Die Bezirke im Überblick

Ergebnis ist da: CSU auch im Bezirkstag abgestraft - Linke und Bayernpartei feiern Erfolge

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Jetzt ist klar: Nicht nur bei der Landtagswahl wenden sich viele Wähler von CSU und SPD ab. Auch in den Bezirkstagen verschieben sich die Kräfteverhältnisse deutlich.

München/Nürnberg - Auch bei den bayerischen Bezirkswahlen haben CSU und SPD schwere Verluste hinnehmen müssen. Grüne und Freie Wähler dagegen legen kräftig zu. Die AfD ist nach der Abstimmung am Sonntag erstmals in allen sieben Regionalparlamenten vertreten.

Die Christsozialen holen in allen Bezirken weiter die meisten Stimmen. Zweitstärkste Kraft werden fast überall Grüne oder Freie Wähler. Nur in Oberfranken behauptet sich die SPD mit 15,6 Prozent. Die AfD ist vor allem in Ostbayern stark: In Niederbayern und der Oberpfalz landet sie sogar auf Platz drei vor Grünen und SPD. Aber auch in Oberfranken und Schwaben erzielt sie zweistellige Ergebnisse.

Da es für die Bezirkstage keine Fünf-Prozent-Hürde gibt, sind die Regionalparlamente deutlich bunter als der Landtag: In allen Gremien sitzen auch Vertreter von FDP und Linken. Auch die ÖDP ist in vier Gremien vertreten, die Bayernpartei in drei und Die Franken in einem.

Die Bezirke sind im Freistaat die dritte kommunale Ebene nach Gemeinden und Landkreisen. Sie übernehmen Aufgaben, die für viele Städte allein nicht finanzierbar wären. Am bekanntesten sind die Bezirke als Träger der psychiatrischen Krankenhäuser. Daneben kümmern sie sich etwa um Hilfen für Menschen mit Behinderung und um Unterstützung bei der Pflege im Alter. Die Bezirkswahlen finden alle fünf Jahre mit der Landtagswahl statt.

Alle Neuigkeiten zu den Nachwehen der Landtagswahl finden Sie in unserem News-Ticker

Die Ergebnisse der Bezirkswahl im Überblick

Oberbayern: Bei der CSU setzen 31,1 Prozent der Wähler ihr Kreuz - damit verliert die Partei rund 13 Punkte im Vergleich zu 2013. Die Grünen gewinnen 10 Punkte hinzu und kommen auf 21,4 Prozent. Drittstärkste Kraft werden die Freien Wähler mit 12 Prozent (plus 2,6 Punkte) vor der SPD mit 9,6 Prozent (minus 9,4 Punkte). Die AfD erhält auf Anhieb 8,5 Prozent der Stimmen.

Niederbayern: Die CSU sackt auf rund 39 Prozent der Stimmen ab (2013: 49,8). Die Freien Wähler werden mit 16,4 Prozent zweitstärkste Kraft - nach 11,9 Prozent vor fünf Jahren, gefolgt von der AfD mit 12,9 Prozent, die 2013 noch nicht angetreten war. Die Grünen kommen auf 9,7 Prozent (2013: 5,7). Die SPD verliert mehr als die Hälfte der Stimmen und landet bei 8,0 Prozent.

Oberpfalz: Die Christsozialen erhalten 37,5 Prozent - 10 Punkte weniger als vor fünf Jahren. Das zweitbeste Ergebnis erreichen die Freien Wähler mit 17,6 Prozent (plus 5 Punkte). Die AfD landet auf Anhieb bei 12 Prozent und damit knapp vor den Grünen, für die 11,6 Prozent stimmen (plus 5,2 Punkte). Die SPD büßt 10,5 Punkte ein und erreicht nun 9,3 Prozent. Tanja Schweiger, Regensburger Freie-Wähler-Kandidatin und Lebengefährtin von FW-Chef Hubert Aiwanger, erzielt eins der spektakulärsten Einzelergebnisse: Sie nimmt der CSU ein Direktmandat ab.

Schwaben: Die CSU erhält 36,5 Prozent - 10,5 Punkte weniger als 2013. Die Grünen erobern mit 16,5 Prozent (plus 8 Punkte) den zweiten Platz vor den Freien Wählern mit 14,9 Prozent (plus 2,1 Punkte). Die AfD holt aus dem Stand 11,1 Prozent der Stimmen und landet damit auf Platz vier - vor der SPD, für die nur noch 8 Prozent der Wähler stimmen. Das sind halb so viele wie vor fünf Jahren.

Mittelfranken: Die Grünen werden mit einem Zuwachs von fast 8 Punkten auf rund 18,0 Prozent der Stimmen zweitstärkste Kraft hinter der CSU, die 7 Punkte auf 32,0 Prozent verliert. Die SPD fällt von 24,2 Prozent vor fünf Jahren auf nur noch 13,4 Prozent. Leichte Zuwächse verzeichnen die Freien Wähler mit 11,9 Prozent (2013: 10,2). Neu dabei ist die AfD mit 9,8 Prozent. Das Gremium wächst von 24 auf 33 Sitze, und auch die Kräfteverhältnisse verschieben sich deutlich.

Oberfranken: Die CSU rutscht von fast 44,7 Prozent auf nur noch 37,2 Prozent. Bei der SPD beträgt das Minus gut 9 Punkte auf 15,6 Prozent der Stimmen. Die Freien Wähler verbessern sich leicht auf knapp 12,9 Prozent, bei den Grünen hingegen hat sich der Stimmenanteil auf 12,5 Prozent mehr als verdoppelt. Die AfD kommt auf Anhieb auf 10,7 Prozent der Stimmen.

Unterfranken: Die CSU erhält 37,6 Prozent - mehr als 8 Punkte weniger als vor fünf Jahren. Die SPD büßt 7,7 Punkte ein und kommt auf 10,4 Prozent. Das zweitbeste Ergebnis erreichen die Grünen mit 15,9 Prozent (plus 6,8 Punkte) vor den Freien Wählern mit 12,55 Prozent (plus 0,01 Punkte). Die AfD kommt aus dem Stand auf 9,6 Prozent.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Karl-Josef Hildenbrand

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