HILLARY CLINTON UND DIE E-MAIL-AFFÄRE

Einmalige Situation

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Wenn in wenigen Tagen die Wählerstimmen ausgezählt werden, stehen die USA vor einer bisher einmaligen Situation: Möglicherweise wird über der ersten Frau als Präsidentin der Schatten einer kriminellen Untersuchung schweben.

Das FBI hat jetzt deutlich gemacht, dass es bis zum 8. November nicht in der Lage sein wird, die zahlreichen neuen E-Mails auszuwerten, die mit Blick auf Hillary Clintons umstrittenes Kommunikationsverhalten als Außenministerin strafrechtlich interessant sein könnten. Die Frage aller Fragen ist nun, ob und wie ihr diese Affäre und vor allem die umstrittene Bekanntgabe der neuen Untersuchung durch den FBI-Chef schaden wird.

Wer ein überzeugter Fan der Clintons ist, wird sich von den frischen Negativschlagzeilen nicht beirren lassen, Der harte Kern der Unterstützer hat längst akzeptiert, dass in den letzten Jahrzehnten für Bill und Hillary Clinton das Wandeln am Rande der Legalität und politischen Zumutbarkeit so zum Leben gehörte wie die Luft zum Atmen. Entscheiden wird am Ende, wie jene 20 Prozent abstimmen, die noch als unentschlossen gelten und nun die Wahl zwischen dem größeren und kleineren Übel haben.

Gewinnt Clinton, kann sie allein über die Leitung des Justizministeriums entscheiden. Ausgerechnet diese Person müsste dann über eine Anklage gegen die Präsidentin entscheiden, wenn das FBI belastbares Material findet.

Friedemann Diederichs

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