Falsches Spiel in Idomeni

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Wer organisierte die Massenflucht? Wer auch immer hinter der Flugblattaktion des „Kommandos Norbert Blüm“ steht, die am Montag mehr als 1000 Flüchtlinge zur Massenflucht aus dem Elendslager Idomeni verführte: An ihren Händen klebt Blut.

Das Blut der drei Ertrunkenen, die ihre Hoffnung auf ein Leben in Deutschland mit ihrem Tod bezahlten.

Schon seit längerem beklagt die griechische Regierung, dass sich die in Idomeni Gestrandeten weigerten, sich in bereitstehende trockene Unterkünfte bringen zu lassen. Warum das so ist, versteht man nun besser: weil eine unverantwortliche, offenbar deutsche Flüchtlings-Lobby die in Schlamm und Kälte ausharrenden Menschen in ihrer verzweifelten Hoffnung bestärkt, sie würden schon irgendwie nach Deutschland kommen, wenn sie es nur hartnäckig genug versuchten und sich der Registrierung in Griechenland widersetzten. Denn wer dort registriert ist, muss nach dem Dublin-Abkommen auch dort seinen Asylantrag stellen. Je hässlicher die Bilder der in großer Zahl herbeigekarrten Fotografen, so das zynische Kalkül, desto größer der Druck auf Kanzlerin Merkel, die Flüchtlinge in einer weiteren Evakuierungsaktion nach dem Vorbild von Budapest in die Bundesrepublik zu holen.

Doch die Kanzlerin hat sich festgelegt: Es gebe, so hatte sie unlängst gesagt, für Flüchtlinge kein Recht auf freie Wahl des Ziellandes. Dahinter kann und will sie nicht mehr zurück. Auch weil sie ahnt, dass der Erpressung von Idomeni, gäbe sie ihr nach, rasch die nächste folgen würde, weil sich die nächsten Menschen auf den Weg machten. Und in puncto Erpressungen ist Angela Merkel schon jetzt mit dem türkischen Sultan Erdogan vollauf bedient.

Georg Anastasiadis

Sie erreichen den Autor unter

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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