TAFEL HÄLT AN AUSLÄNDER-AUFNAHMESTOPP FEST

Essen schafft es nicht

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Über Nacht ist aus der Entscheidung der Essener Tafel, neue Berechtigungsscheine zunächst nur noch an inländische Bedürftige zu vergeben, eine Staatsaffäre geworden.

Der Grund, warum sich bis hinauf zur Kanzlerin nahezu sämtliche Spitzen der Republik jetzt in den Streit einmischen: Im Herzen des Ruhrgebiets wiederholt sich im Kleinen die Schlacht um Merkels Asylpolitik, um ihr „Wir schaffen das“, um Aufnahmestopps und Obergrenzen.

Die Essener Tafel, so viel ist klar, hat es nicht mehr geschafft. Ihr das anzulasten ist allerdings wohlfeil: Die Politik hat die Grenzen geöffnet, sich aber kaum darum geschert, was davon an Belastungen im sozialen Tiefparterre ankam, bei den Armen und den Ehrenamtlichen. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer haben alles verdient, nur keine „Nazi“-Schmierereien und auch keine herablassenden Belehrungen von Regierenden, die in ihren Dienstkarossen einen großen Bogen machen um die Brennpunktviertel der Republik. Die Tafeln dürfen nicht der Reparaturbetrieb einer überforderten Politik sein.

Natürlich sollte die Einteilung von Bedürftigen in In- und Ausländer nicht die letztgültige Antwort sein auf Probleme, wie sie in Essen sichtbar wurden, wo alleinerziehende Frauen und Rentnerinnen im Kampf um knappe Lebensmittel zu kurz kamen. Aber es ist anmaßend, wenn Minister gerade von den Schwächsten unserer Gesellschaft verlangen, sich klaglos und politisch korrekt den für sie nachteiligen Folgen staatlichen (Nicht-)Handelns zu fügen.

Georg Anastasiadis

Sie erreichen den Autor unter

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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