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NEUE AUFGABEN FÜR BUNDESTAGSABGEORDNETE HÖHN UND GÖPPEL

Energie-Botschafter für Afrika

München – Die scheidenden Bundestagsabgeordneten Bärbel Höhn (Grüne) und Josef Göppel (CSU) arbeiten ab November als Energiebeauftragte für das Entwicklungsministerium in Afrika.

Das bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums. Die beiden Umweltpolitiker sollen ehrenamtlich dabei helfen, die Initiative „Grüne Bürgerenergie für Afrika“ umzusetzen, die Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) Ende Juni vorgestellt hat.

Er sei „sehr dankbar, wenn sich verdiente Fachleute in den Dienst der Sache stellen“, sagte Müller unserer Zeitung. Ziel der Initiative ist es, eine dezentrale Energieversorgung vor allem in den ländlichen Regionen Afrikas aufzubauen. Ein Großteil aller Dörfer hat dort keinen Strom, was laut Müller auch daran liegt, dass afrikanische Regierungen den Schwerpunkt auf die zentrale Versorgung großer Städte legen.

Müllers Plan baut auf das Gegenteil: Unterstützung beim Aufbau dezentraler Energieversorgung. „In jedem Dorf gibt es Sonne, Wind, Biomasse oder Wasser“, womit sich Strom gewinnen lasse. Deshalb biete Bioenergie die besten Voraussetzungen für die Selbst-Versorgung von Dörfern. Und auch aus Klimagründen sei es nicht wünschenswert, dass Afrika seinen Energiehunger mit Kohle oder Öl stille. Damit das aber möglich werde, müsse der Kontinent „ein Jahrhundert überspringen“, sagt Müller. Dazu sei der Zugang zu europäischer Technologie nötig.

Höhn und Göppel sollen den Aufbau solcher Energiestrukturen künftig mit vorantreiben und dabei beispielsweise Bürgermeister beraten oder Schulungskonzepte umsetzen. Erfahrung bringen beide ausreichend mit. Die Oberhausener Grünen-Abgeordnete Höhn war bereits zehn Jahre Umweltministerin in Nordrhein-Westfalen, bevor sie 2005 in den Bundestag einzog. Der Ansbacher CSU-Abgeordnete Göppel (67) saß seit 2002 im Bundestag und gilt als das grüne Gewissen der CSU – gerne auch mal quer zur Parteilinie. Beide bringen zudem Afrika-Erfahrung mit. Sebastian Horsch