„Ein selbstironisches Kabinettstückerl“

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Uschi Glas

Der Auftritt von Uschi Glas war der Clou des Nockherberg-Singspiels.

Wir haben sie gefragt, wie es zu dem Engagement kam.

-Frau Glas, wie war es für Sie, mal wieder die Apanatschi zu spielen?

Es hat Spaß gemacht! Es ist immerhin ein bisschen her – über 50 Jahre. Ich habe gemerkt, dass die Leute gestutzt haben, ob ich das bin oder ob da jemand wie ich geschminkt ist.

-Man merkte, wie sehr Sie noch immer mit dieser Figur identifiziert werden. Stört Sie das ein bisschen?

Ich habe kein Problem damit.

Heute Früh erst habe ich wieder mal einen Berg Autogrammpost abgearbeitet. Wenn Leute ein Bild mitschicken, das ich signieren soll, ist das aus „Zur Sache Schätzchen“, aber allermeistens von der Apanatschi. Manche der Bilder habe ich noch überhaupt nie gesehen. Die Apanatschi ist total lebendig für viele Leute.

-Wie sind Sie zu der Singspiel-Rolle gekommen?

Ich nehme an, die Autoren Stefan Betz und Richie Oehmann hatten noch meine Rolle in „Fack ju Göhte“ im Kopf – da durfte ich ja ich zum ersten Mal so ein kleines selbstironisches Kabinettstückerl machen. So sind sie auf die Idee gekommen, dass ich den Gag hier mitmachen könnte. Ich war sofort bereit dazu. Es war toll – das das ganze Ensemble ist klasse, und die Musik macht richtig gute Laune.

-Die Aussage des Stücks ist ja, dass Einwohner vertrieben werden – eine Analogie zu München. Und Ihre Figur treibt das als Investorin am Ende auf die Spitze. Berührt Sie das Thema?

Es ist natürlich ein Problem. In München sowieso, aber auch in ganz Bayern. Wir haben so eine Sogkraft, die Menschen möchten einfach gerne hierher kommen. Das zieht mit sich, dass die Preise hochgehen und die Stadt für manche Leute unerschwinglich wird. Da muss man gegensteuern. Unsere Münchner dürfen nicht vertrieben oder an den Rand gedrängt werden. Das ist eine neue Aufgabe für die Politik und ihre große Verantwortung.

-Was erlaubt sich Ihr Indianer-Kollege Stefan Murr da am Ende des Stücks?

(lacht) Er haut mir auf den Popo.

-Er sagte, das sei Ihre Idee gewesen.

Ja natürlich! Schließlich ist er ja nicht nur mein Immobilien-Scout, er ist mein Liebhaber, mein Toy Boy. Ich fand das witzig, dass er mir den politisch unkorrekten Klaps gibt.

-Könnten Sie sich vorstellen, noch einmal auf dem Nockherberg mitzuspielen?

Freilich! Ich habe nichts gegen solche Rollen. Ich muss nur einen Charakter spielen können, ich will nicht einfach durchs Bild laufen und mich selbst darstellen.

Das Interview führte Johannes Löhr.

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