Ende einer Erfolgsgeschichte

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Eurofighter streicht jede vierte Stelle Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Jede vierte Stelle im Eurofighter-Werk in Manching wird im Rahmen des Airbus-Sanierungsprogramms gestrichen.

Kein anderer Standort der bisherigen EADS wird in ähnlicher Weise schrumpfen wie das Zentrum des deutschen Militärflugzeugbaus. Und selbst diese Zahl ist nur ein Teil der ganzen Wahrheit. Denn in Manching wurde bereits massiv gestrichen. Und es ist absehbar, dass der Kahlschlag dort weitergehen wird.

Die Entwicklung von Manching war eines der wichtigsten Erfolgsbeispiele der bayerischen Industriegeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. Als man dort 1960 begann, zerlegte US-Starfighter wieder zusammenzuschrauben, ahnte keiner, dass aus diesen bescheidenen Anfängen mit dem Tornado und jetzt dem Eurofighter ein Luftfahrt-Standort von Weltgeltung werden würde. Die Ansiedlung war ein industriepolitisches Meisterstück von Franz Josef Strauß, der damit auch dazu beitrug, dass Bayern sich vom Agrar- zum Technologieland entwickelte.

Um so bedrückender ist es, dass das Erbe von Strauß seinen politischen Enkeln gerade durch die Finger rinnt. Keiner von ihnen ist in der Lage durchzusetzen, dass Flugzeuge für die Bundeswehr auch künftig in Deutschland gebaut werden. Nur das würde Manching retten – und auch ein Stück deutscher Souveränität. Tornado und Eurofighter wurden auch deshalb für viel Geld entwickelt, weil Deutschland die technologische Abhängigkeit von den USA abschütteln wollte, die Abnehmer ihrer Rüstungsgüter traditionell am Gängelband führen, indem sie mit technischen Informationen geizen. Dass die deutsche Politik sich freiwillig in die einst mit hohem Aufwand überwundene Unmündigkeit zurückbegibt, ist beschämend.

Martin Prem

Sie erreichen den Autor unter

Martin.Prem@ovb.net

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