ELEKTRONISCHE GESUNDHEITSKARTE

Endlich umdenken

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Notfalldaten, Medikationsplan, Patientenakte: Seit fast 20 Jahren wird an einer Karte gebastelt, die das alles draufhaben soll, und es noch immer nicht kann.

Dass AOK-Chef Martin Litsch nun die elektronische Gesundheitskarte für gescheitert erklärt, überrascht deshalb nicht. Noch weniger, weil die AOK mit ihrem digitalen Gesundheitsnetzwerk an einem eigenen Weg bastelt, die Datenverwaltung ins 21. Jahrhundert zu führen.

Doch unabhängig davon, dass sie im AOK-Interesse liegt, ist Litschs Feststellung richtig: Es ist wirklich nicht gerade innovativ, seine digitale Zukunft heute auf einer Chipkarte aufzubauen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: An der Karte selbst lag der Stillstand in der Vergangenheit wohl am allerwenigsten. Stattdessen wurde der Fortschritt aus dem Gesundheitssystem heraus blockiert und gebremst, wo immer es ging, wenn er den eigenen Interessen nicht diente. Wird nicht umgedacht, könnte das noch zum Eigentor geraten. Denn in Zeiten, in denen Digital-Riesen wie Apple und Google mit Macht in sämtliche Märkte drängen, kann einem Veränderung auch schnell aufgezwungen werden.

Sebastian Horsch

Sie erreichen den Autor unter

Sebastian.Horsch@ovb.net

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare