DIE UNION UND IHRE MITTE

Energieverlust

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In der Physik kann Energie in einem abgeschlossenen System nicht verloren gehen.

In der Politik ist das anders. Sobald sich eine Partei intern aufreibt, beschimpft und bekämpft, verliert sie Energie für den Wettbewerb um Wählerstimmen. Nie haben den Grünen akut aufbrechende Flügelkämpfe Fundis/Realos geholfen, nie hat offener Streit zwischen Seeheimern und Linken der SPD genützt, ähnliches erlebten phasenweise FDP und Linkspartei. Das zeigt verlässlich auf, wohin eine ungebremste Lagerbildung in CDU und CSU führen würde: in den Abschied vom Status der Volkspartei.

Das Problem ist ja nicht die Tatsache, dass um Positionen gerungen wird, im Gegenteil – bei der von Merkel hingebungsvoll sedierten CDU steht eher die Frage an: Warum erst jetzt? Gefährlich daran ist eher die Stil- und Hemmungslosigkeit im internen Umgang: Niemand befehdet sich so zornig und derb wie Parteifreunde. Bei ihnen ist auch die mediale Aufmerksamkeit viel höher als bei rituellen Debatten zwischen Parteien. Die Generalsekretäre Markus Blume und Annegret Kramp-Karrenbauer, beide einigermaßen jung im Amt, müssen die Spaltungstendenzen in ihren Parteien zügig in den Griff bekommen; ihr bislang größter Prüfstein. Nötig ist dazu eher intellektuelle Kraft als ein schnelles Machtwort.

Christian Deutschländer

Sie erreichen den Autor unter

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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