ abzuschütteln und sich frei zu machen zu neuem Aufbruch. „Was man in der Jugend entbehrt, hat man im Alter die Fülle“, das hätte auch über Fontane gesagt werden können, der sich erst in den alten Fontane wandeln musste, um der große Dichter zu werden, den wir kennen. Dieser Satz stammt aber von einem anderen Künstler, von Goethe, der in seinem langen Leben immer wieder Verjüngung und Erneuerung gefunden hat. Das Symbol dafür war ihm die Schlangenhaut, die immer wieder abgestreift werden muss, um frei zu werden für einen neuen Anfang.

Das österliche Heilsgeschehen, vom Einzug nach Jerusalem, vom Judaskuss und der Kreuzigung bis zur Auferstehung aus dem Grabe bleibt aber auch in diesem Jahr der größte Neubeginn, den wir kennen. Wenn wir heute zu Ostern sehr äußerlich aufbrechen zu unseren Ferienzielen nah und fern, dann steht doch hoch darüber die christliche Erneuerung, das revolutionäre Christuswort, mit dem das Matthäus Evangelium endet: „Ich bin bei euch, jeden Tag, bis an der Welt Ende.“

Diese Osterbotschaft kann auch heute Steine wegrollen, Schlangenhäute abstreifen und Herzen öffnen zum Frühling eines neuen Lebens, zum Aufschwung im Ernst, zu wahrhaft frohen Ostertagen.

Den Autor erreichen Sie unter:

ippen@ovb.net

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